Posts mit dem Label Schulversagen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Schulversagen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

28. November 2008

Schulversagen ... ist das Versagen des Schulsystems, nicht der Schüler. (Ausgabe #50)

Nacktprojekt im Kindergarten mit Jugendamtsunterstützung sorgt für Aufruhr
Eine neue Art der Kinderförderung und Sexualerziehung wurde offenbar in Duisburg erprobt. Dort wurde in einem Kindergarten ein "Séparée" für die Kinder eingerichtet, in dem sie ihre Nacktheit bestaunen und betatschen durften. Dies hat für großen Wirbel unter der Elternschaft gesorgt und zu erheblichen Auseinandersetzungen geführt. ...
Quelle: Medrum am 25.11.2008


„Krippe und Kindergarten für alle verpflichtend machen“
„Wir brauchen Krippenplätze.
Wir haben wirklich immer mehr Alleinerziehende“, erklärte Christel Zießler (SPD), stellvertretende Bürgermeisterin, beim Tag der offenen Tür im Spatzennest. Sie schlug vor, den Besuch von 'Kinderkrippe und Kindergarten für alle verpflichtend' zu machen, damit alle Kinder einen geregelten Tagesablauf kennenlernen würden und Kochen und Backen für sie keine Fremdwörter bleiben.
Auch könne man so die Vernachlässigung von Kindern in Familien eindämmen.
Vorstellbar sei, Kinder schon unter einem Jahr in die Krippe zu schicken. Das Eltern- und Kindergeld solle man lieber in die Einrichtungen fließen lassen, die sich um die Kinder kümmern, so Zießler".
Quelle: Delmenhorster Kreisblatt am 25.11.2008
Anm: Eindeutiger kann man nicht diskriminiert werden! Hier die Adressen für Leserbriefe und Nachfragen: Christel Zießler, Burgstr.1, 27777 Falkenburg, Tel.: (04222) 8341, Mail: christel.zieszler(@)onlinehome.de , Delmenhorster Kreisblatt: kundencenter(@)dk-online.de
„Die Brutalität ist grenzenlos“
Kriminalpsychologe Rudolf Egg erklärt die Ursachen für Jugendgewalt ...
„Die beste Prävention ist das Aufwachsen in einer intakten, lebensfrohen Familie und in einer gesunden Umgebung“, sagt der Kriminalpsychologe. In der Familie sollten die Kinder und Jugendlichen nicht nur geliebt werden, sondern auch erfahren, was Recht und Unrecht ist. „Wer von niemandem angenommen wird, der nimmt auch sich selbst nicht an“, sagt Egg. Das könne ein Auslöser für Gewalt sein.
Quelle: pnp.de am 25.11.2008
Rot-Rot plant "gläsernen Schüler"
Schwänzen, Sprache, Lernmittelbefreiung: In Berlin soll künftig jeder Schüler in einer zentralen Datei erfasst werden - und das schon ab nächstem Schuljahr. Bildungssenator Zöllner erhofft sich damit, den Lehrerbedarf besser einschätzen zu können. ... (Anm.d.R.: So etwas Verlogenes, wo es doch ohnehin immer nur viel zu wenig Lehrer/innen geben kann - aber wohl die meisten Eltern bleiben gutgläubig und hoffnungsfroh für ihre Kinder) 
Quelle: Tagesspiegel am 24.11.2008
16 Daten von jedem Schüler
Geplante Datei ist umstritten: Grüne befürchten, dass sich Lehrer zu Hilfssheriff der Polizei machen lassen. ...
Der Datensatz soll der Polizei ermöglichen, festzustellen, wo ein Schüler zur Schule geht. „Wenn sich Jugendliche im Internet zu einer Massenschlägerei auf dem Schulhof verabreden, kann die Polizei nicht herausfinden, auf welche Schule er geht“, erklärt SPD-Innenexperte Thomas Kleineidam eine mögliche Anwendung der neuen Datei ...
Quelle: Tagesspiegel am 26.11.2008
Berliner Kitas wollen Eltern Fingerabdrücke abnehmen
Für evangelische Kindertagesstätten in Berlin-Mitte gibt es Überlegungen, aus Sicherheitsgründen künftig die Fingerabdrücke der Eltern zu scannen. ... Demnach sollen Erziehungsberechtigte ihre Fingerabdrücke hinterlassen, wenn sie die Kinder in die Kita bringen und von dort abholen. Dies soll verhindern, dass Unbefugte die Kinder abholen. ... Die Kita ist unübersichtlich ...
Quelle: FAZ am 24.11.2008
Anm.: Geborgen sind Babys und Kleinkinder in solchen "unübersichtlichen" Kitas bestimmt nicht. Wenn Eltern nicht mehr persönlich zugeordnet werden können, hilft sicher die Aufbewahrung im Schließfach - Schlüsselkopie nur bei den Eltern.
Vom Gedöns zur Lufthoheit über den Kinderbetten
„Entmachtet der Staat die Eltern?“: Die Politik greift in den letzten Jahren immer stärker in die Familien ein – Doch leider meist an der falschen Stelle ...
Quelle: Die Tagespost am 25.11.2008
Anm.: Der Artikel berichtet von einem Forum in Berlin, auf dem auch die Vorsitzende des Familiennetzwerks, die Ärztin und Mutter Maria Steuer sprach. Zudem gibt der Artikel in Kurzform viele Informationen zur aktuellen Familienpolitik und schaut auch "hinter die Kulissen".

21. November 2008

Bildungsmisere: nach PISA-Debakel nun auch noch Korruption?

Jahrzehntelange Schulrechtsverstöße bei Behörden aufgedeckt - Strafverfahren/Amtsenthebung gegen hochrangige Kultusbeamte?
Ein Brandbericht von Franz Rasch

