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28. November 2008

Studien, Literatur, Termine (Ausgabe #50)

Bundeskanzlerinnenanfrage
Kinderförderungsgesetz = Frauenförderung. Wo bleibt die Familie?
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel, ...
Mit dieser Entwicklung fördern wir gleichzeitig den Zerfall der Familien und werden die katastrophalen Auswirkungen zu spüren bekommen, wenn diese Krippenkinder groß sind.
Alles hat zwei Seiten. Deshalb hier meine konkreten Fragen:
Ist Ihnen die Kehrseite der Medaille, damit meine ich die negative Auswirkung, bewusst?
Was können Sie tun um dieser Entwicklung entgegen zu wirken? ...
Quelle: Abstimmung unter direktzu.de/kanzlerin noch 12 Tage


Lexikon: Faulpelze von Einstein bis Leonardo da Vinci
Aus manchem Taugenichts wurde ein Genie. Wie tröstlich. ...
Soll man seine kleinen und großen Schulverweigerer daheim mit diesen Geschichten von Künstlern und Königen ermutigen? Das bleibt jedem selbst überlassen. Das Buch ist auf jeden Fall höchst originell illustriert: Da öffnet sich Da Vincis Schädel, aus seinem Gehirn springen seine fantastischen Erfindungen. Da sieht man den ungebildeten Karl den Großen mit Schultasche marschieren. Die Stories von Armstrong bis Verdi sind locker erzählt, mit besonderer Betonung der Hürden, die auf dem Weg zum Ruhm zu überwinden waren. Die Texte sind witzig. Die Wenigsten wissen wohl, dass Telefonerfinder Bell als Bub in einem Feld verloren ging und erschöpft zu Boden sank: Da hörte er die Stimme seines Vaters nach ihm rufen. Oder Napoleon, schon als Schüler arrangierte er Soldaten. Weitere Persönlichkeiten: Truffaut, Malraux, John Lennon, Balzac oder Agatha Christie werden auf amüsante Weise beleuchtet (Fischer Schatzinsel, ab 8J., 19,90€)
Quelle: Die Presse (A) am 17.11.2008
Anhörung wegen elterlicher Sorge ....
Der Anhörungstermin ist am Montag, den 01. Dezember 2008 um 8.30 Uhr,
Sitzungssaal 4 im 1. Stock, im Justizgebäude Promenade 8 in 91522 Ansbach.
Die Öffentlichkeit ist wie immer in Familiensachen ausgeschlossen.
Das Amt für Jugend und Familie des Landkreises Ansbach hat beantragt, ...
Der 13 Jährige wurde 2004 als unbeschulbar genannt,  für eine Woche von der Schule suspendiert und sollte laut Rektor in psychiatrische Behandlung. Ein Unterricht war dem Lehrer laut Aussagen nicht mehr möglich. Mobbing gegen den damaligen 4. Klässler durch Schüler und später Lehrer waren an der Tagesordnung, wurden aber von der Schule nicht verfolgt, obwohl schon zu Beginn der Grundschulzeit wegen auftretender Probleme Schulpsychologen eingeschaltet wurden.
Die Mutter begann ihren Sohn daheim zu unterrichten und schloss sich Freilernern und Homeschoolern in Deutschland an, um ihren Sohn bestmöglich zu bilden. Obwohl Corinna Fischer immer wieder betonte nach einer Integrationsmöglichkeit zu suchen kam es schnell zu Buß- und Zwangsgeldern, sowie den üblichen Zwangsandrohungen bei Eltern mit Kindern die zu Hause lernen. Im Mittelpunkt einer Rückführung in die Schule stand sowohl für Mutter wie auch Kind immer, dass auf die Individualität des Schülers Rücksicht genommen werden sollte. Ein Plan seitens der Behörden wurde nicht vorgelegt. „Er soll halt mal kommen, dann sehen wir mal“, waren die Aussagen von Schule und Behörden. Selber Heim- und Jugenderzieherin konnte sich die Mutter auf solch vage Pädagogik  nicht einlassen. Keine Behörde wollte überlegen, auf welchem pädagogisch vernünftigen Weg ein Kind, mit dem Unterricht laut Schule nicht möglich gewesen war, wieder eingegliedert werden konnte. Auf der Suche nach Hilfen wurden durch die Familie mehrfach Psychologen, Psychiatrie und Therapeuten aufgesucht, bis vor 2 Jahren die Diagnose Asperger Syndrom eine Form des Autismus diagnostiziert wurde. ...
Quelle und die ganze Geschichte:  Bi-Z (Bildungsinitiative Zukunft)
Neue Homepage: Bildungsinitiative Zukunft
Eine Selbsthilfegruppe, gegründet von Familien die individuelles und selbstbestimmtes Lernen für ihre Kinder möchten.
Quelle: Bi-Z (Bildungsinitiative Zukunft)
Lernen vernetzen. Weltweit mit der "Travelling School of Life"
Tag des offenes Projekt-Büros am 4. Dezember ab 14 Uhr in Berlin
Machen Sie sich ein persönliches Bild von einem aktiven Teil des Netzwerkes zum reisenden Lernen mit der "Travelling School of Life". Dort findet die Planung und Programmierung der neuen Tsolife Website statt. Das Büro steht bereit für Menschen, die für Tsolife und ähnliche Projekte tätig sind oder sein wollen.
Zudem soll hier langfristig ein Tsolife Archiv entstehen und ein Infobüro für selbstbestimmtes Lernen in Form von Literatur und Infomaterial zu finden sein.
Finanziert wird das Projekt zur Zeit von dem Programm Jugend in Aktion der EU. Wer dazu etwas erfahren will, trifft an diesem Tag sogar eine Vertreterin dieses Programmes im Büro an, die gerne Fragen beantworten wird.
Wegbeschreibung: Greifswalderstraße Ecke Schieritzer Straße
Ladenwohnung im blauen Haus vom S-Bahnhof Greifswalderstraße (Ringbahn) stadtauswärts laufen und auf der linken Seite bleiben oder eine Station mit der Tram bis "Thomas Mann Straße"
Schlafplätze sind kein Problem!
Tel. bei Fragen: 0171 84 55 971 
Quelle: www.tsolife.org
Neue Website: Bildung in Freiheit

Story/Kurzweil/Konkretes (Ausgabe #50)

Hausaufgaben - oder lieber was Sinnvolles?
Ich: "Komm, Fred, lass uns mal schnell die Hausaufgaben erledigen."
(keine Reaktion aus dem Wohnzimmer)
Ich: "Fred, komm mal bitte. Wir hatten besprochen, dass um 6 Hausaufgabenzeit ist..."
(keine Reaktion)
Ich (bewege mich denn doch auch mal ins Wohnzimmer): "Fred, kommst du jetzt mal bi..."
Er (6 Jahre alt, stinksauer): "MENNNOOO!!! Du hast mich beim Rechnen gestört!!! Jetzt kann ich mich nicht mehr konzentrieren!!!"
Ich fasse mir jeden Abend innerlich an den Kopf, wieso ich diesen Kappes überhaupt auch nur das winzigste Bisschen mitspiele.
Heute war es in Deutsch je eine Zeile Lineal, Ali, Lippen und Lappen schreiben. Nicht viel, aber völlig sinnentleert.
Ich sage also, gut deutsche Mutter: "Na komm, das geht doch ganz schnell."
Er: "Ich mach das aber nicht."
Ich: "Es ist echt nicht viel. Bitte, mach es eben."
Er: "Nur, wenn du mir einen Grund dafür sagst."
Hm. Den hätte ich ihm nicht geben können ohne schamlos zu lügen. ;-) Er wird dann wohl wieder mal keine Hausaufgaben haben. Vielleicht schreibt er statt dessen morgen einen langen Brief an seine Freundin Linnea.
Quelle: Zuschrift, Autorin der Redaktion bekannt


