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28. November 2008

Interessante Links zu Bildungsfreiheit (Ausg. #50)

Kampagne für Freiheit und Vielfalt der Bildungswege!
Interview mit Anke Caspar Jürgens, Vorstandsmitglied im Bundesverband Natürlich Lernen (BVNL)
Quelle und Anhören: Radio Dreyeckland, Freiburg 102,3 MHz ab 22.11.2008


Anna Netrebko will kürzertreten: "Familienleben ist das Wichtigste"
Opernstar Anna Netrebko (37) will nach der Geburt ihres Sohnes kürzertreten ...
Das Wichtigste sei ihr und Erwin Schrott ein intaktes und regelmäßiges Familienleben, sagte Netrebko. In den ersten Jahren werde das Kind vermutlich mit ihnen reisen.
"Wenn aber die Schulpflicht beginnt, müssen wir uns Gedanken darüber machen, in welchem Land wir leben wollen." Österreich sei "absolut fantastisch", aber auch Spanien habe gute Chancen...
Quelle: tt.com am 25.11.2008
„Wir müssen den Eltern vertrauen“
Der Entwicklungspsychologe Prof. Dr. G. Neufeld im Gespräch mit J. Liminski
... Deshalb nütze es auch nicht viel, endlos Geld in die Bildungssysteme zu stecken. Überhaupt beobachte er in Europa, insbesondere in Deutschland eine merkwürdig verzerrte Diskussion über „Homeschooling“.
In Amerika sei das überhaupt kein Thema. Neufeld erklärt sich das mit einer „falschen Vorstellung über das Wesen von Lehren und Lernen. Die Kraft des Lehrenden liegt nicht in seiner Ausbildung, sondern die Kraft liegt immer in der Beziehung des Kindes zu demjenigen, von dem es lernen soll. Wenn die Bindungen des Kindes an die Eltern stark sind, dann werden die Eltern automatisch zum wirksamsten und größten und wichtigsten Lehrer des Kindes in seinem Leben.“ ...
Quelle: Die Tagespost am 27.11.2008
"Wissensdurst wird durch Klugscheißerei verdorben"
Der Neurobiologe Gerald Hüther über die Lust am Spielen
SPIEGEL: Professor Hüther, der Bewegungsradius von Kindern, das Spielrevier, in dem sie sich frei bewegen können, wird immer kleiner. Wie wirkt sich das auf ihre Entwicklung aus?
Hüther: Kinder unter Daueraufsicht, die immer nur an der Hand von Erwachsenen umhergeführt werden, gleichen Haustieren, Stalleseln, die das Leben in der Freiheit nicht mehr kennen. Aus der Hirnforschung wissen wir, dass unter diesen Bedingungen die Ausreifung des Gehirns nicht optimal gelingt. Das Gehirn bleibt eine Kümmerversion dessen, was daraus hätte werden können. ...
"Die meisten Eltern, viele Schulen und wahrscheinlich sogar einige Kultusbehörden haben noch nicht mitbekommen, dass die Wirtschaft und auch die Hochschulen am schlimmsten darunter leiden, dass dort junge Leute ankommen, die nicht genug Motivation mitbringen. Sie haben die Lust am Entdecken und Gestalten hoffnungslos verloren.
Wir versuchen immer, den Kindern in der Schule Sachwissen beizubringen. Dabei haben Pädagogen schon vor hundert Jahren darauf hingewiesen, dass es nicht darauf ankommt, einfach nur die Kulturgüter an die Kinder weiterzugeben, sondern darauf, in den Kindern immer wieder neu den Geist zu wecken, der die Kulturgüter hervorbringt." ...
Quelle: Spiegel Special am 18.11.2008 (komplett empfehlens- und hier wie immer lesenswert!)