Mannheim, 18. Okt. 2008 (fr) – Nach PISA: droht Kultusministern nun Amtsenthebung und Gefängnis? Das hat Deutschland gerade noch gefehlt: erst stellt die OECD fest, daß Deutschland im Bildungsvergleich der Industrieländer erneut zurückgefallen ist (fast nur halb soviele Akademiker wie im Durchschnitt der restlichen OECD). Dann erweist die neueste PISA-Studie, daß soziale Ungleichheit den Bildungserfolg in Deutschland immer noch weit mehr beeinflußt als in jedem anderen vergleichbaren Land. Und nun das: bisher unter Verschluß gehaltene Akten beweisen, daß Schulbehörden jahrzehntelang bessergestellte Familien von der regulären Schulpflicht ausgenommen, ja sogar teilweise noch zusätzlich finanziell illegal gefördert haben. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Wurde in den Kultusministerien mancher Bundesländer seit Jahrzehnten systematisch Rechtsbeugung, Anstiftung zur Amtsanmaßung und Falschbeurkundung, Urkundenfälschung und Beihilfe zum Subventionsbetrug begangen, nur um einer Schicht Bessergestellter eine Bildung zu ermöglichen, die man der restlichen Bevölkerung konsequent verweigert?
Wer als hochqualifizierte Fachkraft nach Deutschland gelockt werden soll und eigene Kinder hat, scheut in der Regel davor zurück, seine Kinder dem deutschen Regel-Schulsystem anzuvertrauen, benachteiligt es doch Ausländer noch weit mehr als schon die eigenen Landeskinder. Die Konsequenz: trotz Green Card-Initiativen bewerben sich meist nur kinderlose junge Fachkräfte, die erfahreneren „in den besten Jahren“ haben meist schulpflichtige Kinder und gehen daher lieber in Länder wie die USA, wo es eine Auswahl hervorragender Schulen gibt. Deutsche Fachkräfte tun es ihnen nach. Nirgendwo sonst ist das Schulsystem so starr wie in Deutschland, basiert es doch immer noch auf dem Nazi-Schulgesetz von 1938, mit dem der allgemeine Schulzwang eingeführt wurde. Fast überall sonst auf der Welt hingegen sind Eltern in der Wahl der Bildungswege ihrer Kinder frei. So war das auch in Deutschland noch in den zwanziger Jahren, als unser im Weltmaßstab kleines Land noch die Mehrzahl der Nobelpreisträger und Patente stellte.
Heinz Rühmann als Dr. Pfeiffer schildert noch in der „Feuerzangenbowle“, wie er „auf dem Landgut seines Vaters unterrichtet“ wurde. Die meisten reformpädagogischen Neugründungen und Systeme in Deutschland stammen aus der Kaiserzeit und den zwanziger Jahren. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten dagegen ging es mit der deutschen Bildungstradition, einst Vorbild weltweit, stetig bergab und die Bundesländer haben es nach dem Krieg geschickt vermocht, diesen Würgegriff auf die Allgemeinbildung weiter auszudehnen; nur auf dem Gebiet des allgemeinbildenden Schulwesens gilt noch Nazirecht, werden Eltern verfolgt, ins Gefängnis gesteckt oder ins Ausland vertrieben, wenn sie sich gegen die Schulbürokratie wehren. Zehntausende deutsche Familien sind in den letzten Jahrzehnten vor diesen Zuständen geflohen, wer es zu spät tat, dessen Kinder wurden geraubt und in Heime gesteckt. Vor ein paar Tagen mußte eine deutsche Familie deswegen einen Asylantrag in den USA stellen! Die OECD und der UN-Bildungsbeauftragte haben Deutschland deshalb bereits verurteilt, das EU-Parlament einen Untersuchungsausschuß eingesetzt.
Das Problem mit dem deutschen Schulzwang ist , daß er (eigentlich) keine Ausnahmen zuläßt. Alle Kinder müssen eine staatliche oder dieser sklavisch nacheifernde private Ersatzschule besuchen. Noch bis zum zehnten Schuljahr sind Ausnahmen praktisch verboten, wer sich dem widersetzte, wurde entweder verfolgt oder entzog sich oder seine Kinder rechtzeitig dem Zwang durch Emigration bzw. durch Internatsanmeldung im Ausland.
Legale private Schulen mit besserer Ausstattung kann es in Deutschland nicht geben, weil sie nach Artikel 7 des Grundgesetzes keine hohen Schulgebühren nehmen dürfen; werden diese Gebühren zu hoch, wird die Schule verboten, sind sie im zulässigen Rahmen, kann die Schule davon nicht leben. Auch setzt die staatliche Förderung erst Jahre nach der Gründung ein und beträgt nur einen Bruchteil der realen Kosten. So erreichten die deutschen Bundesländer jahrzehntelang, daß ihren staatlichen Schulen keine ernsthafte Konkurrenz erwachsen konnte.
Einer kleinen Minderheit jedoch wollte man Ausnahmen gestatten. Dies geschah dadurch, daß man mehrere tausend Kinder pro Jahr rechtswidrig von der Schulpflicht befreit und ihnen gestattet, Schulen zu besuchen, die es eigentlich gar nicht geben dürfte: statt Ersatzschulen sind sie Ergänzungsschulen, die z.B. in Baden-Württemberg für Grundschüler verboten, für weiterführende Schüler(innen) nur unter so engen Ausnahmekriterien zulässig sind, daß es im Jahr vermutlich nur ein Dutzend Fälle gäbe, die dafür in Frage kämen. Frau Dr. Schavan als baden-württembergische Kultus- und heutige Bildungsministerin gab einer solchen Ausnahme-Schule deutlich zu verstehen, daß sie rechtswidrig und verboten sei. Dann geschah eine wundersame Wandlung: plötzlich entdeckte sie, daß ihre Amtsvorgänger bereits seit Jahrzehnten in Stuttgart und Salem, in Bammental und wohl auch andernorts Ausnahmen zugelassen hatten, beugte sich dem politischen Druck und „genehmigte“, was rechtlich nicht zulässig war. Der Genehmigungsbehörde wurde Akteneinsicht in die früheren Vorgänge verweigert, hätte doch vielleicht ein rechtstreuer Beamter sie wegen Rechtsbeugung anzeigen können, wenn er erfahren hätte, daß die Landesregierung seit Jahrzehnten das Schulpflichtrecht nicht nur bricht, sondern diese illegalen Schulen auch noch rechtswidrig „anerkannt“ und dann hoch subventioniert haben. In einem aktuellen Fall wurde stattdessen die Genehmigungsbehörde, das Regierungspräsidium Karlsruhe, angewiesen, Ausnahmen zu gestatten, ja, einer privaten Schule wurden sogar Amtsgeschäfte wie die unzulässige Befreiung von der Schulpflicht übertragen!
Ginge es mit rechten Dingen zu, sähe man Frau Dr. Schavan, Herrn Ministerpräsident Öttinger, seine Amtsvorgänger und auch sämtliche Wirtschaftsminister des „Musterländle“ in Handschellen und in Untersuchungshaft wegen Verdunkelungsgefahr. Rechtsbeugung ist ein Verbrechen und endet zwangsläufig mit der Entfernung aus dem öffentlichen Dienst – droht dieses Schicksal nun Dutzenden von Bundes- und Landesbeamt(inn)en oder schaffen es ihre Seilschaften nun auch noch, die belastenden Akten rechtzeitig beiseite zuschaffen? Strafanzeigen liegen vor, Strafverfahren sind z.T. schon eingeleitet, Ermittlungen in anderen Bundesländern, in denen die Rechtslage aber z.T. (grundgesetzwidrig) „liberaler“ ist, laufen bereits.

Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes: Franz Rasch, Freie Schul-Alternativen (FSA) e.V. * Ihringer Strasse 18 * 68239 Mannheim

Schulversagen ... ist das Versagen des Schulsystems, nicht der Schüler. (Ausgabe #49)

Jeder vierte Hauptschüler rechnet wie ein Sechsjähriger
Freitag, 14. November 2008 02:32
Die Kultusminister sind wegen des schlechten Leistungsniveaus an vielen Hauptschulen alarmiert. Nach neuen Tests schafft rund die Hälfte der Hauptschüler in Mathematik nicht das für diese Schulform bundesweit vereinbarte Mindestniveau. ...
Quelle: Berliner Morgenpost am 14.11.2008


Jeder zehnte Schüler ist "Schwänzer"
... "Ihnen fehlen emotionale Zuwendung oder positive Vorbilder", so Stock. Diese Jungs, aber auch immer mehr Mädchen, suchten ihre Anerkennung in Aggressivität und Schulflucht. Im vergangenen Jahr ermittelte die Mainzer Polizei 679 Mal wegen Körperverletzung gegen beteiligte Teenager. 87 Mal war der Tatort die Schule....
Quelle: Rhein-Main Presse am 14.11.2008
Der Tagesspiegel: Neue Pisa-Studie:
Die Risikogruppe der Schüler wächst in mehreren Ländern
Die Gruppe von im neuen Pisa-Bundesländer-Vergleich getesteten 15-Jährigen, die nicht über basale Fähigkeiten im Lesen, in Mathematik und in den Naturwissenschaften verfügt, ist nach Informationen des Tagesspiegels (Ausgabe vom 17. November) in den Stadtstaaten und mehreren Ländern im Westen der Bundesrepublik weiter gewachsen. ...
Quelle: Ad-Hoc-News am 18.11.2008
Kampfplatz Schule
«Gegenstände fliegen zielgerichtet gegen Lehrkräfte durch die Klassen, Anweisungen werden ignoriert. Einige Kollegen gehen nur noch mit dem Handy in bestimmte Klassen, damit sie über Funk Hilfe holen können.» Jeder Regisseur würde einen Plot, der solche Szenen zum Inhalt hat, ablehnen. Grund: unrealistisch, übertrieben, verrückt. Offensichtlich hat die Wirklichkeit die Filmwelt überholt. In einem offenen Brief an den Berliner Schulsenator klagen Lehrer über eine nicht mehr zu bewältigende Aggressivität ihrer Schüler. Inzwischen wurden Polizeikontrollen angeordnet. ...
Quelle: erziehungstrends.de am 20.11.2008
Schülerdatei entzweit Linksfraktion
Debatte über Gesetzentwurf – Befürchtungen, dass ein Sozialprofil von Familien erstellbar wird ...
Die Regierungsfraktionen erörtern derzeit den Entwurf. Er sieht vor, zu Verwaltungszwecken berlinweit eine Reihe von personenbezogenen Daten in einem automatisierten System zu erfassen und zu speichern. Das betrifft nicht nur Namen von Schülern, Geburtsdatum und -ort, Geschlecht und Anschrift, sondern auch Namen, Adressen und Telefonnummern der Erziehungsberechtigten.
Auch Name, Anschrift und Nummer der Schule sollen in das Dossier, dazu Klasse, Lerngruppe und Jahrgangsstufe. Nicht zu vergessen, in welcher Weise der Delinquent der Schulpflicht nachkommt, Aufnahme- und Abgangsdatum, Bildungsgang einschließlich Abschluss. Hinzu kommen die Teilnahme an der ärztlichen Schuleingangsuntersuchung, Art und Umfang außerunterrichtlicher Förderung und Betreuung, nichtdeutsche Herkunftssprache, inwieweit der Schüler zur Zahlung von Lernmitteln verpflichtet ist, Details zum sonderpädagogischen Förderbedarf, Angaben zum beruflichen Bildungsweg. ...
In Zukunft soll es nach dem Willen der Kultusministerkonferenz, wie auch einer Tagung von Datenschützern zu entnehmen war, eine deutschlandweite Datenbank über Schüler sowie über Lehrerschaft geben, die mit »sozialökonomischen Daten über das Elternhaus« bestückt ist sowie die Kindergarten- und Hochschulzeit einbezieht. ...
Quelle: Neues Deutschland - Sozialistische Tageszeitung am 19.11.2008
Jugendamt nimmt immer mehr Kinder aus Familien heraus
Die Jugendämter nehmen vorsorglich immer öfter Kinder aus Familien heraus. 2007 stieg die Zahl um 8,4 Prozent auf 28.200, wie Familienministerin Ursula von der Leyen am Montag in Berlin sagte. Die Zahl der Sorgerechtsentzüge durch Familiengerichte sei sogar um 12,5 Prozent auf 10.800 Fälle gewachsen. ...
Quelle: T-Online Nachrichten am 17.11.2008
Anm.: Das geänderte Gesetz zu §1666 BGB war erklärtermaßen dazu in Kraft getreten, um die harten Sorgerechtsentzüge durch rechtlich erleichtete, "niederschwelligere" Eingriffe in Familien zu vermeiden. Stattdessen kommt es, wie es kommen muss, wenn Elternrechte systematisch ausgehebelt und damit Eltern- und Familienkompetenzen weiter ausgehöhlt und "professionalisiert" werden.