Freude im Haus
Chopper und Nami sind wahre Kerzenliebhaber. Wir haben bereits 6 Kerzen auf dem Tisch stehen…
Heute hat Chopper zum zweiten Mal versucht, ein Streichholz anzuzünden.
Diesmal hat er sich gleich an letztes mal erinnert (oder an meine Anweisungen von letzem Mal :)) und hat das Streichholz weg von sich bewegt, fest aufgedrückt - und es klappte!
Er hat sich ganz schön erschrocken, als es dann tatsächlich zischte.
Zwei Kerzen haben wir zusammen geschafft :)
Als das Streichholz schon weggeräumt war (wir haben auf dem Tisch einen extra Ladekipper, der verbrauchte Kerzen und Streichhölzer zur Verwertungsanlage in der Küche bringt), war seine Begeisterung groß: “I did it, I did it, and I didn’t get any fire on my clothes, and I did it towards Mummy and she aufgepasst and I can do it!” Dabei ist er auf seinem Stuhl auf und ab gehops und hat mit den Armen ganz aufgeregt geflattert - schön, so viel Freude im Haus zu haben.
Quelle: Thousand Sunny's Weblog am 23.11.2008
Unser zehnjähriges Jubiläum der schulfreien Bildung
Warwick Castle July 24th, heute beobachten wir eine Adler-Flugschau und Ritterspiele in dieser mittelalterlichen Burg in England. Reisen bildet tatsächlich – das haben wir in 10 Jahren ohne Schule immer wieder genossen. S-girl (20 yrs) hat damals (11 Wochen in 2004) ihre Sprachkenntnisse in Californien und später als Mitarbeiter eines Kinderheims in Süd-Afrika (7 Wochen 2007) vertieft. Auch Ma-boy (22 yrs) ist gereist, wobei ihn eine Werft in Bordeaux und ein Produktionsbetrieb in Dänemark faszinierten. Da sich die Welt der Technik nicht in sein Zuhause zwängen ließ, wählte er nach 4 schulfreien Jahren das örtliche Gymnasium mit technischem Schwerpunkt. Mittlerweile hat er das 5. Sem. in Ingenieurwesen erreicht und wird bald mit dem Bachelor abschließen.
Als die Schulzeit meiner vier „lieben Kleinen“ begann, waren für mich Mutterschaft, Hausarbeit und Familienleben erfüllend, ganz im Gegensatz zum Bilanzieren von Rückstellungen für Risiken aus schwebenden Geschäften. Mein BWL-Studium hatte auch viele Rechtsfragen eingeschlossen (u.A. Handels-, Gesellschafts-, Bilanzierungs- und Steuerrecht). Von der Juristenmaterie wurde ich als Bildungs-Alternativler allerdings wieder eingeholt - Selbst S-girl hat es mittlerweile mit Rechtsfragen zu tun, da sie – wie könnte es anders sein! – Business studiert. Sie hatte sich schulfrei gebildet von Klasse 5 bis 8 und macht ihren Master etwa 30 Jahre nach mir.
1998 hatten wir uns gegen den Schulzwang entschieden, damals waren die Kinder zwischen 5 und 12 Jahre alt gewesen. Die Erfahrungen einer Dekade haben auch uns Eltern sehr gebildet. Besonders dahingehend, dass jedes Kind spezielle Angebote für seine Begabungen und Schwächen brauchte.
Ma-girl (17 yrs) ist glücklich, weil sie unterwegs irgendwo bei netten Engländern ein Klavier fand, das sie stundenlang spielen durfte. Außerdem hat sie ihr Geiglein mit im Gepäck, das sie über alles liebt. Immerwieder zwischendrin zu musizieren hatte für sie besonders auch das Bücherlesen wäh­rend der grauen Winter aufgelockert. Gerade ihre musikalische Begabung ist mir ein Beispiel dafür, dass hohe Spezialisierung einerseits ohne Druck, andererseits aber durch stete Übung und Vervoll­kommnung erreicht wird. Nach 8 Jahren schulfreier Bildung verbrachte sie Klasse 9 und 10 im Gymnasium, um nicht Externenprüfungen machen zu müssen. Sie ist in der glücklichen Lage, dass man kein Abitur braucht für die beiden Berufungen, die sie für sich sieht: die musikalische Künst­lerlaufbahn einerseits und eine glücklichen Familie andererseits.
Für 3 Kinder war es angenehm, dass Lehren nicht mein Ding ist. Da ich ein Administrator nach meiner Wesensart bin, wurden sie nicht von Unterrichtsserien belästigt. Vielmehr bildeten sie sich in vielerlei Weise: durch Ausprobieren und Erkunden, auf Ausstellungen und in Museen, via Satellit und Korrespondenzkurs, ja selbst durch Schulbücher und vorallem beim Reisen. Doch unser Jüng­ster T-boy (15 yrs) hat auditive Stärken, er möchte hören, hören ... hören und wünscht sich eine do­zierende Bezugsperson. Jeder Wortschwall ist für ihn bildend, selbst wenn er aus dem Radio kommt. Gerade ihm hätte es möglicherweise genützt, einigen Lehrertalenten zu begegnen, doch gerade er war – ironically – noch nie in einer Schule. Never mind, wahrscheinlich will er sich bald den Externenprüfungen stellen.
1998 bis 2008: das ist das 10-jährige Jubiläum unseres familienbasierten Lernens. Anfangs wurden wir mit Bußgeldbescheiden „versehen“, auch verurteilt, doch später dann blieb alles jahrelang still.
Als gereifte Eltern genießen wir es nun, dass unsere Jugendlichen mit den Schwingen schlagend aus dem Nest flattern – allerdings anders als die Raubvögel, deren Flugschau wir heute vor dem blauen Himmel Englands beobachten, nämlich anders in der Hinsicht, dass sie nicht dressiert sind.
Quelle: Forum Netzwerk Bildungsfreiheit, Autorin der Redaktion bekannt
Der Weg zum Lesen
c ist 3 jahre alt & vermutlich wird es noch eine ganze weile dauern, bis sie wirklich lesen & schreiben wird. aber - sensibilisiert durch die lektüre von u.a. olivier keller ("denn mein leben ist lernen") - beobachte ich gespannt ihre schritte auf dem weg in die welt der buchstaben. oder besser: der schriftzeichen. vor kurzem sassen wir im fitnesstudio unter dem in grossen blockbuchstaben an die wand gepinselten schriftzug "STARK!". c guckte eine weile und meinte dann: "mama, die haben das falsch gemacht; der punkt gehört doch eigentlich über den strich!". .... schon seit mehreren monaten möchte sie immer mal wieder, dass ich ihr buchstaben oder ziffern aufschreibe. oder ihr bei allen möglichen schriftzügen, denen wir so begegnen (ladenschilder, schilder im bus, worte in büchern/zeitungen/flyern usw), die einzelnen buchstaben und ziffern benenne. .... letzte woche fing sie an zu telefonieren. ich sollte ihr die nummern diktieren & zunächst auch noch zeigen, welche taste jeweils dazu gehört, sie hat dann gewählt. (dieses spiel haben wir relativ schnell auf ein spielzeug-telefon umgeleitet, weil sich zeigte, dass sie gar nicht mit den angerufenen reden wollte. es ging nur ums wählen.) .... heute auf einer autofahrt, bei der wir, wie häufig, ein hörspiel hörten: "in hörspiel kommt ein "s" vor, oder?" - "ja, genau". - "und ein i" - "ja" - "welche noch?" - das ganze dann noch mit ein paar anderen worten. ich glaube, in der grundschule nennen sie das 'lautieren'. ...
Quelle: Blog Bildungsfreiheit: Freies Lernen in Deutschland am 3.11.2008
Prima(r-) Bildung ohne Schulbesuch
Schulverweigerer gibt es viele, vor allem in Deutschland. Hat es vielleicht damit zu tun, dass dort Bildung mit Schulbesuch erzwungen werden soll? Dass Eltern ihren Kindern selbstständig Bildung ermöglichen, ist in diesem Land, so scheint es, unvorstellbar. Von bildungsbewussten Familien wird es trotzdem unternommen, wie der folgende Artikel beweist. Und es funktioniert. ...
Quelle: bildungsfreiheit.org

7. November 2008

Jugendfürsorge: Gutachter in Robe und Richter in Weiß

Gutachter, Richter in Weiß, und Behördenmitarbeiter, vor denen die Kinder Angst bekommen
Die Rolle von Gutachtern wird besonders im Streitfall "Kinder, Sorgerecht und Jugendamt" immer wieder zum Gegenstand von Kontroversen. Im Interview in einem Film zum Thema "Jugendfürsorge" beschreibt ein Gutachter seine Rolle als die eines "Richters in Weiß" und Helfers des Gerichtes, für den Eltern ein Problem seien, die als Querulanten streiten, aber nicht sähen, wie die Kinder immer mehr Angst bekämen. ...
Quelle: Medrum am 06.11.2008


Jugendamt Skandal: Interview der Beata Pokrzeptowicz
Quelle: Goggle Video am 06.11.2008 mit vielen weiteren Beiträgen zum Deutschen Jugendamt
Jugendfürsorge live!
In Deutschland leben rund 200.000 Kinder in Heimen, Kinderdörfern und Pflegefamilien - in Österreich rund 12.000 Kinder und Jugendliche. Während Pflegeeltern pro Kind bis zu 1.800 Euro pro Monat verdienen, kostet ein Heimplatz oder Pflegeplatz in den SOS Kinderdörfern rund 5.000,- Euro pro Kind und Monat. Nur selten erhalten Eltern auch ihre Kinder zurück, wenn überhaupt Umgangskontakte erlaubt sind.
Stephan Pfeifhofer, Dokumentarfilmer und Enthüllungsjournalist, lässt keinen Akt unberührt, keine Türe verschlossen, um den wahren Beweggründen dieser Industrie auf die Spur zu kommen. Unzählige Drehorte zwischen Österreich, Deutschland, Spanien und Frankreich bestätigen die Intensität dieser Dokumentation.
Quelle und Film: http://www.xlarge.at/?page_id=351
Gegenteilige Statistiken unter: http://www.kindesraub.de/index.php?menuid=23
Weiterführende Links: www.kinderklau.net und www.kinderklau.de.vu