21. November 2008

Interessante Links zu Bildungsfreiheit (Ausg. #49)

Hausschuleltern bitten in den USA um politisches Asyl
Wegen mangelnder Möglichkeiten in Deutschland seine eigenen Kinder selbst zu unterrichten und persönlich lernen zu lassen, verlassen zunehmend Familien Deutschland um im benachbarten Ausland oder in Übersee bessere Bedingungen vorzufinden. Obschon Deutschland eine lange und erfolgreiche Tradition in Sachen Hausunterricht (Homeschooling) bis 1938 hatte, ist dies seitdem nicht mehr möglich. Die großen und vielartigen Probleme des deutschen Schulsystems bewegen gerade bildungsambitionierte Familien, das Land zu verlassen. Seitens der Politik wird dies durchaus goutiert: So braucht man sich nicht um diese "Abweichler" zu kümmern und kann das alte überholte System der Bildung nach Ministerialdiktat fortsetzen. ...
Quelle: bildungsfreiheit.org am 19.11.2008


Hausschuleltern bitten in den USA um politisches Asyl
Die US-Organisation spricht von „Verfolgung“ in Deutschland.
Politisches Asyl in den USA hat eine christliche Familie aus Baden-Württemberg beantragt, weil sie in Deutschland ihre fünf Kinder nicht zu Hause unterrichten darf. Das berichtet die US-Organisation HSLDA (Homeschool Legal Defense Association – Vereinigung zur Verteidigung von Hausunterricht) mit Sitz in Purcellville (Bundesstaat Virginia).
Danach sei das Ehepaar Uwe und Hannelore Romeike (Bissingen bei Esslingen) im August in die USA geflohen, wo Hausunterricht erlaubt ist. Im Bundesstaat Tennessee würden sie von der HSLDA betreut, die auch das Asylgesuch unterstütze. Nach Ansicht der Organisation hat die „Verfolgung“ von Hausschuleltern in Deutschland zugenommen. Sie würden zu Geldstrafen verurteilt, ins Gefängnis gesteckt, oder ihnen werde das Sorgerecht für ihre Kinder entzogen. In den Vereinigten Staaten nehmen etwa zwei Millionen Kinder am Hausunterricht teil. ...
Gegenüber idea hatten die Eltern den Hausunterricht unter anderem damit begründet, dass die Kinder auf dem Schulhof und -weg immer wieder Gewalt und Mobbing ausgesetzt seien. Außerdem sei nicht erkennbar, dass der Auftrag der Landesverfassung, Kinder zur Ehrfurcht vor Gott zu erziehen, an der Schule umgesetzt werde. Christliche Werte wie Nächstenliebe, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft, Selbstlosigkeit oder Ehrfurcht und Respekt vor Erwachsenen würden nicht genügend vermittelt. Stattdessen seien Kinder zunehmend esoterischen und okkulten Einflüssen ausgesetzt. „Wir wollen, dass unsere Kinder in Schule und Familie nach christlichen Grundsätzen aufwachsen“, sagte Hannelore Romeike. Im Januar war das Ehepaar Klaus-Dieter und Kathrin Landahl (Altensteig/Schwarzwald) nach Großbritannien ausgereist, um dort ihre Kinder selbst unterrichten zu können. Ein Gericht hatte ihnen in einem Eilverfahren das Sorgerecht für ihre schulpflichtigen Kinder teilweise entzogen. In (sic, gemeint ist GB) wird Hausunterricht rund 160.000 Kindern erteilt. Auch in anderen europäischen Ländern wie Dänemark, Finnland und Österreich dürfen Eltern ihre Kinder selbst unterrichten.
Quelle: idea Evangelische Nachrichtenagentur am 19.11.2008