14. November 2008

Schulversagen ... ist das Versagen des Schulsystems, nicht der Schüler. (Ausgabe #48)

"Schüler schädigen sich selbst"
CDU und Junge Union wenden sich gegen Demonstrationen zur Bildungspolitik ´Schüler schädigen sich selbst´
Niedersachsens Schüler wollen morgen für bessere Schulen demonstrieren - auch in Northeim (wir berichteten). Das Projekt "Schulstreik" sorgt aber im Vorfeld für Diskussionen: Der Landesschülerrat wehrt sich gegen eine Anordnung des Kultusministeriums, wonach Schulleitungen die Jugendlichen nicht vom Unterricht freistellen sollen. Ministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) wolle "nicht akzeptieren, dass zehntausende von Schülern gegen die miserablen Bedingungen in unserem Schulsystem aufbegehren wollen", heißt es daraufhin in einer Stellungnahme des Landesschülerrats. Das Demonstrationsrecht wiege aber höher als die Schulpflicht. ...
Quelle: HNA Online am 10.11.2008


Kindertherapien boomen
Immer mehr Eltern schicken ihre Kinder wegen vermeintlicher Entwicklungsstörungen zum Logopäden oder Ergotherapeuten. Experten sehen darin einen alarmierenden Trend. ...
Was nicht passt, wird passend therapiert
„Eine Ursache für die Flut an Kindertherapien ist zum einen der zunehmende Leistungsdruck in der Schule. Zum anderen ist das Bewusstsein der Eltern ist in den letzten Jahren gewachsen“, sagt Harald Bode. Angesichts Turbo-Abi und Pisa ist die Erwartung, dass ein Kind erfolgreich werden soll, groß. Schließlich wollen Eltern für ihren Nachwuchs die bestmöglichen Berufschancen. ...
Quelle: Focus Schule Online am 11.11.2008 mit Forum
Kinder bleiben in Berliner Horten ohne Aufsicht
Berlins Lehrer werden in der kommenden Woche wieder streiken. Bislang konnten Eltern ihre Kinder in den Horten anderer Schulen unterbringen. Doch dieses Mal ist eine solche Notbetreuung gleich in mehreren Bezirken nicht gesichert. Vor allem berufstätige Väter und Mütter sind verzweifelt. ...
Quelle: Berliner Morgenpost am 08.11.2008
Rigide und einfühlsam gegen Schulschwänzer
Tausende von Kindern und Jugendlichen verweigern in Deutschland den Schulbesuch. Sie wollen nie mehr zur Schule und fürchten gleichzeitig eine Zukunft ohne Perspektiven
Wie richtige Problemschüler sehen Jan, Milana und Steffen* eigentlich nicht aus. Sie sitzen an diesem Morgen einer neben dem anderen in einem Klassenzimmer in Billstedt und warten auf den Beginn des Unterrichts. Vor ihnen liegen lose Blätter mit Dreisatz-Übungen. Mathematik. „Ich bin hier total unterfördert“, sagt Steffen. Steffen weiß, dass das so nicht stimmt. Er lacht.
Steffen hat ADS, das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, ...
Quelle: Zeit Online am 11.11.2008 mit Forum
Eltern fordern Schutz vor Mobbing durch Lehrer
André Schindler, Vorsitzender des Landeselternausschusses, will Schüler stärker vor der Willkür von Lehrern schützen.
"Wir brauchen dringend einen Ombudsmann bei der Bildungsverwaltung, der sich um diesbezügliche Beschwerden von Schülern und Eltern kümmert", sagte er und erneuerte damit eine Forderung vom Mai 2007. ...
Quelle: Berliner Morgenpost am 6.11.2008
Das IW errechnet die Rendite der frühkindlichen Bildung. – Der Mensch als Faktor im Zahlenwerk von Wirtschaft und Staat.
Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) am 13.11.2008
Schüler demonstrieren gegen die "Bildungsmisere" ...
Umfrage: Nichts besser durch PISA
Eine Umfrage ergab unterdessen, dass die Mehrheit der Eltern seit dem ersten PISA-Test vor acht Jahren keine Verbesserungen im deutschen Bildungssystem sieht. In einer Forsa-Umfrage für die Zeitschrift "Stern" sagten 40 Prozent, es gebe keine Änderungen. Ein Viertel der Eltern ist sogar der Auffassung, die Situation in den Schulen sei schlechter geworden. Nur 29 Prozent sehen "deutliche" oder "leichte" Verbesserungen. ...
Der deutscher PISA-Koordinator Manfred Prenzel, mahnte dem "Stern" gegenüber zu Geduld: "Tiefgreifende Veränderungen im Schulsystem brauchen zehn bis 20 Jahre."
Quelle: T-Online Nachrichten am 12.11.2008

7. November 2008

Schulversagen ... ist das Versagen des Schulsystems, nicht der Schüler. (Ausgabe #47)

Schulschwänzer Ben: Eine unerledigte Akte
15-Jähriger aus Stade ging im Dezember 2007 das letzte Mal zur Schule – Viele Fürsprecher, aber Stadt lehnt teure Jugendhilfemaßnahme ab
„Ich weiß nicht mehr ein noch aus“, sagt Claudia K. aus Stade. Ihr Sohn Ben – gerade 15 Jahre alt geworden – geht seit Dezember 2007 nicht mehr zur Schule. Der frühere Gymnasiast ist über die Realschule abgerutscht in die Hauptschule und hat auch dort „aufgegeben“. Alle offiziellen Stellen in Stade sind mit dem Schulverweigerer Ben befasst. Sie schieben die Akte hin und her, aber eine Lösung bieten sie nicht. ...
Quelle: Tageblatt Online am 06.11.2008


Inklusive Bildung
80 bis 90 Prozent der Kinder mit Behinderungen (oder wie es im pädagogischen Amtsdeutsch heißt: Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf) können eine normale Schule besuchen. So steht es in der auch von der Bundesrepublik unterzeichneten UN-Konvention über behinderte Menschen. Entgegen der Entwicklung in vielen anderen Industrieländern beharrt das deutsche Schulsystem jedoch nach wie vor auf der Segregation Behinderter. ...
Quelle: Neues Deutschland am 07.11.2008
Schulministerin sucht Rezepte gegen das Sitzenbleiben
Schüler verputzen und streichen die Wände im neuen "Berufsorientierungsbüro", das im Frühjahr eingeweiht werden soll. Andere Schüler haben die Stühle im Lehrerzimmer neu gepolstert. Ganz praktisch führt die August-Dreves-Hauptschule im ostwestfälischen Kalletal kleine Lerngruppen an die künftige Berufswelt heran. "Stärken fördern" sei einer der Wege, um Kindern Selbstwertgefühl und Sicherheit zu vermitteln, sagt Rektor Eike Stiller. Das kann helfen, die Leistungen zu stabilisieren und auch die Zahl der Sitzenbleiber zurückzudrängen. ...
Quelle: Die Welt Online am 02.11.2008
Arrest für Schulschwänzer?
Rund 115.000 Schüler in NRW erscheinen nur unregelmäßig zum Unterricht, die Hälfte von ihnen gilt als „Regelverweigerer“. Laut Gesetz droht im Extremfall eine Arreststrafe. Doch Landesregierung und Vereine setzen auf Angebote, die Jugendlichen weit entgegenkommen. ...
Quelle: RP Online am 31.10.2008
Mit Zwang zurück zur Schule
Chronische Schulverweigerer gibt es bereits unter Fünft- und Sechstklässlern. Die Gründe reichen vom Mobbing in der Schule bis zur Gleichgültigkeit der Eltern. Schul- und Jugendamt reagieren mit unterschiedlichen Maßnahmen. ...
Quelle: RP Online am 31.10.2008
Hauptstadt-SPD spricht sich für Kita-Pflicht aus
Entgegen ihrer früheren Linie will die SPD nun doch keine Bußgelder gegen Eltern von Schulschwänzern verhängen. Gleichwohl sprachen sich die Delegierten des Parteitags für eine härtere Gangart gegen Schulverweigerer aus. Unstrittig ist in der Partei die Einführung einer Kindergartenpflicht. Gescheitert ist ein Antrag, die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst wieder aufzunehmen. ...
Quelle: Morgenpost am 11.10.2008

1. November 2008

Schulversagen ... ist das Versagen des Schulsystems, nicht der Schüler. (Ausg. #46)

Behinderte Menschen auch beim Bildungsgipfel ignoriert.
Diese Woche fand der Bildungsgipfel in Dresden statt. Dies und die Tatsache, dass dabei die Belange von behinderten Menschen ignoriert wurden, hat den blinden Journalisten Keyvan Dahesch zu folgendem Kommentar veranlasst, der im Morgenecho des WDR 5 gesendet wurde.
"... Eltern, die ihr behindertes Kind in einer allgemeinen Schule lernen lassen möchten, müssen dies oft vor Gericht erkämpfen. ...
In Deutschland werden nur 12 Prozent der behinderten Kinder in allgemeinen Schulen unterrichtet, in den skandinavischen Ländern dagegen bis zu 80 Prozent. ..."
Quelle: kobinet Nachrichten am 26.10.2008