24. Oktober 2008

"Wir müssen den Eltern vertrauen"

Entwicklungspsychologe Neufeld über die Voraussetzung für Bildung

Der kanadische Entwicklungspsychologe Gordon Neufeld hat Bindung und emotionale Stabilität als wichtigste Voraussetzungen für Bildung bezeichnet. Früher sei die Bindung zwischen Eltern und Kind unbewusst in der Kultur eingebettet gewesen, diese Weisheit sei allerdings verloren gegangen. Die Regierungen dächten zu stark in wirtschaftlichen Bezügen und schadeten damit der Entwicklung von Kindern.
Liminski: Es ist eine Erfahrung, die jeder Mensch gemacht hat. Wohlwollen und Zutrauen von Seiten des Lehrers beflügelt das Lernen beim Schüler. Das motivierte Kind lernt leichter. Emotionen beeinflussen das Lernen. Die Hirn- und Bindungsforschung hat das mittlerweile ziemlich deutlich für die ersten Jahre herausgearbeitet. Emotionen sind die Architekten des Gehirns, sagt der Entwicklungspsychologe und Bindungsforscher Stanley Greenspan zum Beispiel, und in der Wissenschaft ist es schon ein Axiom: Bindung geht der Bildung voraus.
Über die Voraussetzung der Bildung, nämlich emotionale Stabilität, haben wir vor der Sendung den weltweit bekannten Entwicklungspsychologen Gordon Neufeld aus Kanada befragt. ...
Liminski: Was sollten, Herr Professor Neufeld, die maßgebenden Leute in diesen Ländern (also ich rede jetzt von Europa) tun, um die Eltern zu entlasten oder die Elternkompetenz zu erhöhen? Sie sagen, dass das Bewusstsein für Bindung verloren gegangen ist. Was kann man da tun? Aus einer jüngeren Studie mit dem Titel "Eltern unter Druck" geht hervor, dass ein Drittel der Eltern in Deutschland etwa mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert ist, und eine Ursache für den Druck, der auf den Eltern laste, seien die wirtschaftlichen Verhältnisse der Familien. Reicht es, da anzusetzen, oder ist der wirtschaftliche Ansatz nur ein Entlastungsansatz, keine wirkliche Hilfe bei der Erziehung selbst?
Neufeld: Der Geldfaktor ist nur ein einziger Faktor. Geld ohne Bewusstsein nutzt überhaupt nichts. Und was uns ganz dringend klar werden muss ist, wie wichtig Familie ist. Das ist der entscheidende Faktor. Die Beziehung des Kindes zu den Eltern muss unterstützt werden. Ohne dies ist alles Geld der Welt nutzlos, um etwas zu erreichen.

Liminski: Hier in Deutschland gibt es eine merkwürdig verzerrte Diskussion über "Homeschooling". In Amerika ist das offenbar kein Thema. Sind Eltern, die ihre Kinder selber lehren, schlechtere Eltern als die staatlichen Lehrer, oder ist das auch eine Frage des Bewusstseins?

Neufeld: Es gibt da eine falsche Vorstellung über das Wesen von Lehre und Lernen. Die Kraft des Lehrenden liegt nicht in seiner Ausbildung, sondern die Kraft liegt immer in der Beziehung des Kindes zu demjenigen, von dem es lernen soll. Wenn die Bindungen des Kindes an die Eltern stark sind, dann werden die Eltern automatisch zum wirksamsten und größten und wichtigsten Lehrer des Kindes in seinem Leben. Nordamerikanische Studien haben gezeigt, dass die Kinder, die von ihren Eltern unterrichtet worden sind, im Eingangstest der Universität besser abschneiden und sogar von den Eliteuniversitäten inzwischen bevorzugt werden. Also die Beziehung des Kindes zu denjenigen, die verantwortlich sind, die Bindung, macht die eventuelle Inkompetenz der Eltern, was Wissen angeht, im Ergebnis mehr als wett.

Liminski: Wir haben hier in Deutschland auch eine Diskussion über Disziplin. Wenn ich Sie recht verstehe, dann spielen Emotionen beim Lernen und Lehren eine größere Rolle als bisher gedacht, jedenfalls eine größere als Disziplin.

Neufeld: Das ist absolut der Fall. Emotionen sind sehr entscheidend und das limbische System im Gehirn ist der Ort, wo das geregelt wird, und Emotionen sind grundlegend notwendig, um zu lernen. Wir haben bisher einen sehr großen Schwerpunkt darauf gelegt, dass Ursache und Konsequenzen und Strafen entscheidend sind, weil wir glaubten, es sei die Hirnrinde, die fürs Lernen entscheidend ist. Aber wir stellen jetzt fest, dass die Konsequenzen überhaupt nicht die Wirkung haben, sondern die Emotionen, die die Konsequenzen beim Kind bewirken. Wenn das Kind empfindet, oh, das klappt nicht und das ist vergeblich, da geht etwas nicht, und es wird davon bewegt, dann lernt es etwas aus den Konsequenzen und nur dann.

Liminski: Sie sind Bindungsforscher und Entwicklungspsychologe. Aus diesen Bereichen sprudeln in den letzten Jahren immer neue Ergebnisse. Setzt die Politik diese wissenschaftlichen Ergebnisse Ihrer Meinung nach richtig um? Nimmt sie sie in ihrer Tragweite überhaupt zur Kenntnis?

Neufeld: Da gibt es offenbar eine große Blindheit von Regierungen und Verantwortungsträgern und es ist sehr frustrierend, dass diese ganzen Forschungsergebnisse überhaupt nicht zur Kenntnis genommen werden. Regierungen sind interessiert an kurzfristigen Lösungen und an der Wiederwahl und nicht an den langfristigen Lösungen, die erforderlich sind, um heute in unserer Gesellschaft wirklich gesunde Kinder aufziehen zu können.

Die Weisheit der Erziehung lag immer in der Kultur und nicht bei den Regierungen und wenn die Regierungen zu viel Macht bekommen und wenn die Regierungen stärker in wirtschaftlichen Bezügen denken als die Kultur, dann schadet das dem Gesamtzusammenhang.

Und was die Bindungsforschung tut ist nicht, dass sie etwas ganz Neues erzählt, sondern dass sie etwas in Worte fasst, was jeder von uns eigentlich intuitiv schon weiß. Das ist die Leistung, die die Bindungswissenschaft heute erbringt, weil die Kultur die Weisheit, diesen intuitiven Zugang verloren hat.

Liminski: Würden Sie sagen, die Politik sollte den Eltern mehr vertrauen?

Neufeld: Absolut! Wenn die Regierung den Eltern nicht vertraut, dann wird alles unterminiert und ausgehöhlt. Die Eltern sind von der Natur mit der Aufgabe betraut worden, die Kinder groß zu ziehen ...
Quelle: Deutschlandfunk am 22.10.2008 und im Podcast als MP3

17. Oktober 2008

Homeschooling: Wenn nicht hier und jetzt, dann eben dort und dauernd

Die starre, deutsche Schulpflicht mit als obligatorisch erachtetem Schulbesuch (Ortsgebundenheit) und seinen nicht nur theoretischen Zwangsmaßnahmen (Schulzwang seit 1938) hat in der Bevölkerung immer mehr Kritiker. Kinder und ihre Eltern leiden zunehmend darunter. Einerseits stagnieren Schulsystem und seine Prinzipien - bestenfalls. Die Bedingungen und Ansprüche in der Gesellschaft dagegen verändern sich extrem. Antidiskriminierung, flexible und individuelle Förderung, Mobilität oder Selbstbestimmung beispielsweise sind Faktoren, die dem überkommenen Schulsystem entgegenstehen und immer wichtiger werden. Die beiden Hauptsäulen nachhaltiger Bildung, persönliche Beziehungen und reale, treffende  Lebensbezüge, waren eigentlich noch nie die tragenden Teile unserer zunehmend maroden Schulen.

Was also tun in einem am grünen Tisch und von Bürokraten dominierten System, wenn man Kinder hat und das beste für sie will? Alle Eltern, die man fragt, sind in irgendeiner Weise unzufrieden, wenn nicht sogar erbost. Als angepasst und "gut" sozialisiert steht aber kaum jemand dagegen auf. Auszusteigen wäre nicht auszudenken. Es wäre ja auch verboten, nicht wahr? 

Solange man sich im Ausland aufhält, hat die deutsche Schulpflicht keine Macht. In quasi jedem Ausland gibt es selbstverständlich auch die üblichen schulischen Lösungen (Ausnahme: Vatikan). Diese können als Internat oder Ganztagseinrichtung, streng und mit Uniform, mitunter deutlich repressiver für Schüler ausfallen als hierzulande. Daneben gibt es um der Flexibilität und des Elternrechts willen auch andere Formen der Bildung, die zur freien Wahl gestellt werden müssen. Man kann in diesem Zusammenhang beruhigt davon ausgehen, dass auch in Deutschland schulfreie Bildungskonzepte ermöglicht werden müssen, wenn als schulisches Angebot ansonsten nur noch eine Ganztags-Einheitsschule übrig bleibt. Schon die Erziehungshoheit der Familie würde dies auch juristisch ergeben.