Anm.: Übrigens: 160000 Kinder und Jugendliche werden in Großbritannien geschätzt, die sich ohne Schulbesuch bilden und trotzdem (oder gerade deshalb) prima lernen. Familien mit Eltern, die zu Hause regulär tatsächlich unterrichten, sind es weit weniger. Dies ist ein Unterschied und das kommt dadurch, dass in GB weder Schulpflicht noch Unterrichtspflicht besteht. So gibt es viele Fernschüler und eben auch welche, die sich völlig frei und ohne jeden Unterricht bilden. Schulpflicht nach deutschem Muster (staatlich vorgeschriebener Schulbesuch und diverse Zwangs- und Strafmaßnahmen) sind mittlerweile weltweit ziemlich einzigartig geworden! Hierzulande wird der einzelne Bürger mit seinen Ansichten und Bildungsbedürfnissen ignoriert und kann als Schulverweigerer offensichtlich nicht von Bildungsverweigerern unterschieden werden. Wenn es Behörden denn tatsächlich auf die erreichte Bildung ankäme, sollten Homeschooling-Modelle wie z.B. Fernunterricht in Deutschland im Rahmen der Schulpflicht kein Problem darstellen.
Republikflucht als Ausweg für bedrängte christliche Familien in Deutschland
Ein erneuter Fall einer christlichen Familie, die aus dem eisernen Vorhang "Schulzwangssystem" ausbricht ...
Das Elternpaar Uwe und Hannelore Romeike, das einer christlichen Gemeinde in Baden-Württemberg angehörte, sollte 90 Euro pro Fehltag als Bußgeld zahlen, falls seine Kinder nicht am Unterricht der öffentlichen Schule teilnehmen. Das wären - hochgerechnet - allein in einem Monat bei 20 Schultagen und drei Kindern insgesamt 5.700 Euro Bußgeld gewesen, für einen Bankmanager des Topmanagements eine gut verkraftbare Summe. Für Normalverdiener wie das Elternpaar Romeike war dies jedoch ein ruinöser Geldbetrag, der sie in das existentielle Aus geführt hätte. Sie hätten dieses Geld niemals aufbringen können. Ersatzweise drohten ihnen Maßnahmen wie Erzwingungshaft und Entzug des Sorgerechtes, an denen die Familie, die unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes steht, zerbrochen wäre.
Diese Maßnahmen gehören zu den Zwangsmitteln des deutschen Staates, mit denen "uneinsichtige" und unwillige Eltern gezwungen werden sollen, ihre Kinder die öffentlichen Schulen besuchen zu lassen, auch dann, wenn sie ersatzweise alles tun, um ihren Kindern eine gute Schulbildung zu vermitteln und dabei erfolgreich sind. Wer sich dem Schulzwang entzieht, handele wie ein Autofahrer, der sich immer wieder unter Alkoholeinfluss an das Steuer setze, so der Staatsanwalt bei der Verurteilung der Eltern Dudek, die zu jeweils 3-monatigen Gefängnisstrafen verurteilt wurden. ...
Quelle: Medrum Christliches Informationsforum am 20.11.2008
Einige kurze Gedanken zu Homeschooling (von Vera von Birkenbihl)
Quelle: Birkenbihl-insider.de unter den "einigen heißen Themen" dort
"Ich hab immer große Ohren gemacht"
Ken Adam, der Filmwelten für James Bond, Stanley Kubrick oder "Tschitty Tschitty Bäng Bäng" erschuf und nun den "Lucky Strike Design Award" erhielt, im Interview ...
Adam: Was für mich fast wichtiger war als meine Ausbildung, war der riesige Tisch, den meine Mutter aus Berlin mitgebracht hatte. Jeden Abend um sieben Uhr wurde gegessen. 26 Leute, die kamen aus allen Bereichen des Lebens, aus Wien, aus Berlin, aus Polen, aus Italien, alles Flüchtlinge, die ihre Geschichten erzählten. Ich habe immer große Ohren gemacht, das hat mich unheimlich beeinflusst, ich habe mehr davon gelernt, als ich jemals in einer Schule lernen konnte. ...
Quelle: Der Standard (A) am 20.11.2008
Pädagoge: "Eltern delegieren Erziehung und Bildung"
Der Frühpädagoge und Psychologe Martin Textor hat in einem Beitrag für die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift "Eltern" massiv Kritik an einem gesellschaftlichen Trend der "Abwertung der Mutterschaft" und der Fremdbetreuung von Kleinkindern geübt. "Für Eltern wird es immer normaler, Erziehung und Bildung zu delegieren", schreibt der Würzburger Wissenschaftler.