Protest auf der Endstation Sonderschule
Köln will die Ausgrenzung von behinderten Kindern in Sonderschulen beenden. Bis 2010 sollen doppelt so viele wie bisher den ganz normalen Unterricht besuchen - noch fehlen aber die Plätze.
Der erste Schultag nach diesen Sommerferien war dramatisch. "Ich bin weinend mit meinem Sohn dahingegangen", erzählt die Mutter aus Köln. "Seine dritte Schule. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie es dem Jungen ging." Der zehnjährige Ahmet* leidet unter dem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom, sagen die Ärzte. ...
Quelle: taz am 28.10.2008
Gegen das"Zappelphilipp-Syndrom" gibt's kein Mittel
Keine Patentrezepte gibt es gegen die Hyperaktivität von Kindern, auch "Zappelphilipp-Syndrom" genannt. Auf diesen Nenner hat Professor Dr. Harald Bode vom sozialpädiatrischen Zentrum der Uni-Klinik Ulm seinen Vortrag bei den 26. Allmendinger Gesundheitstagen gebracht. ...
Quelle: Schwäbische Zeitung Online am 26.10.2008
"Soziale und Emotionale Intelligenz. Unsere Kinder - Opfer des Fortschritts."
Der Psychologe Daniel Goleman nimmt zu der Frage Stellung, was er für wahr halte, jedoch nicht beweisen könne. Goleman hat in verschiedenen Untersuchungen festgestellt, dass die soziale und emotionale Intelligenz der Kinder seit den 70er Jahren zurückgeht. Er glaubt, kann aber nicht beweisen, dass diese Entwicklung zu einem großen Teil der ökonomischen und technologische Entwicklung der Gesellschaft in diesem Zeitraum geschuldet ist, denn im Unterschied zu den vorangegangenen Jahrzehnten gibt es heute in den USA praktisch nur noch Doppelverdiener-Familien und der Alltag von Kindern ist in der Regel durchorganisiert, mit einem Terminkalender voller Veranstaltungen, zu denen die Kinder von ihren Eltern gefahren würden. Es bleibt den Kindern daher immer weniger Zeit für eigenständige, selbstgewählte Spiele. Zudem ist die Verwandtschaft heute nicht mehr in der Nähe. Wenn es aber um das Erlernen sozialer und emotionaler Fähigkeiten geht, bedeutet die Einbuße an Freizeit im Kreis von Familie, Verwandten und anderen Kindern ein Fehlen gerade der Tätigkeiten, die traditionell zur Stärkung eben solcher Kompetenzen beitragen. ...
Quelle: Der Spiegel am 28.10.2008
Anm.: Wir gehen selbstverständlich davon aus, dass auch wesentlich unser Schulsystem diese Opfer verursacht. Die rasant zunehmende Übernahme der Betreuungs- und Bildungsaufgabe durch den Staat (in Krippen, vorschulisch, ganztags, samstags und normgerecht) kann die sich anbahnende Katastrophe nur verschlimmern.
Betriebe kritisieren mangelnde Schulbildung der Lehrlinge
Mündliche und schriftliche Ausdrucksformen «so schlecht wie nie vorher» ...
Quelle: ad-hoc News am 27.10.2008
Berliner Eltern wählen Wohnort nach Schulqualität
Der Ruf einer Schule ist für Eltern das entscheidende Kriterium bei der Wahl des Wohnbezirks. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Info GmbH. Manchen mag überraschen, welcher Bezirk die besten Noten erhielt. ...
Viele Eltern sind unzufrieden. Insgesamt bewertet etwa die Hälfte der Befragten die Qualität der Schulen als sehr gut bis befriedigend, allerdings geben auch 14 Prozent die Note „mangelhaft“. Nur elf Prozent dagegen bewerten die Arbeit der Schulen mit einer „Eins“ oder „Zwei“.
Auffällig ist allerdings, dass Eltern, die selbst Kinder in der Schule haben, die Situation besser einschätzen. Von ihnen würden 19 Prozent den Schulen ein Gut oder Sehr gut geben. 43 Prozent der Eltern von Schulkindern bewerten die Bildungsqualität aber auch mit den Noten „Vier“ bis „Sechs“. ...
Quelle: Welt am 28.10.2008
Blick zurück im Zorn
"Dumm, faul, unfähig"
Andreas Müller war 25 Jahre lang Lehrer für Deutsch und Politik in Groß-Umstadt in Hessen. Jetzt ging er in Pension und beantwortete aus diesem Anlass einen Fragebogen von Schülern. Hier seine gekürzte Antwort zur Frage, was ihm als Lehrer peinlich war.
Quelle: Frankfurter Rundschau am 27.10.2008

24. Oktober 2008

Schulversagen ... ist das Versagen des Schulsystems, nicht der Schüler. (Ausg. #45)

„Bildungsgipfel ist eine herbe Enttäuschung“
Viele Absichtserklärungen und nur wenige neue Maßnahmen: Die deutschen Arbeitgeber haben das Ergebnis des Bildungsgipfels als zu wenig konkret kritisiert. Auch führende SPD-Politiker können den Ergebnissen des Bildungsgipfels von Kanzlerin Angela Merkel nicht viel Positives abgewinnen. Sie kritisieren vor allem, dass die Finanzierung der Vorhaben unklar blieb. Nur CDU-Vertreter sehen das Treffen als Erfolg an. ...
Quelle: Handelsblatt am 23.10.2008


Den Schulen gehen die Lehrer aus
Der Deutsche Philologenverband hat vor den Auswirkungen des Lehrermangels in Deutschland gewarnt. Die Zahl der Unterrichtsstunden, die pro Woche ausfallen, ist auf 1,1 bis 1,2 Millionen gestiegen. Besonders „dramatisch“ sei der Mangel in den technischen Fächern.
Quelle: FAZ.net am 19.10.2008
Jeder fünfte Junge ist verhaltensauffällig
Aggressiv, gewaltbereit oder nicht fähig, sich in ein soziales System einzufinden: Immer häufiger haben Jungen und Mädchen mit psychischen Problemen zu kämpfen. Manche kapseln sich von der Familie ab, andere werden zu Tyrannen. Experten sehen die Schuld überwiegend bei den Eltern.
Quelle: Welt am 16.10.2008
SCHULMISERE
Deutsche Bildungsplanwirtschaft
Im föderalen Bildungswirrwarr dürfen Schulen nahezu nichts selbst entscheiden und sind immer noch Horte der Planwirtschaft. Sechs Jahre lang probte ein Krefelder Gymnasium Schritte in die Freiheit - und hängt jetzt wieder am Gängelband der Schulbehörden.
Ein deutscher Schuldirektor ist im Regelfall kein echter Chef. Er kann keine Mitarbeiter einstellen oder entlassen. Es steht ihm nicht zu, über Klassengrößen zu befinden oder den Lehrplan den Bedürfnissen seiner Schüler anzupassen. Er darf nicht einmal eine neue Telefonleitung bestellen - all das fällt in die Zuständigkeit der Schulbehörden. Schuldirektor Rolf Nagels durfte dennoch ein wenig von den verbotenen Früchten kosten. ...
Das Projekt "selbständige Schule" ist im Sommer ausgelaufen, die CDU-Regierung nennt die Konsequenzen aus dem ungeliebten Kind der rot-grünen Vorgänger "eigenverantwortliche Schule". "Das ist bestenfalls eine Light-Version", sagt Rolf Nagels. ...
"Ich kann keiner Schule empfehlen, auf dieser Grundlage mehr Eigenverantwortlichkeit anzustreben."
Quelle: Spiegel Online am 22.10.2008

17. Oktober 2008

Homeschooling: Wenn nicht hier und jetzt, dann eben dort und dauernd

Die starre, deutsche Schulpflicht mit als obligatorisch erachtetem Schulbesuch (Ortsgebundenheit) und seinen nicht nur theoretischen Zwangsmaßnahmen (Schulzwang seit 1938) hat in der Bevölkerung immer mehr Kritiker. Kinder und ihre Eltern leiden zunehmend darunter. Einerseits stagnieren Schulsystem und seine Prinzipien - bestenfalls. Die Bedingungen und Ansprüche in der Gesellschaft dagegen verändern sich extrem. Antidiskriminierung, flexible und individuelle Förderung, Mobilität oder Selbstbestimmung beispielsweise sind Faktoren, die dem überkommenen Schulsystem entgegenstehen und immer wichtiger werden. Die beiden Hauptsäulen nachhaltiger Bildung, persönliche Beziehungen und reale, treffende  Lebensbezüge, waren eigentlich noch nie die tragenden Teile unserer zunehmend maroden Schulen.

Was also tun in einem am grünen Tisch und von Bürokraten dominierten System, wenn man Kinder hat und das beste für sie will? Alle Eltern, die man fragt, sind in irgendeiner Weise unzufrieden, wenn nicht sogar erbost. Als angepasst und "gut" sozialisiert steht aber kaum jemand dagegen auf. Auszusteigen wäre nicht auszudenken. Es wäre ja auch verboten, nicht wahr? 

Solange man sich im Ausland aufhält, hat die deutsche Schulpflicht keine Macht. In quasi jedem Ausland gibt es selbstverständlich auch die üblichen schulischen Lösungen (Ausnahme: Vatikan). Diese können als Internat oder Ganztagseinrichtung, streng und mit Uniform, mitunter deutlich repressiver für Schüler ausfallen als hierzulande. Daneben gibt es um der Flexibilität und des Elternrechts willen auch andere Formen der Bildung, die zur freien Wahl gestellt werden müssen. Man kann in diesem Zusammenhang beruhigt davon ausgehen, dass auch in Deutschland schulfreie Bildungskonzepte ermöglicht werden müssen, wenn als schulisches Angebot ansonsten nur noch eine Ganztags-Einheitsschule übrig bleibt. Schon die Erziehungshoheit der Familie würde dies auch juristisch ergeben.