Für Deutsche auf deutschem Boden soll den Fans des Schulzwangs zufolge jedes Modell der schulfreien Bildung (international vereinfacht Homeschooling genannt) als Kindeswohlgefährdung gelten. Sobald man das Ausland erreicht, kann Homeschooling endlich zum Wohl des Kindes dienen. Das ist die Krux, die es Eltern für ihr Kind zu überwinden gilt.

Außerhalb Deutschland gibt es flexible, staatlich ungebundene Schulen. Anwesenheitszeiten können individuell vereinbart werden. Weiter gibt es Familieninitiativen, Kooperationen zwischen Eltern und Schulen, Nachbarschaftsorganisationen, verschiedenste Fernschulen und Bildungsfreiheiten ganz ohne Organisation oder Einrichtung. Jugendliche, bzw. Eltern für ihre Kinder haben viele Möglichkeiten, denn nur sie kennen genau ihren Bedarf. Im Ausland am kompatibelsten zum deutschen System, zum Beispiel für den Fall der Notwendigkeit eines deutschen Schulabschlusses oder eines späteren Lebens in Deutschland wäre wohl eine deutschsprachige, in Deutschland anerkannten Fernschule. Die sind aber rar. Sie sind für Kinder mit Wohnsitz in Deutschland (zur Erfüllung der Schulpflicht) nicht zugelassen. Genau diese Anerkennung wäre übrigens vielleicht der erste Schritt zur offiziellen Lösung des deutschen Homeschooling-Dilemmas. Das ist jedoch Zukunftsmusik. Deutsche Fernschulen sind gehalten, ihre betreffenden Dienste keinem anzubieten, der einen Wohnsitz hier hat.

Für Deutsche im Ausland hingegen wird Fernunterricht vom auswärtigen Amt unterstützt und sogar empfohlen. Informationen dazu lassen sich im Internet auf Regierungsseiten und z.B. auch bei den Fernschulen selbst finden.

Es wird auf diesen Seiten darauf hingewiesen, dass "schulbefreite" Kinder sogar in Deutschland teilnehmen können, wie auch immer dieser Fall erreichbar ist. Die Kosten sind dann allerdings ungleich höher. Das Institut für Lernsysteme (ILS) in Hamburg beispielsweise bekommt/bekam erhebliche Zuschüsse vom Bund für die im Ausland lebenden deutschen Kinder. Das Bundesministerium für Bildung und Familie (BMBF) hat sich auch an den Kosten für die Entwicklung des Programms beteiligt.

Schulbefreit sind z.B. Asylanten, manche Promis (siehe Kaulitz von TokioHotel), Extremstverweigerer, Ausgeschulte, Expatriots, Besucher oder Urlauber. Normalerweise kann Schulbefreiung für ein Jahr ausgesprochen werden für ein Auslandsjahr, wegen Mutterschaft oder vorübergehenden Verzugs der Familie. Eine Familie, dessen hochbegabtes Kind (engl.: underachiever, wörtl. etwa: Unterschreiter) in einer Hauptschule gelandet war, nachdem die Leistungen immer mehr abgefallen waren, wurde, natürlich auf Antrag, von der Bürde des Schulbesuchs befreit. Damals hat der Rektor der Hauptschule das Kind kurzerhand für ein Jahr beurlaubt, damit die Mutter zur Förderung ihres Sohnes freie Hand hätte. In vielen Bundesländern (vielleicht sogar in allen) darf eine Schulleiterin/ein Schulleiter auf eigene Verantwortung eine Beurlaubung bis zu einem Jahr aussprechen. Es gibt da wohl aber einen gewissen Ermessensspielraum. Im beschriebenen Fall war dieser Rektor sogar positiv eingestellt. Er war froh, dass das Kind so eine Chance bekam, die in seiner Schule niemals möglich gewesen wäre. Auch andere legale oder grauzonige Lösungen und Zeiträume sind bekannt geworden, für die ein Rektor oder manchmal auch ein Schulamt dann gerade steht. Wo kein Kläger, da kein Richter. Natürlich sind das alles absolute Ausnahmen. Diese Geschichten gewähren einem aber den Hoffnungsschimmer, dass es hin und wieder noch Menschen gibt, bei denen das wirkliche Kindeswohl im Mittelpunkt steht. (JE für SFeV)

29. August 2008

Familien, Kinder und Jugendliche

Immer mehr Kinder werden vernachlässigt
Erstmals beleuchten Experten das Ausmaß von Kindesvernachlässigung in NRW. Das seelische und körperliche Leid der Kinder nimmt offenbar zu. Experten setzen vor allem auf eine Strategie, um den Wehrlosesten zu helfen: den familiär-fürsorglichen Staat ...
Anders als die Ausmaße sind die Ursachen der Gewalt vergleichsweise gründlich erforscht. Und trotzdem überraschten die am Donnerstag präsentierten Ergebnisse. Denn die Experten zogen bei ihrer Ursachenanalyse sämtliche Register konservativer Kulturkritik.
Fast alle beschworen eine große Gefahr: die Durchlöcherung der Familie in der hyperliberal-individualistischen Gesellschaft. Und fast alle ließen ihre Ausführungen in dem Gedanken gipfeln, das von aller Bindung, Tradition und vorgegebenen Ordnung befreite Individuum lebe zu isoliert und sei dadurch zu schnell überfordert - vor allem mit der Elternrolle.
"Hohe Scheidungsraten und häufiger Partnerwechsel" machten beispielsweise laut Erwin Jordan vom Institut für soziale Arbeit (ISA) Elternhäuser immer instabiler und produzierten zunehmend überforderte, alleinerziehende oder verantwortungslose Erziehungsberechtigte. ...
Quelle: WamS am 24.08.2008


Endstation Kinderpsychiatrie:
Wie schwierige Kinder abgeschoben werden
Die Statistik beweist es: Immer mehr verhaltensauffällige Kinder werden in die Kinder – und Jugendpsychiatrie eingewiesen. Aber gehören sie auch alle dort hin? Der Blick hinter die Mauern gelingt so gut wie nie, es gibt kaum Studien, Ärzte haben Schweigepflicht nach außen. Viele Kinder sind dort mit Diagnosen, die „Störung des Sozialverhaltens“ beinhalten – für die Psychiatrie eine Krankheit: Oft bekommen sie Medikamente, werden ruhig gestellt. Sind diese Kinder krank oder wären sie nicht in speziellen Jugendhilfeeinrichtungen besser aufgehoben? ...
Quelle: WDR-Sendung "Monitor" am 14.08.2008
Individuelle Förderung
Schule versagt, Eltern müssen ran
Das aktuelle Bildungsbarometer des Zentrums für empirische pädagogische Forschung zeigt: Förderung wird in unseren Schulen unprofessionell gehandhabt. Eltern zücken den Geldbeutel und springen in die Bresche.
Wie wird in unserem Bildungssystem gefördert, wer ist dabei einbezogen, wie kommt die Förderung bei den direkt und indirekt Betroffenen an? 1510 Schüler, Lehrer, Ausbilder und Eltern haben den Online-Fragebogen des Zepf-Bildungsbarometers vollständig bearbeitet, 510 davon in der Funktion als Eltern und 545 als Lehrkräfte. Ein zentrales Ergebnis: Eltern bezeichnen die Zusammenarbeit mit den Lehrkräften bei der Förderung der Kinder in den Schulen als nur befriedigend – kein akzeptables Resultat ...
Quelle: Focus Schule am 27.08.2008

22. August 2008

Familien, Kinder und Jugendliche #36

Frühkindliche Förderung
Mehr Bildung für die armen Babys ...
Ein Verdacht drängt sich auf. Kühle Ökonomen rauben den Kleinkindern die letzte Oase der Freiheit, um eine höhere Rendite aus den Bildungsinvestitionen herauszuschlagen. Die Schonzeit von null bis drei Jahren, in denen das Leben noch keine Termine kennt, wird frühkindlichen Karriereprogrammen geopfert: Englisch für Dreijährige, Musikschule für Wickelkinder und Schach für Zappelphilippe. Eine beängstigende Vision. ...
Trotzdem wäre es ein gravierender Fehler, die Kinder ihrem familiären Umfeld zu entfremden. Ganztagsbetreuung ist in den ersten Jahren nicht die Alternative zum verwahrlosten Umfeld. „Das frühe Familienleben ist heilig“, sagt Heckman. Dementsprechend wurden die Kinder in den Versuchsgruppen auch nur zeitweise in die Vorschule gebracht. Das Wichtigste war: Einmal pro Woche kam die Erzieherin in jede Familie nach Hause. Sie hatte neunzig Minuten Zeit, um mit der Mutter über die Entwicklung ihres Kindes zu reden. Wenn eine Mutter verstand, wie wichtig Vorlesen ist, war sie auch in der Lage, ihr Kind besser zu motivieren. Davon haben dann die Kinder profitiert. „Es geht darum, den Charakter zu bilden und die kleinen Kinder zu motivieren“, sagt Heckman. „Das ist viel wichtiger, als sich ausschließlich um kognitive Fähigkeiten zu kümmern.“
Muss jetzt also wieder einmal noch mehr Geld in die Bildung gepumpt werden? Ifo-Mann Wößmann schüttelt den Kopf: „Das deutsche Bildungssystem leidet weniger an Unterfinanzierung als an ineffizienten Strukturen.“ ...
Quelle: FAZ am 19.08.2008