"Eine junge Mutter macht sich heute schon fast lächerlich, wenn sie behauptet, sie könne sich in der Erziehung ihres Kleinkindes besser verwirklichen als in ihrem Beruf", schreibt Textor. In Folge dessen könnten sich immer weniger Menschen heute noch vorstellen, dass man als junge Mutter "wirklich glücklich sein kann".
"Mutterschaft wird abgeschafft"
Textor, der zusammen mit seiner Frau das "Institut für Pädagogik und Zukunftsforschung" in Würzburg leitet, kritisiert den Trend, die "Mutterschaft als Teil der Weiblichkeit" abzuschaffen. ...
Quelle: Medienmagazin pro am 20.11.2008
Anm.: Der besprochene und äußerst lesenswerte Artikel "Das Verschwinden der Mütterlichkeit" ist im Magazin "Eltern", Ausgabe 12/2008 auf der Seite 86f abgedruckt. Dr. Textor ist auch Autor des von Prof. Dr. mult. Fthenakis herausgegebenen, über 544 Seiten starken Online-Familienhandbuchs des Staatsinstituts für Frühpadagogik (IFP). Dort findet sich auch der ähnliche Artikel "Auf dem Weg zur elternlosen Gesellschaft - die verlorene Hälfte der Weiblichkeit". Zitat z.B.: "Und was sich die Deutschen überhaupt nicht vorstellen können: Eltern sind durchaus in der Lage, die Schule zu ersetzen! In den USA besuchen laut dem National Home Education Research Institute (2007) schätzungsweise 1,7 bis 2,1 Mio. Kinder keine Schule, sondern werden von ihren Eltern gebildet. Und das mit großem Erfolg! Nach wissenschaftlichen Untersuchungen erhalten diese Kinder später genauso häufig eine universitäre bzw. höhere (Berufs-) Bildung wie Kinder, die eine Schule besuchten (Burns 1999, ERIC Development Team 2001, 2003). Auch ihre soziale und emotionale Entwicklung verläuft normal."
Armes, schlaues Superkind
Alarmiert von den Ergebnissen der Pisa-Studien, wollen viele Eltern ihre Kleinen schon früh auf Leistung und Kreativität trimmen. Doch die Förderung durch Kurse aller Art ist nicht unumstritten: Fachleute kritisieren elterlichen Überehrgeiz und fürchten das Verschwinden der Kindheit. ... Die "Verwissenschaftlichung der Erziehung", sagt der Hamburger Pädagogikprofessor Peter Struck, verunsichere viele Eltern und habe einen "neuen Förderungszwang" hervorgebracht. Als wären Kinder Produkte, die es möglichst frühzeitig zu optimieren gälte, gemäß der Frage: Wie wird unser Anton Pisa-fit? Wie wird Antonia globalisierungstauglich? Vom "Verschwinden der Kindheit" sprach einst der amerikanische Kulturkritiker Neil Postman; die Kindheit werde immer kürzer, konstatiert auch der Psychologe Johannes Klein-Heßling von der Berliner Bundespsychotherapeutenkammer. Die Pubertät habe sich nach vorn verlagert, und auch in den Jahren davor sei der Wandel fundamental. "Immer mehr Kinder werden immer früher auf Kurs gebracht", so Klein-Heßling, sie würden auch bei Freizeitangeboten mit Leistungserwartungen konfrontiert, "sie müssen sich selbst mehr managen als früher und vieles allein entscheiden". Vorbei die Zeiten, in denen Herumstreuner wie Tom Sawyer und Huckleberry Finn Vorbilder waren - heutzutage stehen Kinder unter Daueraufsicht, ihr Spielen soll möglichst sinnvoll sein. "Viele Eltern verplanen die Zeit ihrer Sprösslinge komplett", sagt Struck, "und denken viel zu früh an die Karriere." ...
Quelle: Spiegel Online special am 18.11.2008
Anm.: Gegensätzlich dazu ist die Studie im nächsten Beitrag, die zum Zwecke der Verbesserung bei PISA nur noch mehr Zwang und Druck auszuüben nahelegt. Überhaupt sind die politisch geforderte, "professionelle" Frühförderung und die Warnungen der Lern- und Hirnforscher, der Psychiater, Psychologen und Soziologen, die eindringlich Ruhe, Zwanglosigkeit und Anspruchsfreiheit für unsere Kinder fordern, ziemlich konträr.