Für Deutsche auf deutschem Boden soll den Fans des Schulzwangs zufolge jedes Modell der schulfreien Bildung (international vereinfacht Homeschooling genannt) als Kindeswohlgefährdung gelten. Sobald man das Ausland erreicht, kann Homeschooling endlich zum Wohl des Kindes dienen. Das ist die Krux, die es Eltern für ihr Kind zu überwinden gilt.

Außerhalb Deutschland gibt es flexible, staatlich ungebundene Schulen. Anwesenheitszeiten können individuell vereinbart werden. Weiter gibt es Familieninitiativen, Kooperationen zwischen Eltern und Schulen, Nachbarschaftsorganisationen, verschiedenste Fernschulen und Bildungsfreiheiten ganz ohne Organisation oder Einrichtung. Jugendliche, bzw. Eltern für ihre Kinder haben viele Möglichkeiten, denn nur sie kennen genau ihren Bedarf. Im Ausland am kompatibelsten zum deutschen System, zum Beispiel für den Fall der Notwendigkeit eines deutschen Schulabschlusses oder eines späteren Lebens in Deutschland wäre wohl eine deutschsprachige, in Deutschland anerkannten Fernschule. Die sind aber rar. Sie sind für Kinder mit Wohnsitz in Deutschland (zur Erfüllung der Schulpflicht) nicht zugelassen. Genau diese Anerkennung wäre übrigens vielleicht der erste Schritt zur offiziellen Lösung des deutschen Homeschooling-Dilemmas. Das ist jedoch Zukunftsmusik. Deutsche Fernschulen sind gehalten, ihre betreffenden Dienste keinem anzubieten, der einen Wohnsitz hier hat.

Für Deutsche im Ausland hingegen wird Fernunterricht vom auswärtigen Amt unterstützt und sogar empfohlen. Informationen dazu lassen sich im Internet auf Regierungsseiten und z.B. auch bei den Fernschulen selbst finden.

Es wird auf diesen Seiten darauf hingewiesen, dass "schulbefreite" Kinder sogar in Deutschland teilnehmen können, wie auch immer dieser Fall erreichbar ist. Die Kosten sind dann allerdings ungleich höher. Das Institut für Lernsysteme (ILS) in Hamburg beispielsweise bekommt/bekam erhebliche Zuschüsse vom Bund für die im Ausland lebenden deutschen Kinder. Das Bundesministerium für Bildung und Familie (BMBF) hat sich auch an den Kosten für die Entwicklung des Programms beteiligt.

Schulbefreit sind z.B. Asylanten, manche Promis (siehe Kaulitz von TokioHotel), Extremstverweigerer, Ausgeschulte, Expatriots, Besucher oder Urlauber. Normalerweise kann Schulbefreiung für ein Jahr ausgesprochen werden für ein Auslandsjahr, wegen Mutterschaft oder vorübergehenden Verzugs der Familie. Eine Familie, dessen hochbegabtes Kind (engl.: underachiever, wörtl. etwa: Unterschreiter) in einer Hauptschule gelandet war, nachdem die Leistungen immer mehr abgefallen waren, wurde, natürlich auf Antrag, von der Bürde des Schulbesuchs befreit. Damals hat der Rektor der Hauptschule das Kind kurzerhand für ein Jahr beurlaubt, damit die Mutter zur Förderung ihres Sohnes freie Hand hätte. In vielen Bundesländern (vielleicht sogar in allen) darf eine Schulleiterin/ein Schulleiter auf eigene Verantwortung eine Beurlaubung bis zu einem Jahr aussprechen. Es gibt da wohl aber einen gewissen Ermessensspielraum. Im beschriebenen Fall war dieser Rektor sogar positiv eingestellt. Er war froh, dass das Kind so eine Chance bekam, die in seiner Schule niemals möglich gewesen wäre. Auch andere legale oder grauzonige Lösungen und Zeiträume sind bekannt geworden, für die ein Rektor oder manchmal auch ein Schulamt dann gerade steht. Wo kein Kläger, da kein Richter. Natürlich sind das alles absolute Ausnahmen. Diese Geschichten gewähren einem aber den Hoffnungsschimmer, dass es hin und wieder noch Menschen gibt, bei denen das wirkliche Kindeswohl im Mittelpunkt steht. (JE für SFeV)

Schulversagen ... ist das Versagen des Schulsystems, nicht der Schüler. (Ausgabe #44)

Merkel kürt IT-Superlehrer - doch der ist keiner mehr
Mit ihren "Bildungsrepublik"-Plänen blitzt die Kanzlerin bei den Ländern ab, nun hakt es bei der Computer-Offensive, die Angela Merkel mit Bill Gates einfädelte. Ausgerechnet der "IT-fitteste Lehrer Deutschlands" hat sich beurlauben lassen - weil ihm die Schule zu träge ist. ...
Kleinschmidts Interesse geht viel weiter, als den Computer fürs Fernlernen zu nutzen. Er ist ein Vorreiter des Lernen 2.0. Kleinschmidt schreibt an seiner Doktorarbeit über das mobile Lernen, in der es um intrinsische Motivation und Schwarmintelligenz geht. ...
Dass die Schule einen solchen IT-Pädagogen nicht halten kann, sagt viel über bürokratisierte Lehranstalten im Offline-Modus. Immer noch lassen sie ein Drittel der Schüler im Unterricht nicht an den Computer, ergab die jüngste Umfrage der Initiative IT-Fitness, zu der unter anderem Microsoft, Cisco, die Bahn und die Bundesagentur für Arbeit gehören. ...
Vor wenigen Tagen haben die Ministerpräsidenten der Union ihr für den Bildungsgipfel die Gelb-Rote Karte gezeigt. ...
Und nun wird im Namen Merkels ein Lehrer zum Vorbild für seine PC-abstinenten Kollegen ernannt, den die Schule bereits vergrault hat: ein Symbol für die Reformunfähigkeit der deutschen Schule seit Pisa. Bildungsrepublik sieht anders aus.
Quelle: Spiegel Online am 13.10.2008


Neun Schüler teilen sich an Thüringens Schulen einen Computer
In Thüringens Schulen kommt auf neun Schüler ein Computer. Das Verhältnis an Regel- und Gesamtschulen sowie Gymnasien betrage acht, bei Grundschulen elf Schüler pro Gerät, wie das MDR-«Thüringen Journal am Samstag unter Berufung auf das Kultusministerium berichtete. ...
Quelle: yahoo am 12.10.2008
Ruhiggestellt mit Ritalin
Immer mehr Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit müssen Tabletten einnehmen
Das Amphetamins Ritalin soll als Zaubermittel wirken und einen unaufmerksamen Zappelphilipp in einen Musterschüler verwandeln. Doch Ritalin macht Kinder auch lethargisch und gleichgültig. So stören die Kinder zwar nicht mehr in der Schule, aber ihre Persönlichkeit kann sich nicht entwickeln. ...
Quelle: Deutschlandfunk am 11.10.2008
Bildung - Schein statt Scheine
Bis 2015 will die CDU zusätzlich 25 Mrd. Euro in das Bildungssystem stecken. Die Mehrausgaben sind dringend nötig - doch die Folgen der Finanzkrise werden dazu führen, dass das Versprechen nicht so bald Realität wird. ...
Dem Bildungssystem hilft dieser ungedeckte Scheck dagegen nicht weiter.
Quelle: Financial Times Deutschland am 14.10.2008
In der Schule gemobbt
Mobbing in der Schule, Ritzen und Liebeskummer sind die häufigsten Themen am Potsdamer Kinder- und Jugendtelefon KJT); allein um Mobbing geht es bei acht Prozent der Beratungsgespräche, teilt das KJT mit. Vor allem in der Schule finde Mobbing statt als systematische und gezielte Schikane, immer wieder, über längere Zeit. Kinder und Jugendliche werden meist von Gruppen Gleichaltriger ausgegrenzt. Ohne fremde Hilfe entkommen die Opfer dem Mobbing kaum. ...
Quelle: Märkische Allgemeine am 16.10.2008

10. Oktober 2008

Kurzweil (Ausgabe #43)

schonZurSchule
luannComic

Schulversagen ... ist das Versagen des Schulsystems, nicht der Schüler.