Mehr Elterngeld, mehr Kinder?
Bekommen Frauen wieder mehr Kinder, weil sich das ökonomisch stärker lohnt?
Erstmals seit dem Jahr 2000 ist die durchschnittliche Kinderzahl je Frau in Deutschland im Jahr 2007 wieder angestiegen. Das belegen neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die an diesem Mittwoch veröffentlicht worden sind. Ob die Zahlen nun einen positiven Effekt des Elterngeldes zeigen, ist unter Forschern jedoch höchst umstritten. ...
„Der Anstieg der Geburtenzahl ist so minimal, dass es regelrecht tollkühn wäre, ihn irgendwelchen politischen Maßnahmen zuzuschreiben“, sagte der Bevölkerungswissenschaftler Herwig Birg ...
Quelle: FAZ am 20.082008

15. August 2008

Familien, Kinder und Jugendliche #35

Alles für das Kindeswohl
Seelenäußerungen der 5 Gorber-Töchter im Heim
(in das sie gegen ihren und ihrer Eltern Willen verbracht wurden) ...
Zwei der Mädchen zur Frage eines weiteren Verbleibs im Heim:
„Wir kommen uns vor wie ein Vogel in einem Käfig - nicht einmal einem goldenen, sondern einem aus Messing."
„Mich hält hier nichts!! Ich will nach Hause!!!"
Der Ausruf sei einem Vulkanausbruch gleichgekommen; sie habe mit einer solchen Heftigkeit gesprochen, die man diesem zarten Mädchen nicht zugetraut hatte.
Eine Schwester von ihr beklagt:
„Wir haben den Eindruck, dass es bei den ganzen Maßnahmen nicht um das Kindeswohl geht; die meinen, unser Kindeswohl sei erfüllt, wenn unsere Familie zerschlagen wird! Die wollen, dass Mutti und Papa seelisch zermürbt werden ..."
Mit den Tränen kämpfend sagte eine der über 10-jährigen Töchter:
„Dass ich aus dem Kinderheim raus will, nach Hause, und der Richter soll sich mit der Entscheidung beeilen. ... wir wollen nach Hause, und der Richter soll dafür mal ins Kinderheim gesteckt werden, dass er mal das Gefühl dafür bekommt, was das ist, wenn man im Kinderheim sein muss!"
Quelle: Medrum am 01.08.2008


Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel antwortete auf die Frage der Mitbürgerin Angelika Kraus im Juni 2008 folgendes:
Verstöße Deutscher Jugendämter gegen Menschenrechte
Sehr geehrte Frau Kraus,
vielen Dank für Ihre Anfrage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.
Vor dem Hintergrund der spektakulären Fälle von Kindesvernachlässigung und -misshandlung, die in jüngster Zeit bekannt geworden sind, sind die Jugendämter zu Recht besonders aufmerksam. Wenn das Jugendamt ein Kind oder einen Jugendlichen in seine Obhut nimmt, greift es zu einer der letzten Möglichkeiten, um Minderjährige zu schützen. Damit leisteten die Ämter gefährdeten Kindern "erste Hilfe" in einer akuten Notsituation.
Zu Diskriminierungen durch Träger der öffentlichen Jugendhilfe kam es dabei nur in einigen wenigen Fällen. Das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) hat sich intensiv mit den Petitionen an den EU-Petitionsausschuss befasst. Die Befürchtung, dass die Petitionen auf ein grundlegendes Problem hindeuten, hat sich erfreulicherweise nicht bestätigt.
Die Europäische Kommission hat nach den Anhörungen keine Veranlassung gesehen, aktiv zu werden. Das lässt den Schluss zu, dass die Petitionen Einzelfälle betreffen, bei denen schwierige Trennungs- und Scheidungssituationen ein hohes Konfliktpotenzial hervorbringen – ein Konfliktpotential, das sich auch gegen die Mitarbeiter der Jugendämter richtet.
Der Umgang mit hochstrittigen Trennungssituationen von Eltern erfordert ein großes Maß an Kompetenz und Professionalität. Deshalb fördert das BMFSFJ derzeit ein Modellprojekt, mit dem Hilfestellungen für die Beratungspraxis bei schwierigen Trennungs- und Scheidungssituationen entwickelt werden. Das zeigt einmal mehr, dass die Sorgen und Probleme von Eltern und Kindern ernst genommen werden. Daher sehen wir für den Gesetzgeber keinen Handlungsbedarf bezüglich der Bamberger Erklärung.
Es steht außer Frage, dass die Jugendämter mit ihren Fachkräften Familien in vielen schwierigen und komplexen Situationen echte Hilfe leisten – zum Schutz und zum Wohl der Kinder.
Quelle: http://www.direktzu.de/kanzlerin/messages/16992
Vom Petitionsausschuß der Europäischen Kommission hörte man auf Nachfrage am 13.08.2008 Folgendes:
"Noch vor der Sommerpause kam das Deutsche Jugendamt im Petitionsausschuß unter heftige Kritik. Es ist ein Bericht erstellt worden und die Kommission versicherte uns, den Bann von Homeschooling beim nächsten Treffen mit den deutschen Vertretungen auf die Tagesordnung zu setzen." (Kathy Sinnott, EU-Parlament)
Original: "In the petitions committee before the summer the jugendamt came under severe criticism. A report is being produced and the commision assured us that they would bring the ban on homeschooling up at there next meeting with the German authorities." (Kathy Sinnott, EU-Parlament)
Quelle: Email-Netzwerk

1. August 2008

Familien, Kinder und Jugendliche

„Meine Kinder sollen immer wissen, wohin sie gehören und die Liebe der Familie spüren“
(James Bond Darsteller Pierce Brosnan)
Quelle: Südkurier am 26.07.2008
Anmerkung: Pierce Brosnan gilt ansonsten als vorbildlicher Familienvater - und kommt aus Irland, wo seit 1948 verfassungsgarantierte und umfassende Bildungsfreiheit besteht.


Schulkinder sollen ihre Eltern bespitzeln
Kanton Zürich müssen Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler ausserhalb der regulären Schulpflicht einen «Fragebogen für Jugendliche» zu ihrem Wohlbefinden, zur Ernährung, zu Problemen in der Familie, verübten Straftaten, illegalem Drogenkonsum und zu ihrem Sexualleben ausfüllen. Dabei sollen sie auch ihr soziales Umfeld mit einbeziehen und preisgeben. Und das bewusst hinter dem Rücken der Eltern....
Dahinter steckt taktisches Kalkül der Bildungsdirektion, die immer mehr Einfluss auf die Erziehung der Kinder nehmen will. Die Kleinen sollen bereits ab vier Jahren die Vorschule besuchen und wenn möglich ganztags betreut werden. So haben mehrere Kantone in jüngster Zeit entsprechende Volksschulgesetze erlassen. Den Eltern fallen demzufolge zunehmend nur noch Verpflichtungen zu. Sie müssen ihre Kinder morgens sauber und gepflegt in die staatliche Obhut geben, abends abholen, dann füttern und ins Bett schicken. Und natürlich vor allem zahlen. Auch wenn ihnen die Erziehung zunehmend entzogen wird, bleiben sie selbstverständlich für jede Fehlentwicklung allein verantwortlich. ...
Quelle: Aus einer Pressemeldung des Vereins Kinder ohne Rechte vom 01.07.2008
"Die Eltern haben ein Recht darauf zu wissen, wie gut die Schule ist, auf die sie ihr Kind schicken." (Prof. Wilfried Bos, Leiter des Instituts für Schulentwicklung, Dortmund)
Quelle: TAZ am 21.5.2008
Umfrage:
Ist der Trend zu mehr Kinderbetreuung positiv?
Ja, viele Familien sind heute auf Zweitverdiener angewiesen. (14,89%)
Nein, ein Elternteil sollte sich künftig wieder um die Kinderbetreuung kümmern. (85,11%)
Isgesamt wurden bisher 631 Stimmen abgegeben.
Quelle: Umfrage im Südkurier am 31.07.2008