14. November 2008

Interessante Links zu Bildungsfreiheit (Ausg. #48)

Tausende Schüler schwänzen und demonstrieren
Tausende Schüler demonstrieren in rund 40 Städten für bessere Lernbedingungen. Sie kritisieren zu große Klassen und schlechte Ausstattung. Die größten Veranstaltungen gibt es in Hamburg und Berlin. Weil der Streik während der Schulzeit stattfindet, müssen die Schüler mit Konsequenzen rechnen. ...
Quelle: Welt Online am 12.11.2008 mit Forum, darin z.B.:
Es ist allerhöchste Zeit, dass flächendeckend die Schulpflicht abgeschafft und Schulgebühren in kosten deckender Höhe eingeführt werden! Offenbar ist ja nur das etwas wert, was auch - augenscheinlich - etwas kostet. Die von ihren Eltern, Teilen der Lehrerschaft und diversen Links-Funktionären in Parteien und Gewerkschaften missbrauchten Schüler wissen überwiegend nicht, was sie tun. Wohl aber wissen es die genannten Gruppen, die die Schüler als "nützliche Idioten" nutzen. Schließlich "bestreiken" sich die Schüler nur selbst. Gegen die Eltern und Lehrer, die dieses billigen, ist mit allen Möglichkeiten, die die Gesetzgebung bietet, vorzugehen - bis hin zur Prüfung der Erziehungskompetenz und der Option, die Kinder von Amts wegen aus den Familien heraus zu holen! Bei den "politischen Tätern", also den Funktionären, ist die Strafbarkeit ihres Handelns zu prüfen und ggf. ein deren Verhalten erfassender, in spürbarem Maß strafbewehrter Tatbestand zu schaffen!
Wer Kinder auf Demonstrationen schickt, soll sitzen! Das gilt für JEDEN denkbaren Anlass!


Zehntausende Schüler streiken für bessere Bildung
Streikende Schüler in der Innenstadt von Bremen
Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  Mehr als 100.000 Schüler gingen für ein besseres Schulsystem auf die Straße
In ganz Deutschland gingen Schüler für bessere Bildung auf die Straße. Ihre Forderungen: kleinere Klassen, mehr Lehrer und wieder 13 Schuljahre bis zum Abi. Zu lange hat sich die Wut gegen die Bildungspolitik angestaut.
Lange Zeit wurde das Thema Bildung in Deutschand eher stiefmütterlich behandelt. Frei nach dem Motto - "was früher einmal gut war und so viele Jahre tadelos funktioniert hat, muss man nicht verändern" - war in den meisten Kultusministerien die Politik der ruhigen Hand an der Tagesordnung. ...
Quelle: AP <- Deutsche Welle am 12.11.2008
Bildung: Der Schülerstreich
"Sieben Jahre nach der Pisa-Studie sind Eltern, Lehrer und Schüler die üblichen Entschuldigungen und Erklärungen der Politik leid."
Quelle: Hannoversche Allgemeine am 13.11.2008

7. November 2008

Jugendfürsorge: Gutachter in Robe und Richter in Weiß

Gutachter, Richter in Weiß, und Behördenmitarbeiter, vor denen die Kinder Angst bekommen
Die Rolle von Gutachtern wird besonders im Streitfall "Kinder, Sorgerecht und Jugendamt" immer wieder zum Gegenstand von Kontroversen. Im Interview in einem Film zum Thema "Jugendfürsorge" beschreibt ein Gutachter seine Rolle als die eines "Richters in Weiß" und Helfers des Gerichtes, für den Eltern ein Problem seien, die als Querulanten streiten, aber nicht sähen, wie die Kinder immer mehr Angst bekämen. ...
Quelle: Medrum am 06.11.2008