SPD-Plan:
Harte Strafen für Schulschwänzer
Geldbuße, Lappen weg. Und bei den ganz harten Fällen Entzug des Sorgerechts
Berlin - Die SPD will härter gegen Schulschwänzer vorgehen. Die drastischen Maßnahmen reichen von Flughafenkontrollen vor den Ferien bis zum Entzug des Sorgerechts ...
Felgentreu setzt nicht nur auf die harte Hand. "Wir brauchen die Gemeinschafts- und Ganztagsschule. Aber die Eltern müssen einsehen: Ein Kind hat in die Schule zu gehen!"
Quelle: Berliner Kurier am 09.10.2008


Eine Ministerin spricht von 'staatsbürgerlichen Erziehung'
Kulturkampf in Österreich: Ministerin Schmied warnt vor „Sexualaufklärung an Schulen“ durch katholische Gruppen: Im Religionsunterricht dürfen keine Lehrbücher mehr verwendet werden, die im Widerspruch zur staatsbürgerlichen Erziehung stehen. ...
Quelle: kath.net am 02.10.2008
Denken - Reine Glückssache!
...Ganztagsschule bis vier Uhr, oder kürzere Schulzeit, oder sonstige Ideen von allgemeinem Charakter sind zwar sehr nett, aber solchen Vorschlägen, die nur oberflächliche Veränderungen mit sich bringen, fehlt die wichtige Grundlage der exakten Problemanalyse. ...
Was fehlt, ist eine grundlegende Untersuchung des Lernens, die das eigentliche Problem beim Lernen erst einmal stellt und dann, aufgrund der Erkenntnis, um was es sich dabei handelt, Lösungsmöglichkeiten erarbeitet. Ohne das Lernen selbst unter ein Mikroskop, im übertragenen Sinne, zu legen, kann nicht entdeckt werden, wo beim Lernvorgang der Hase im Pfeffer liegt! ...
Wird weiter ignoriert ob Schüler begreifen was sie lesen, dann werden Schulabgänger auch weiterhin große Wissenslücken aufweisen und Unternehmen werden sich weiterhin über das geringe Bildungsniveau beschweren.
Quelle: Zeit Online Kommentar am 08.10.2008
Kongress der Schulneudenker
Utopie verbrennt sich an Burn-out
Am Bodensee trifft sich die Avantgarde der Schulneudenker in vergrößerter Runde. Ein rauschendes Fest - mit Kater. Bedenkenträger haben sich unter die Helden von Lernen 2.0 gemischt. ...
Quelle: taz am 10.10.2008

3. Oktober 2008

Schulversagen ... ist das Versagen des Schulsystems, nicht der Schüler. (Ausgabe #42)

Anm: Es scheint alles in bester Ordnung zu sein, jedenfalls gibt es kaum entsprechende Artikel - wären da nur nicht die Hunderttausende und Millionen unzufriedenen Schüler, Schulverweigerer und Kinder ohne Kindheit. Die allerdings haben keine Stimmberechtigung.
Die letzte 37° Sendung des ZDF am 30.09.2008 hat all dies sehr gut angerissen und kann direkt im Internet unter diesem Link angesehen werden.

26. September 2008

Wie kann Bildung gelingen? Ein Editorial

Die Politik steht wie der Ochs vorm Berge,
die Experten sind weise wie Zarathustra,
die Schüler störrisch wie Esel,
Eltern doof wie Bohnenstroh, entmündigt,
Lehrer vor Ohnmacht apathisch, aber gekauft,
die Schule eng wie eine Sardinenbüchse und
das ganze System ausweglos wie ein Labyrinth.
Wie kommt hier die Mutter zum Kinde bzw. die Bildung an den Mann?

Immer öfter wird von rational denkenden Menschen in Zweifel gezogen, dass unser unverändertes, nicht reformierbares Schulsystem die Lösung seiner Probleme birgt. Seit PISA machen sich immer mehr Menschen Gedanken über die Sinnhaftigkeit unserer als Schulzwang verstandenen Schulpflicht. Man macht sich auch am Ende mehr Gedanken über die Ziele, die einst mit der Schulpflicht verfolgt wurden. Was soll Bildung bedeuten? Wie erwirbt man sie? Wie kann man Wissen und Fähigkeiten lernen? Die, die sich professionell Gedanken über das Lernen machen, ein Spitzer, ein Hüther, ein Kahl und wie sie nicht alle heißen, erkennen Konzepte und Prinzipien, wie sie bei schulfreier Bildung (Homeschooling/Home Education) seit vielen Jahren realisiert werden. Sinnhaft, realitätsbezogen, individuell, angstfrei, erlebnisorientiert, sicher gebunden, intrinsisch motiviert, selbstbestimmt muss Bildung sein - und läßt sich leider nicht in Schulen für alle realisieren. Inzwischen rennen die Nachdenker (= die Gebildeten) gegen Betonköpfe an. Andere wandern einfach aus. Denn sie sollen weder Verantwortung noch etwas zu sagen haben. Schulgründer und Initiativen genauso. Niemand von den Schulfunktionären will die Frage aufkommen lassen, warum Schüler in ihrer Schulzeit eigentlich unglücklich, sinnleer, frustriert, aggressiv, hasserfüllt, brutal oder nur gelangweilt werden. Bei denen, die nach wie vor nur strammen Schulbesuch im Sinn haben, wenn sie an Bildung für unsere Kinder denken, herrscht angesichts von Irritationen wie PISA und anderer Erhebungen nur operative Hektik zur Kompensierung geistiger Windstille. Die hohen Damen und Herren des Schulbildungsmonopols und Verfechter absoluter Macht auf dem Sektor beweisen, gleichermaßen rat- wie hilflos zu sein. Konzepten wie Fußfesseln, Zwangszuführungen, Internierungen oder Schulzeitverlängerungen aller Art belegen dies. "Viel hilft viel", hat doch schon immer geholfen, so wollen die meisten Bildungspolitiker suggerieren und verstecken sich weiter hinter ihrer absolut(istisch)en Schulpflicht. Bald 90 Jahre hat sie uns gedient, die letzten 70 Jahre davon sogar in Fortsetzung einer Erziehungsdiktatur ohne konzeptionell unerwünschte Ausnahmen. Wie lange soll es so weiter gehen? (JE)

Schulversagen ... ist das Versagen des Schulsystems, nicht der Schüler. (Ausgabe #41)

Gewalttaten an Schulen - Eine Chronik
Frankfurt/Main (AP) Littleton, Erfurt, Emsdetten: Immer wieder ist es in den vergangenen Jahren im In- und Ausland zu Gewalttaten an Schulen gekommen. Eine Chronik der Fälle seit 1996
Quelle: PR-inside.com am 23.09.2008 oder Druckausgabe


Blutbad in Finnland
Amokläufer bereitete Tat sechs Jahre lang vor
Der Amoklauf in Finnland war keine spontane Tat, sondern jahrelang vorbereitet. Das fand die Polizei heraus, als sie das Zimmer des 22-jährigen Mörders Matti Saari in der Kleinstadt Kauhajoki durchsuchte. Die Beamten entdeckten Material, das auf "grenzenlosen Hass auf alle Mitmenschen" schließen lässt. ...
Quelle: Die Welt am 24.09.2008 mit aufschlussreichem Leserforum
Urteil: Verwaltungsgericht verneint Anspruch auf Besuch einer nicht genehmigten Ersatzschule
Eltern droht bald Bußgeld
Sie wollte mit "kindgerechten Lehrverfahren" Geist, Körper und Seele bilden - jetzt steht die Mannheimer ARETE-Schule vor dem endgültigen Aus. Schon Ende Juli 2007 hatte das Regierungspräsidium Karlsruhe der privaten Ganztagsschule im Stadtteil Neuost-heim die Genehmigung entzogen. Einen Antrag auf Zulassung des Trägervereins als "private Gesamtschule" lehnte die Behörde ab. ...
Die Mutter eines sechsjährigen Jungen erklärte, anders als an staatlichen Schulen erfahre ihr Sohn an der ARETE-Schule eine ganzheitliche, individuelle Betreuung. Sie argumentierte, auch tausende anderer Kinder würden an nicht genehmigungsfähigen Schulen unterrichtet - und nannte als Beispiel die Waldorfschulen.
Dem konnte das Gericht nicht folgen. Waldorfschulen seien Ersatzschulen, heißt es im Urteil - also ein genehmigter Ersatz für öffentliche Einrichtungen. Der ARETE-Schule hingegen wurde die befristete Zulassung nicht verlängert. Eine Begründung will das Regierungspräsidium nicht nennen. "Mehrere Voraussetzungen lagen nicht vor", formuliert Weber allgemein. ...
Quelle: Mannheimer Morgen am 24.09.2008
OECD Bildungsbericht ...
Deutsches Bildungssystem versagt
Die Zahl der Akademiker steigt zu langsam, es fehlt in der Wirtschaft allerorten an Ingenieuren und Naturwissenschaftlern, für Bildung steht einfach zu wenig Geld bereit – in ihrem aktuellen Bericht stellt die OECD Deutschland ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. Die Organisation der führenden Industrienationen sieht keinerlei Aufwärtstrend, sondern im Gegenteil eine weitere Verschlechterung der Lage.
Danach investieren viele andere Nationen massiv in die Bildung – Deutschland aber spart und fällt im internationalen Vergleich immer weiter zurück. So lässt sich das zentrale Ergebnis der neuen Studie „Bildung auf einen Blick“ zusammenfassen. ...
Quelle: Handelsblatt am 09.09.2008
Ex-Schüler bedroht Lehrer an kanadischer Schule
...Der Schüler Derek DeBolt berichtete dem Fernsehsender CBC, ein der Schule verwiesener Schüler habe die Turnhalle betreten, wo sich viele Schüler zu einem Gottesdienst versammelt hatten. Der Schüler habe dem Pfarrer eine Waffe ins Gesicht gehalten und etwas zu lesen gegeben. Lehrer und Polizisten hätten ihn später überwältigt.
Die Polizei bestätigte, dass die Waffe echt gewesen sei. Berichte über Verletzte lägen nicht vor, sagte ein Polizeisprecher. Auf dem Campus des Luther College befinden sich sowohl eine Oberschule als auch eine Universität.
Wenige Stunden zuvor hatte ein 22-Jähriger in Finnland an einer Berufsschule ein Blutbad angerichtet und zehn Menschen erschossen.
Quelle: Baseler Zeitung BaZ am 23.09.2008
Schulmassaker - Die Suche nach den Ursachen
Er war kein Amokläufer im eigentlichen Sinne, wie die meisten Schulattentäter übrigens nicht. Matti S. ist nicht spontan durchgedreht. In seinem Zimmer im Studentenwohnheim von Kauhajoki fand die Polizei Aufzeichnungen, wonach der Berufsschüler das Massaker seit sechs Jahren geplant hatte. Nicht nur in seinen privaten Notizen formulierte er seinen Hass auf alle Mitmenschen. Er veröffentlichte auch Videos im Internet, in denen er in die Kamera schießt und mit Mord droht. ...
Die Ursachen müssen also in der wirklichen Welt zu suchen sein. Den Hass verbreiten und das Töten einüben – das gelänge auch mit Hilfe anderer Medien oder Spiele.
Chancenlosigkeit oder die demütigende Schule
Die Schule gilt deshalb als das Ziel von Gewalttaten, weil hier das eigene Versagen erlebt und vorgeführt wird. Lehrer sortieren oft aus. Der Unterricht wird für viele Kinder und Jugendliche nicht als der Raum erlebt, in dem ihre Talente gefördert, sondern ihre Schwächen bloßgelegt werden. ...
Quelle: Zeit Online am 24.09.2008