25. Juli 2008

Familien, Kinder und Jugendliche

Familienrechner: Fair geht anders - Was der Staat uns aus den Taschen zieht.
Die Familienarmut in Deutschland nimmt kontinuierlich zu. Der «Kinderreport Deutschland 2007» des Deutschen Kinderhilfswerks berichtet, dass sich seit Einführung des Arbeitslosengeldes II im Jahre 2005 die Zahl der auf Sozialhilfe angewiesenen Jungen und Mädchen auf mehr als 2,5 Millionen verdoppelt hat. War 1965 nur jedes 75. Kind unter sieben Jahren auf Sozialhilfe angewiesen, ist es im Jahr 2008 jedes sechste Kind – und das bei einer Halbierung der Kinderzahl seit 1965. Doch der Staat reagiert auf diese dramatische Entwicklung mit ungeeigneten Maßnahmen statt den Familien das Geld zu gewähren, das ihnen zusteht. ...
Der Netzwerk-Rechner zeigt auf:
· dass alle Eltern mit Kindern im Haushalt mehr „Netto" haben,
· die Höhe des  „Kindergeldes", das nach Abzug der gesetzlich vorgeschriebenen Steuerrückerstattung übrig bleibt (Zeile „verbleibendes Kindergeld"),
· den Geldbetrag, den der Staat den Familien noch erstatten kann, ehe er aus anderen Steuerquellen „Zuschüsse" finanzieren müsste.
Quelle und Interaktion: Familiennetzwerk hier


Sorgerecht - Sendungstipp
Am Montag, den 28.7. um 21.15 Uhr läuft im Bayerischen Fernsehen ein Beitrag über die jugendamtsgeschädigte Familie Rimmel aus Erlangen in der Sendung „Geld und Leben“.
Familie Busekros in Erlangen, selbst einst im Visier eines ausschreitenden Jugendamts, kennt Familie Rimmel eigenen Angaben zufolge inzwischen gut und leiden mit ihnen. Die 1 ½ jährige Tochter/Enkeltochter ist seit ca. 1 Jahr weggenommen. Drangsaliert wird die Familie schon mehrere Jahre, seit die Eltern der jetzigen Mutter einmal das Jugendamt um Hilfe baten. Bei ihnen waren / sind – wie einst bei Busekros' – Dr. Schanda (Klinikum Nürnberg Nord), JA-Mitarbeiterin Heppel, Verfahrenspflegerin Schmid und neu der Gutachter Prof. Spangler am Werke.
Familien in Gefahr - Kinder in Not
Wie Gutachter, Richter, Jugendämter und Verfahrenspfleger unsere Familien zerstören
Jedes Jahr werden in Deutschland rd. 210.000 Ehen geschieden, erleben 170.000 Kinder den Zerfall ihrer Familien. Diese Zahlen ergeben sich aus einem statistisch erfassten Zeitraum von zehn Jahren (1996 - 2006). In dieser Zeitspanne erfolgten insgesamt 2,1 Millionen Scheidungen. 1,7 Mio Kinder müssen sich in zerrütteten, kaputten Familien zurecht finden - eine alarmierende Zahl. Sie lässt nur ahnen, wie viel Leid, Verzweiflung, Not und Armut sich dahinter verbergen. ...
Quelle: http://www.moehnle.eu/themen/familie.htm

6. Juli 2008

Familien, Kinder und Jugendliche #32

Eltern in Großbritannien brauchen bald Regierungserlaubnis um ihre eigenen Kinder zu küssen. Die Agenda hinter den weitreichenden Maßnahmen die als "Kinderschutz" beworben werden, ist die Auslöschung der elterlichen Rechte sowie die Übergabe der Kinder an den Staat, so wie es in Hitlerdeutschland und anderen Diktaturen in der Geschichte geschehen war. ...
Quelle: infokrieg.tv am 26.06.2008


Bildungsdirektion veranlasst Bespitzelung von Eltern
Im Kanton Zürich werden Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler ausserhalb der regulären Schulpflicht mit einem «Fragebogen für Jugendliche» über ihr Wohlbefinden, die Ernährung, Probleme in der Familie, verübte Straftaten, illegalen Drogenkonsum und ihr Sexualleben ausgefragt. Dabei sollen sie ihr soziales Umfeld miteinbeziehen und mitbelasten. Die Eltern werden darüber bewusst nicht in Kenntnis gesetzt.
Quelle: Kinder ohne Rechte Newsletter vom 01.07.2008

27. Juni 2008

Familien, Kinder und Jugendliche

Ein Aufruf des Vereins Verantwortung für die Familie:
"Manche Eltern resignieren angesichts der beinahe täglich in der Presse zu lesenden Berichte, dass man Kinder problemlos abgeben könne und Krippen aller Orten wie Pilze sprießen.
Doch es gibt Anwälte der Kinder: Die Oberlandesgerichte im Lande schauen genau hin, ob das den Kindern auch bekommt und wie sehr sie die elterliche Betreuung doch noch benötigen.
Nehmen wir doch auch uns die Freiheit, nicht alles zu glauben und zu schlucken, was uns an unkindgemäßen Ideologien vorgesetzt wird!
Ihr Team von Verantwortung für die Familie
Bitte leiten Sie diesen Newsletter an interessierte Eltern weiter."
Anmeldung zum Direktbezug unter: www.vfa-ev.de/newsl.htm
Verantwortung für die Familie e.V., Albertstr. 14, D-29525 Uelzen
Antwortmail: vfa-newsletter@eccm.de


Information des Familiennetzwerks:
Die offene Ganztagsgrundschule NRW startete im Schuljahr 2003/04 mit 235 Schulen, die für etwa 11.500 Grundschüler(innen) einen Ganztagsplatz zur Verfügung stellten. Im vierten Jahr der Umsetzung des Programms, d.h. im Schuljahr 2006/2007, haben sich die Zahl der offenen Ganztagsschulen im Primarbereich auf 2.200 und das Angebot an Plätzen auf 115.700 praktisch verzehnfacht. Etwas über 15% aller Kinder im Grundschulalter waren somit in der OGS angemeldet. Im 2007/08 gab es 164.500 Plätze für rund 21% der Grundschüler(innen) in 2.920 offenen Ganztagsschulen.Offene Ganztagsschulen haben damit einen Anteil von etwa 78 % an allen Grundschulen erreicht.
Tagesschau.de hat ein Interview mit dem Soziologen Prof. Müller-Benedict zum Thema Ganztags- und Gesamtschulen durchgeführt: "Wir müssen den Einfluss der Eltern schwächen".

21. Juni 2008

Familien, Kinder und Jugendliche

Schulgesetze: Instrumente gesellschaftlicher Bevormundung (I)
Inhalt: Die Familie ist Lebenskeimzelle und Grundstruktur überlebensfähiger Gesellschaften - Von der Demokratie zur Demokratur - Demokratur oder Familie? - Volksschulerfahrungen - Nichts zu machen? - Familien stehen zusammen - Eltern stehen auf - Totalitäre Freiheit–(k)ein Widerspruch? - Wenn Freiheit gleichzeitig Zwang bedeutet–Orwellsches Neusprech - Ungeheure Kosten entstehen
Der Leidensdruck nimmt täglich zu, doch ist er noch zu gering, als dass der Aufschrei in der Öffentlichkeit vernehmbar wäre. Selbst wo er hörbar ist, wird er gerne verkannt, von Lehrern, von Behörden, von den Medien im Allgemeinen nicht zu sprechen. Dabei wäre es doch Aufgabe der Medien, solche Leidenszeichen aufzugreifen, den Ursachen nachzufragen und sich für gangbare Alternativen zu interessieren. ...
Wer schützt die Familie vor behördlicher Willkür? Wer schützt engagierte Eltern davor, für ihre Arbeit kriminalisiert zu werden? Wenn Schulgesetzte als Instrumente der Bevormundung missbraucht werden, wenn Recht auf Bildung Schulzwang bedeuten, werden Bildungsfreiheit und –rechte, Elternpflichten und -rechte zu leeren Worthülsen. ...
Quelle: Readers Edition (CH) am 18.06.2008


Medienkonsum: Wie Kinder dadurch den Realitätsbezug verlieren
"Kinder, die ihre Zeit in Medienwelten verbringen, versäumen das reale Leben", warnt der Hamburger Therapeut Georg Romer (im abgedruckten Interview).
Quelle: Die Zeit am 12.06.2008
Anmerkung: Wir warnen: Kinder, die ihre Zeit in Schulen verbringen, versäumen das reale Leben! :-)
Kinderärzte: Datenschutz lockern
«Es muss eine Lockerung des Datenschutzes im Interesse des Kindeswohles geben», so die Forderung von Dr. Wolfram Hartmann gegenüber der Osnabrücker Zeitung. Die Mediziner sollten die Möglichkeit erhalten - ohne vorher die Eltern zu fragen - Helfer einzuschalten. Auch sollten alle Neugeborene von Mitarbeitern des Jugendamtes oder des Gesundheitsamtes aufgesucht werden, um Risikostrukturen rechtzeitig zu erkennen und den Familien niedrigschwellige Hilfen anzubieten. In Extremfällen müsste ein Kind aus der Familie herausgenommen werden. Denn laut Dr. Hartmann seien Kinder kein Besitztum der Eltern, sondern Persönlichkeiten mit eigenständigen Rechten.
Quelle: Osnabrücker Zeitung am 17.06.2008
Anmerkung: Wenn Sie noch der Meinung sind, dass Kinder ein Recht auf ihre Eltern haben, schreiben Sie doch an dr.w.hartmann-kreuztal(@)t-online.de .

14. Juni 2008

Familie und Kinder

Jugendämter entziehen immer öfter das Sorgerecht ...
tagesschau.de: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg die Zahl der Fälle von Sorgerechtsentzug von 2004 bis 2006 um 22 Prozent. Wie erklären Sie sich einen derart deutlichen Anstieg?
Rauschenbach: Es gibt zwei Erklärungsmöglichkeiten: Zum einen haben die Probleme zugenommen. Zum anderen hat die Sensibilität für die Probleme zugenommen. Ich glaube, es ist eine Mischung aus beidem. Hinzu kommt, dass sich die Gesetzeslage zum Oktober 2005 geändert hat. Mit Paragraph 8a des Achten Sozialgesetzbuches ist der staatliche Schutzauftrag als Aufgabe der Jugendämter und der freien Träger konkretisiert worden. Damit ist auch deren Verantwortung gewachsen, einzugreifen. Ich wage deshalb die Prognose, dass die Zahlen für 2007 und 2008 noch höher ausfallen werden.
Infografik Sorgerechtsentzug  Rund 9600 Eltern verloren 2006 das Sorgerecht für ihre Kinder. 1000 Kinder mehr als noch 2005
...
tagesschau.de: Herrscht unter Jugendamtsmitarbeitern, angesichts des hohen medialen Interesses an Missbrauchsfällen, Angst davor zu spät einzugreifen?

Rauschenbach: Sicher. Wir verlagern im Moment die Entscheidung auf den einzelnen Mitarbeiter bzw. das einzelne Jugendamt, ohne dass wir ihnen angemessene Unterstützung bieten. Ich habe die große Sorge, dass bewährte und gute Mitarbeiter diese Verantwortung nicht mehr tragen wollen. Und dass dann in der Folge weniger geschultes Personen eingesetzt wird. Wir brauchen einfach gut ausgebildetes und qualifiziertes Personal. Aber vor allem fehlt den Jugendämtern die öffentliche Unterstützung. Eher wird das Jugendamt angeklagt, anstatt dass man fragt, wie muss man das Jugendamt ausstatten, damit es diesem Anspruch gerecht werden kann.
Quelle: Tageschau.de am 07.06.2008


Familienpolitik. SPD beschließt Aktionsplan gegen Kinderarmut.
Quelle: Die Welt am 09.06.2008
Anmerkung dazu von www.familientrends.de: In dem Plan stellt die SPD 10 Handlungsansätze zur Bekämpfung der Kinderarmut vor. Im Kern laufen sie darauf hinaus, die Erziehung von Kleinkindern in zu staatlichen Eltern-Kind-Zentren ausgebauten Kitas unter Aufsicht der Jugendämter zu konzentrieren. Zuvor sollen die Jugendämter zu Dienstleistern ausgebaut werden. In diesen "Zentren" (Uns ist übrigens schon eine gute Abkürzung für diese Zentren eingefallen, die, da sie sehr böse Assoziationen weckt, wir aber lieber nicht nennen wollen.) sollen die Kleinen dann aber ein kostenloses Mittagessen erhalten. ...
Jugendämter sollen Problemfamilien unangemeldet kontrollieren
Mehr Schutz für Kinder vor Gewalt und Vernachlässigung: Die Richtlinien für Jugendämter sollen deutlich verschärft werden. Auch unangemeldet sollen die Mitarbeiter künftig in Problemfamilien erscheinen, wenn es Anhaltspunkte für Kindesmisshandlung oder Vernachlässigung gibt. ...
Die Ministerpräsidenten und Merkel wollen auch den Datenaustausch zwischen den Ländern zum Kinderschutz ausweiten. Unter dem Motto "Datenschutz darf Kinderschutz nicht behindern" soll bundesweit sichergestellt werden, dass bei einem Wohnwechsel dem neuen Jugendamt alle für die Kinder- und Jugendhilfe nötigen Informationen übermittelt werden. ...
Quelle: Spiegel am 12.06.2008
Film-Hinweis
Ein Vater kämpft um seine Kinder ( 09.06.2008 um 00:00 Uhr in der ARD ).
Dazu die Email von Herrn Peter Briody:
Sehr geehrte Damen und Herren
„... das Gesetz ist ein Esel“, sagte Mr. Bumble in „Oliver Twist“.
Dass die Iren mit ihrem Rechtsystem auch zu kämpfen haben, erkennt man in dem Film
Dies ist eine Film-Version einer wahren Geschichte, des erfolgreichen Wegs zum irischen Verfassungsgericht.  Das Original, in English, hat den Titel "Evelyn", den Namen des ältesten Kindes.
Der Unterscheid zu Deutschland ist, dass die Deutschen noch zusätzlich mit einem Pseudo-Justiz kämpfen müssen, die zwar auch ein Esel ist, aber die Rechtsbeugung grundsätzlich nicht verfolgt. Mann kann spekulieren, ob in einer äquivalenten Situation in Deutschland der Kampf ebenfalls erfolgreich gewesen wäre - gegen ein korruptes Jugendamt und seine Komplizen in der Justiz.
Die Iren sind zu beneiden: Sie haben nur den Esel zu bekämpfen.
Mit freundlichen Grüßen peter briody
(Herr Briody ist Ire und war Richter bei der Royal Air Force.

6. Juni 2008

Literatur

Buchbesprechung von S. Sedlaczek:

"Erledigt: Die verratene Familie. Politik ohne Zukunft"

von Jürgen Liminski

Der meisthin natürliche Bildungsort seit Menschengedenken für Kinder ist die Familie. Das beginnt sich erst jetzt zu ändern und die Politik, die gleichsam Familie und Bildung staatlich zu ersetzen sucht, beschädigt damit gleichsam beides: gute Bildung und gute Familien. Dies ist kein Zufall und so macht die Betrachtung der staatlich verursachten Probleme, die die Familien im Zeichen des Politik- und Staatswahnes zu erleiden haben, Sinn, auch um zu verstehen, warum die Bildungsfreiheit insbesondere in Deutschland derart eingeschränkt ist. ...
Darin besteht ja auch der Verrat: Die Politik redet sonntags von Familienpolitik als Politik für Familien und macht Familien werktags mittels Familienpolitik gegen Familien kaputt. Wie zuletzt am 24.04.2008 als der Bundestag einstimmig noch stärkere staatliche „Eingriffe in Familienstrukturen“ ermöglichte. Es ist das Verdienst des Autors, auch dies erkannt zu haben.
Quelle: http://bildungsfreiheit.org/?id=4710

Familien und Kinder

Warum bayerische Richter immer wieder denselben Gutachter bestellten
Verquickung von Gerichten und Gutachterfirma beschäftigt das Justizministerium - Kritiker fürchten Monopolstellung - "Gefahr der Kumpanei" ...
Schon seit Jahren steht die GWG in der Kritik. Mehrmals haben sich der Bayerische Landtag und das Justizministerium mit Beschwerden über die GWG auseinandersetzen müssen. Zumeist handelte es sich um strittige familiengerichtliche Verfahren, bei denen es vor allem um das Sorgerecht der Kinder ging. In dem Schreiben der Justizministerin heißt es, die Beschwerdeführer warfen den Gutachtern der GWG einseitiges, unwissenschaftliches oder zu kostenintensives Vorgehen vor. ...
Quelle: Welt am 2.06.02008


Mehr Bildung - gluecklichere Kinder und Jugendliche?
- UEberraschende Ergebnisse des UNICEF Berichtes
Der aktuelle UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland ueberrascht nicht nur mit seiner in offiziellen Studien (und der politischen Praxis) selten geworden Einschaetzung zum Stellenwert von Eltern bei der kindlichen Entwicklung (vgl. HBF 26.05.08). Nicht weniger lesenswert ist das Urteil ueber die Moeglichkeiten des Bildungssystems, Kindern bei der Entwicklung zu einer stabilen und sozialen Persoenlichkeit zu helfen. Unter diesem Blickwinkel betrachtet, liefern gerade die Spitzenreiter der PISA-Bildungsstudien (z.B. Finnland oder Kanada) und die Krippen-Vorzeigelaender heilsam ernuechternde Ergebnisse.
Quelle: Heidelberger Büro für Familienfragen und soziale Sicherheit (HBF) vom 2.06.2008
Kinderarmut
„Die Politik tut nichts“
Die Bundesregierung kümmert sich zu wenig um die Probleme armer Kinder, kritisiert Wolfram Hartmann vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. ...
Hartmann: Viele Eltern können Grundbedürfnisse ihrer Kinder in puncto Ernährung und Bewegung nicht erfüllen, sie geben aber auch zu wenig Anregungen. Diese Kinder haben häufig ein niedriges Selbstwertgefühl, neigen zu Depressionen und fühlen sich benachteiligt. In der Schule fallen sie oft durch aggressives Verhalten auf. ...
Quelle: Focus am 01.06.2008
Familiennetzwerk spricht von Entrechtung der Eltern.
Der Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren, der Ausbau der behördlichen Kinder- und Jugendhilfe sowie zunehmende Sorgerechtsentzüge trügen Züge einer zunehmenden Entrechtung von Eltern, so Maria Steuer. ...
Quelle: factum-magazin am 03.06.2008