19. September 2008

Schulversagen ... ist das Versagen des Schulsystems, nicht der Schüler. (Ausgabe #40)

Warnzeichen: Unkonzentriert, überdreht, traurig
Stress - fast jedes zweite Kind leidet
Zwölf Prozent der Schulkinder schlucken Pillen, weil sie überfordert sind. Folgen eines übervollen Terminkalenders. Der Druck wächst - in der Schule, in der Freizeit, in der Familie. Ein Kinderpsychiater sagt, wie man dem Teufelskreis entkommt. ...
Quelle: Hamburger Abendblatt am 12.09.2008


Behinderte Kinder vernachlässigt
In Berlin-Reinickendorf finden Eltern von Kindern mit Down-Syndrom keine Schule für ihre Kinder. ...
Keiner der Grundschulen erklärte sich bis heute bereit, diese Kinder aufzunehmen.
Seit über einem Jahr versuchen Eltern von Kindern mit Down-Syndrom eine Schule für ihre Kinder zu finden ...
Claudia Schirocki von der Selbsthilfegruppe 3mal21. "In letzter Zeit entnehmen wir den Medien, dass Kinder vermehrt von ihren Eltern vernachlässigt werden. Dies werfe ich den Reinickendorfern Schulen vor."
Quelle: www.3mal21gleich-down-syndrom.de
Warum Schule krank machen kann
Schwalbe 15.09.2008 20:21 Themen: Soziale Kämpfe
Wenn man den Suchbegriff ' Schule macht krank' eingibt, stößt man bei Yahoo auf 4.340.000 !!! Suchergebnisse. Über das Problem wird seit Jahren von diversen Medien berichtet und da die Berichte nicht enden wollen, geht man das Problem anscheinend nicht genügend an. Schule kann sowohl die Kinder, als auch die Lehrkräfte krank machen. ...
Quelle: Indymedia am 15.09.2008
Anm.: Einer aktuellen Studie mit repräsentativer Befragung zufolge müssen im existierenden System 60% der Kinder wegen Problemen mit Lehrern im versagen. Weitere 30% der Schüler geben Probleme mit Mitschülern an.
„Anne Will“ Setzen, sechs!
Wir lieben die Individualität und bekämpfen sie mit Schule. Ein Bildungsabend der Merkwürdigkeiten. ...
Schule, so scheint es, ist das zuverlässigste System, Kindern die Freude am Lernen auszutreiben. ...
Lehrfach „Hartz IV“ - Ideologie als Spurenelement - Mehr Konkurrenz!
Quelle: Focus am 15.09.2008
Alarmierende Zahlen
Rund 100 000 Schulschwänzer in NRW
In Nordrhein-Westfalen gibt es unter den 2,8 Millionen Schülern rund 100.000 Schulschwänzer. Wie das Schulministerium in Düsseldorf auf ddp-Anfrage mitteilte, können etwa 50.000 Schüler als «Regelverweigerer» eingeschätzt werden. In etwa gleich groß ist die Zahl der «Gelegenheitsverweigerer» oder «Schwänzer» an Nordrhein-Westfalens Schulen. Rund 230.000 Schüler empfinden die Schule nach Ministeriumsangaben «als nutzlos und suchen, ihr zu entrinnen». ...
Quelle: koeln.de am 13.09.2008

12. September 2008

Schulversagen ... ist das Versagen des Schulsystems, nicht der Schüler.

Nachträgliche Schulabschlüsse: Hundt spricht von „Skandal“
Mit scharfem Widerspruch haben Arbeitgeber und Wirtschaftspolitiker auf Pläne der Bundesregierung reagiert, wonach Arbeitslose künftig auf Kosten der Bundesagentur für Arbeit (BA) Schulabschlüsse nachholen können sollen. Der CDU-Wirtschaftsflügel distanziert sich von der Zusage der Bildungsministerin, Arbeitgeber sprechen sogar von „Skandal“. ...
Quelle: Handelsblatt am 04.09.2008


Herumdoktern bringt nix
Auch beim diesjährigen Bildungsbericht der OECD ist Deutschland durchgefallen. Die Presse sieht die Ursachen im Versagen der Politik und in der Zerrissenheit des Bildungssystems durch die föderale Struktur, setzt Hoffnungen in den Bildungsgipfel im Oktober – und zweifelt zugleich an dessen Möglichkeiten. ...
Quelle: N-TV am 09.09.2008
Schulaufsicht entzieht Genehmigung
Am Montag beginnt die Schule, aber nicht in der Freien Schule Riedlingen. Die Schulaufsicht hat der privaten Schule die Genehmigung entzogen, weil kein ordentlicher Unterricht gewährleistet sei. ...
Quelle: Schwäbische Zeitung am 06.09.2008
Nötigungsfall
An den „kleinen Lüstling“ gewöhnt
Die Berichterstattung über den Fall eines Lehrers, der über zwanzig Jahre Schülerinnen belästigt haben soll, hat viele Reaktionen ausgelöst. Auch Eltern und weitere Schüler meldeten sich. ...
Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger am 06.09.2008
Arme Kinder werden in der Schule laut Studie benachteiligt
Kinder aus einer niedrigen sozialen Schicht werden einer Studie zufolge bei den Empfehlungen für weiterführende Schulen benachteiligt. Bei gleicher Leistung haben sie eine geringere Chance auf eine solche Empfehlung als Kinder aus einer hohen Sozialschicht, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Studie der Universität Mainz ...
Quelle: Yahoo Nachrichten am 10.09.2008

5. September 2008

Schulversagen ... ist das Versagen der Schulpolitik, nicht der Schüler. Ausgabe #38

Kein Recht auf Schulbildung?
Am 01. September 2008 startet in Berlin das neue Schuljahr. Über 80 Familien in der Stadt bangen um das Recht auf Bildung für ihre schwerbehinderten Kinder. Einige müssen vielleicht sogar der Arbeit fernbleiben um ihrem Kind Schulbildung auch zu Beginn des Schuljahres zu ermöglichen? ... Die Anträge für ganz Berlin werden im übrigen von 1 Person bearbeitet. ..
Quelle: Hwelt am 01.09.2008


Vier Millionen Analphabeten in Deutschland ...
Jedes Jahr verließen 75.000 Jugendliche die Schule ohne Hauptschulabschluss. Viele von ihnen könnten auch nicht rechnen, hieß es. Damit fehle ihnen die Mindestqualifikation für einen Beruf. ...
Quelle: Domradio am 02.09.2008
Von oben nach unten
An der Misere des deutschen Bildungswesens wird auch Angela Merkels Sommerreise nichts ändern
Schöne Landschaften, schöne Frauen, die dann noch schöner bedichtet werden - das kann man seit Goethes Italien-Aufenthalt von einer Bildungsreise erwarten. Es ist weniger literarische Aufhübschung á la Goethe als vielmehr bester DDR-Schönsprech-Jargon, wenn die Kanzlerin auf ihrer Bildungsreise den hessischen Minderheitenvertreter Roland Koch ansäuselt: "Wir haben keine Bildungsmisere, aber wir haben noch Reserven". ...
Quelle: Magazin Freitag am 29.08.2008
Was Schulen fehlt: Der Wandel beginnt im Kopf
Gute Schulen mit engagierten und optimistischen Kollegien gibt es auch in sozialen Brennpunkten. Der Dreh- und Angelpunkt beim Erfolg und Misserfolg einer Schule ist deren Führung. In Zukunft muss deshalb verhindert werden, dass verantwortungsvollen Positionen mit Leuten besetzt werden, denen ihr Beamtenstatus wichtiger als das Wohlergehen der Schüler ist. ...
Quelle: Berliner Tagesspiegel am 01.09.2008
Bildung: CDU fordert Arrest für Schulschwänzer ...
Quelle: Berliner Morgenpost am 23.08.2008
„Mogelpackung: Kostenfreie Bildung“
Zu Beginn des neuen Schuljahres warnt der Kinderschutzbund vor Bildungsungerechtigkeit in Berlin ...
Quelle: Berliner Umschau am 29.08.2008
Jeder fünfte Schüler braucht psychologische Hilfe -
Deutschland laut Studie europäisches Schlusslicht bei schulpsychologischer Betreuung
Immer mehr Schüler leiden unter Notenangst und Leistungsstress, doch in Deutschland herrscht ein erheblicher Mangel ...
Jeder fünfte Schüler zeige inzwischen mittlere bis schwere Auffälligkeiten wie Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwächen, aggressives Verhalten, sozialen Rückzug und Kontaktängste. ...
Quelle: Monitor (WDR) am 04.09.2008 und Sendung "Unerträglicher Lernstress - Warum Schule krank macht" am selben Tag

29. August 2008

Familien, Kinder und Jugendliche

Immer mehr Kinder werden vernachlässigt
Erstmals beleuchten Experten das Ausmaß von Kindesvernachlässigung in NRW. Das seelische und körperliche Leid der Kinder nimmt offenbar zu. Experten setzen vor allem auf eine Strategie, um den Wehrlosesten zu helfen: den familiär-fürsorglichen Staat ...
Anders als die Ausmaße sind die Ursachen der Gewalt vergleichsweise gründlich erforscht. Und trotzdem überraschten die am Donnerstag präsentierten Ergebnisse. Denn die Experten zogen bei ihrer Ursachenanalyse sämtliche Register konservativer Kulturkritik.
Fast alle beschworen eine große Gefahr: die Durchlöcherung der Familie in der hyperliberal-individualistischen Gesellschaft. Und fast alle ließen ihre Ausführungen in dem Gedanken gipfeln, das von aller Bindung, Tradition und vorgegebenen Ordnung befreite Individuum lebe zu isoliert und sei dadurch zu schnell überfordert - vor allem mit der Elternrolle.
"Hohe Scheidungsraten und häufiger Partnerwechsel" machten beispielsweise laut Erwin Jordan vom Institut für soziale Arbeit (ISA) Elternhäuser immer instabiler und produzierten zunehmend überforderte, alleinerziehende oder verantwortungslose Erziehungsberechtigte. ...
Quelle: WamS am 24.08.2008


Endstation Kinderpsychiatrie:
Wie schwierige Kinder abgeschoben werden
Die Statistik beweist es: Immer mehr verhaltensauffällige Kinder werden in die Kinder – und Jugendpsychiatrie eingewiesen. Aber gehören sie auch alle dort hin? Der Blick hinter die Mauern gelingt so gut wie nie, es gibt kaum Studien, Ärzte haben Schweigepflicht nach außen. Viele Kinder sind dort mit Diagnosen, die „Störung des Sozialverhaltens“ beinhalten – für die Psychiatrie eine Krankheit: Oft bekommen sie Medikamente, werden ruhig gestellt. Sind diese Kinder krank oder wären sie nicht in speziellen Jugendhilfeeinrichtungen besser aufgehoben? ...
Quelle: WDR-Sendung "Monitor" am 14.08.2008
Individuelle Förderung
Schule versagt, Eltern müssen ran
Das aktuelle Bildungsbarometer des Zentrums für empirische pädagogische Forschung zeigt: Förderung wird in unseren Schulen unprofessionell gehandhabt. Eltern zücken den Geldbeutel und springen in die Bresche.
Wie wird in unserem Bildungssystem gefördert, wer ist dabei einbezogen, wie kommt die Förderung bei den direkt und indirekt Betroffenen an? 1510 Schüler, Lehrer, Ausbilder und Eltern haben den Online-Fragebogen des Zepf-Bildungsbarometers vollständig bearbeitet, 510 davon in der Funktion als Eltern und 545 als Lehrkräfte. Ein zentrales Ergebnis: Eltern bezeichnen die Zusammenarbeit mit den Lehrkräften bei der Förderung der Kinder in den Schulen als nur befriedigend – kein akzeptables Resultat ...
Quelle: Focus Schule am 27.08.2008

Schulversagen ... ist das Versagen der Schulpolitik, nicht der Schüler.

Erfahrungsbericht
Arge Krefeld behindert Schulbildung von Hartz IV Kindern
Quelle: pr-sozial am 26.08.2008


Konturen eines Bildungsregimes - Die kommerzielle Umgestaltung von Wissensinstitutionen macht Bildung zur Ware
Es tut sich was in der Bildung. Der PISA- Schock trug und trägt zu einer großen Transformation des deutschen Bildungssystems bei. Die Dimensionen dieser Umwälzung sind nicht zu unterschätzen. Bildung ist jetzt offiziell das, was durch Tests gemessen werden kann. Es geht darum, sein Kreuzchen an der richtigen Stelle zu machen. ...
Quelle: TeacherNews am 27.08.2008
Schulversagen ist hausgemacht
Immer mehr Schüler leiden an Leistungsängsten und Aggressionen. Andere Ursachen, gleiche Symptome: Kleine Prinzen sind ebenso betroffen wie Kinder aus sozial schwachen Familien. ...
Quelle: Focus Online am 23.08.2008 mit sehr interessanten Kommentaren
Schulschwänzer: CDU will Eltern bestrafen
Eltern, die nicht für den regelmäßigen Schulbesuch ihrer Kinder sorgen, sollen künftig mit Bußgeldern sowie Zwangsmaßnahmen dazu gebracht werden, ihre Kinder wieder zum Unterricht zu schicken.
- Vorstellbar sei etwa, die Eltern zu gemeinnütziger Arbeit an den Schulen zu verpflichten. Das fordert der CDU-Schulpolitiker Sascha Steuer. Gestern stellte der Politiker das Fünf-Punkte-Programm gegen Schulschwänzen in Berlin vor. ...
Quelle: Berliner Morgenpost am 23.08.2008
Kommentar: Solche Pläne disqualifizieren jeden Bildungspolitiker und belegen, dass sie pädagogisch keinerlei Plan haben.

22. August 2008

Schulversagen ... ist das Versagen der Schulpolitik, nicht der Schüler. (#36)

Ex-Ministerin darf nicht gratis unterrichten
Bildungswelt verrückt: Die frühere NRW-Bildungsministerin Gabriele Behler möchte den Lehrermangel bekämpfen und höchstpersönlich als Lehrerin einspringen - gratis oder für einen Symbol-Euro. Die Schulaufsicht stellt sich quer und vergibt den Job lieber gegen Honorar. ...
Quelle: Spiegel Online am 15.08.2008
Anm: Ein bis zur Absurdität gezeichnetes Bürokratiesystem ..., wenn wir auch kaum glauben können, dass eine Ex-Schulministerin geeignet wäre, sich persönlich und individuell noch auf die Bedürfnisse von Kindern einzulassen. 


Jeder zehnte sächsische Schüler ohne Abschluss - Nachschulungen kosten jährlich mehrere Millionen Euro ...
Noch nie habe es wenige Wochen vor Beginn des neuen Berufsschuljahres so viele offene Lehrstellen gegeben wie diesmal, sagt der Sprecher der Dresdner Industrie- und Handelskammer (IHK), Lars Fiehler. Und noch nie sei die Bereitschaft der Betriebe auszubilden so groß gewesen. Jedoch finden etliche Unternehmen nur schwer Azubis. «Viele Firmen in Sachsen stehen vor dem Problem, dass der Arbeitsmarkt so gut wie leer ist», sagt Fiehler. Ein Grund dafür ist, dass etwa zehn Prozent der rund 41 000 Schulabgänger 2008 ihre Schulzeit ohne Zeugnis beendet haben und so kaum vermittelbar sind.
Zwar haben laut Kultusministerium noch in keinem Jahrgang zuvor derart viele Schüler einen Abschluss mit 1,0 oder ähnlich guten Noten erreicht. Zugleich ist die Quote der Abgänger ohne Zeugnis jedoch seit Jahren konstant. Bundesweit rangiert Sachsen damit im Mittelfeld. Im Vorjahr belief sich die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss laut Statistik auf mehr als 3700.
Quelle: ad-hoc-news am 18.08.2008
«Tagesspiegel»: Nach Schulversagen droht Abschiebung
Nach Schulversagen droht ausländischen Jugendlichen laut «Tagesspiegel» (Mittwoch) künftig verstärkt die Abschiebung. Dem Bericht zufolge soll die Berliner Ausländerbehörde in den neuen «Anwendungshinweisen» zum Aufenthaltsgesetz festgelegt haben, dass Jugendliche ab 16 Jahren ohne deutschen Pass nur dann eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis bekommen, wenn sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können und Aussicht auf einen Ausbildungsplatz haben. Dazu aber ist ein Schulabschluss nötig. Jedes Jahr verlassen rund 1000 ausländische Jugendliche Berlins Schulen ohne Abschluss.
Quelle: Welt Online vom 19.08.2008
Texanische Lehrer dürfen sich bewaffnen
An einer Schule im US-Bundesstaat Texas fühlen sich die Lehrer besonders bedroht von Amokläufern und Schießereien. Deswegen beschloss ein Bezirk kurzerhand, die Lehrer aufzurüsten: Von nun an darf jeder Pädagoge eine Pistole tragen.
Quelle: Spiegel Online vom17.08.2008
Anm.: Also noch so ein Armutszeugnis, aber wenigstens gibt es weder Schulbesuchspflicht noch Schulzwang dort.