31. Mai 2008

Familien und Kinder

Unicef-Bericht: Warum von der Leyen mehr arme Kinder zählt als Scholz
Familienministerin kündigt höheres Kindergeld für große Familien an - SPD hält Ausbau der Infrastruktur und kostenloses Schulessen für sinnvoller
Quelle: Die Welt am 27.05.2008


Jedes sechste Kind von Armut bedroht
Die Armutsdebatte spaltet die Bundesregierung .. .
Nach einem Bericht des Familienministeriums sind 17 Prozent der Kinder (jedes sechste Kind) in Deutschland von Armut bedroht. Knapp 40 Prozent der Kinder von Alleinerziehenden gelten als arm, ebenso 30 Prozent der Kinder aus Migrantenfamilien. Am stärksten betroffen sind Kinder und Jugendliche in Haushalten mit Hartz-IV-Bezug. Hier liegt das Armutsrisiko bei 65 Prozent. ...
Quelle: Finacial Times Deutschland am 26.05.2008
Prognos-Institut: Kinderarmut größer als erwartet
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat davor gewarnt, die Armut von Kindern in Deutschland zu unterschätzen. Sie legt alarmierende Zahlen vor. ...
Quelle: Focus am 26.05.2008

23. Mai 2008

Lernen, wo es am Schönsten ist

Groenevelds sind eine multinationale Familie aus Südafrika, mit holländisch-italienisch-irischen Wurzeln. Steven Groeneveld ist seit über 20 Jahren in Südafrika, Italien, USA und Deutschland als hochspezialisierter Flugzeugbau-Ingenieur tätig, derzeit bei einem internationalen Konzern in Bremen. Groenevelds wollen ihre 4 Kinder, zwischen 5 und 14 Jahren, trotz der häufigen Umzüge, optimal fördern und bilden. Daher haben sie sich für den Bildungsweg des freien Lernens ohne Schule (Homeschooling/Unschooling) entschieden, der weltweit immer mehr Zulauf erhält. So werden die Kinder nicht zwischen unterschiedlichen Schulsystemen und Sprachen zerrieben und erhalten eine kontinuierliche Bildung in ihrer Muttersprache, Englisch. Ihr Lernen wird von der ebenfalls akademisch gebildeten Mutter, die früher selbst als Lehrerin und Journalistin tätig war, betreut und begleitet.
Seit 4 Jahren leben Groenevelds in Lilienthal bei Bremen, wo ihre Kinder in zahlreichen Gruppen und Vereinen aktiv waren und viele Freundschaften geschlossen haben. Von ihren deutschen Vereinskameraden und Freuden haben sie auch sehr gut Deutsch gelernt. Seit vielen Monaten sehen die Kinder ihren Vater nur noch selten, denn die deutschen Schulbehörden haben die Familie gezwungen die Bildung ihrer Kinder im Ausland fortzusetzen. Der Vater lebt derzeit überwiegend allein im Zuhause der Familie in Lilienthal, und ärgert sich: "Allen Ländern, die aufgrund meines Berufs in Frage kommen, ist lernen ohne Schulbesuch selbstverständlich möglich. Nur in Deutschland besteht man seit 1938 auf einer völlig überholten Schulanwesenheitspflicht."
Besonders empörend finden Steven und Rina Groeneveld, dass deutsche Familien im Ausland mit Billigung des Auswärtigen Amtes sehr wohl ohne Schule lernen dürfen und anschliessend problemlos einen deutschen Schulabschluss erhalten, Ausländer in Deutschland jedoch in die deutsche Schule gezwungen werden. "Deutsche im Ausland nehmen die dort herrschende Bildungsfreiheit gern für sich in Anspruch. Ausländer, die nur vorübergehend in Deutschland sind, werden mit einem uralten Gesetz unter Druck gesetzt und kriminalisiert. Das ist doch lächerlich!"
Groenevelds verstehen auch nicht wieso der deutsche Staat seine Bürger in Sachen Bildung so bevormundet. Sie empfinden das als Anmaßung. "Unsere irischen und südafrikanischen Freunde und Verwandten wollen uns das gar nicht glauben und regen sich sehr darüber auf. Sie sagen dann, es sei doch gut, dass wir dieses schreckliche Land verlassen haben. Aber die Kinder haben sich in Deutschland sehr wohl gefühlt und würden gern wieder bei ihrem Papa sein." Daher kämpft die Familie, wie die Bremer Familie Neubronner, für ihr Recht, in Deutschland Homeschooling zu betreiben. Sie wurde jetzt zu einer Anhörung vor das Verwaltungsgericht Stade geladen, am 02.06. am 10:45 Uhr findet die mündliche Verhandlung statt.
Für Ingenieur Steven Groeneveld steht fest, "Wenn man uns zwingen will, die Kinder in eine Schule zu schicken, suche ich mir lieber einen Job außerhalb Deutschlands." Die Familie kennt mehrere Fälle, wo hochqualifizierte Kollegen der Bildungskontinuität ihrer Kinder zuliebe ebenfalls eine Vorübergehende Trennung in Kauf nehmen und in Deutschland als Strohwitwer leben. Andere haben sich wegen des "German Schulzwang" von vorn herein gegen Jobangebote aus Deutschland entschieden. Aber, "Das ist, trotz des Fachkräftemangels, den deutschen Behörden offenbar egal.", wundern sich Groenevelds. Ihre Petition an die EU wurde angenommen, aber bis die Europäische Gemeinschaft sich um das Thema kümmert, wird noch einige Zeit vergehen - vielleicht zu viel, um für Familie Groeneveld noch hilfreich zu sein.

Weitere Information:
Email: rinagroeneveld@hotmail.com
RA Matthias Westerholt 0421 1655290

Familie, Kinder und Erziehung

"Wir vertrauen Eltern einfach"
Erfurt. (tlz) "Wahlfreiheit und die Anerkennung häuslicher Betreuung und Erziehung sind in Finnland in einer Weise verwirklicht, wie wir uns das für Deutschland nur wünschen können." Das ist das Fazit des sozialpolitischen Sprechers der CDU-Landtagsfraktion, Michael Panse, der mit dem Landtagsbildungsausschuss in Finnland war. Den Eltern werde Vertrauen entgegengebracht. ...
Quelle: TLZ am 22.05.2008


Wer Familie sagt, denkt vor allem an Kinderbetreuung …?
... Heute ist eine Mutter dann stolz auf sich, wenn es ihr gelingt, trotz Kind(ern) möglichst unterbrechungslos ihre Karriere zu verfolgen. Das ist das Idealbild der Mutter, gebildet, bürgerlich, ambitioniert, das uns die Politik vorgibt. Und zur Erlangung dieses Ideales sollen auch die bundesweiten Aktionstage zum Ausbau der Kinderbetreuung beitragen, die in Deutschland schon mehrmals am 15. Mai, dem Datum des Internationalen Tages der Familie ausgetragen wurden. Mit dem Slogan “Für Kleine Großes leisten” wird klargestellt, daß es keinen Zweifel daran gibt, daß institutionelle Betreuung und Erziehung den familiären Rahmen vollkommen ersetzen kann. ...
Quelle: Blog Bildungsvielfalt am 21.05.2008
Wie der Staat Familien in die Armut treibt
SPD-Minister Scholz warnt vor wachsender Armut in Deutschland. Das Rezept seiner Partei dagegen: der Sozialstaat und Mindestlöhne. Experten sehen das kritisch. Durch die Steuer- und Abgabenlast, so sagen sie, mache der Staat Geringverdiener und Familien zu Hilfsempfängern. ...
Quelle: Die Welt am 19.05.2008

18. Mai 2008

Familie und Kinder

Längere Zeit im Kindergarten gleicht Bildungslücken aus
Durch einen längeren Aufenthalt im Kindergarten können laut einer Studie Defizite des Elternhauses bei der Bildung ausgeglichen werden.
Quelle: Frankfurter Rundschau am 11.05.2008


Drei Jahre Kita machen fit für die Schule
Eine neue Bildungsstudie zeigt: Kinder, die eine längere Zeit im Kindergarten verbringen, können damit Defizite des Elternhauses ausgleichen. Die Forscher untersuchten besonders Kinder aus Migrantenfamilien.
Quelle: Tagesspiegel vom 11.05.2008
Familienpolitik: Die Verstaatlichung der Kinder
Deutschland ist ein armes Land - arm an Nachwuchs ...
Der Staat übernimmt die Funktion der Familie ...
Die beste Familienpolitik, so könnte man kurz sagen, wäre der Verzicht auf staatliche Familienpolitik. Im Gegenzug könnten die Steuern und Abgaben drastisch sinken - was hätten die Familien dann mehr Geld zur Verfügung.
Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung am Sonntag, den 11.05.2008