Jugendamt Skandal: Interview der Beata Pokrzeptowicz
Quelle: Goggle Video am 06.11.2008 mit vielen weiteren Beiträgen zum Deutschen Jugendamt
Jugendfürsorge live!
In Deutschland leben rund 200.000 Kinder in Heimen, Kinderdörfern und Pflegefamilien - in Österreich rund 12.000 Kinder und Jugendliche. Während Pflegeeltern pro Kind bis zu 1.800 Euro pro Monat verdienen, kostet ein Heimplatz oder Pflegeplatz in den SOS Kinderdörfern rund 5.000,- Euro pro Kind und Monat. Nur selten erhalten Eltern auch ihre Kinder zurück, wenn überhaupt Umgangskontakte erlaubt sind.
Stephan Pfeifhofer, Dokumentarfilmer und Enthüllungsjournalist, lässt keinen Akt unberührt, keine Türe verschlossen, um den wahren Beweggründen dieser Industrie auf die Spur zu kommen. Unzählige Drehorte zwischen Österreich, Deutschland, Spanien und Frankreich bestätigen die Intensität dieser Dokumentation.
Quelle und Film: http://www.xlarge.at/?page_id=351
Gegenteilige Statistiken unter: http://www.kindesraub.de/index.php?menuid=23
Weiterführende Links: www.kinderklau.net und www.kinderklau.de.vu

Interessante Links zu Bildungsfreiheit (Ausg. #47)

Autoritäre Erziehung?
Die Kritik am „Bildungssystem“, der hier immer schon viel Raum geboten wurde, tritt oft als Kritik an der „Schule“ auf. Der vorherrschende Schulzwang führt zu einer besonderen Wahrnehmung der Widersprüche zwischen kindlichen Bedürfnissen und der Disziplin der gebäudezentrierten, zeitlich fixierten, lehrplanmäßigen Unterrichtung. Doch darf dabei nicht der äußere Rahmen des Zwangs mit der konkreten Ausformung verwechselt werden. Das Gegenteil des Schulzwangs ist nicht notwendigerweise die zwanglose Schule oder gar der schullose Zwang. ...
Quelle: Institut für Wertewirtschaft am 04.11.2008


Bildung und der Weg in die Freiheit
Am Dienstag den 28.10. fand in Berlin eine Tagung zur Bildungsfreiheit statt. Dabei ging es in erster Linie nicht um eine weitere Diskussion, sondern um eine Planung konkreter und umsetzbarer Ziele zur Bildungsfreiheit in Deutschland. Als Herrausforderung galt es, die verschiedenen Ansichten von Bildungsfreiheit im Spektrum von Staatsschulen bis zu Leuten aus dem Bereich des Unschooling auf einen Nenner zu bringen. ...
Quelle: www.schul-kritik.de
Abitur ohne Schule
Mal wieder was von Methodos ...
Die Aufgabe des Lehrers sollte die eines Begleiters sein. Die Lehrer sollten dort unterstützen, wo ihre Unterstützung gebraucht wurde. Die Schüler waren es, die bestimmten was und in welchem Umfang gelernt wurde. Auch entwickelte sich die eigene Reflektion zu einem wichtigen Bestandteil ihres Lernalltag. Überhaupt war die Suche nach Methoden des Lernens eine wichtige Erfahrung für alle Beteiligten....
Im Gespräch war u.a. die Initiativekraft von Jugendlichen. Junge Menschen haben von sich aus den drang Dinge neu anzugehen. Eine Fähigkeit die oft schon mit 14 Jahren vorhanden ist und nur selten genutzt wird. Als die 10 Schüler anfingen waren sie sich noch nicht der großen Sinnfragen bewusst die man stellen musste. Für was gibt es ein Abitur? Welcher Sinn macht eine Abschlussnote, der sowieso nie die Fähigkeiten eines Menschen wiederspiegeln kann? ...
Quelle: www.schul-kritik.de
Schulverweigererin Sarah Wiener
In der Tat hat es die 45-jährige Köchin, die in Wien aufwuchs und seit mehr als 20 Jahren in Berlin lebt, weit gebracht. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sie das Kochen nie richtig gelernt hat, einer armen Familie entstammt, eine wilde Jugend mit Schulabbruch, Trampen durch Europa und schließlich eine Zeit als Alleinerziehende, die von Sozialhilfe lebt, hinter sich hat. Drei Restaurants betreibt die Köchin mittlerweile, dazu eine Event- und Filmcateringfirma. Richtig bekannt wurde sie durchs Fernsehen: 2004 spielte sie in der ARD-Dokusoap "Abenteuer 1900" mit, wo sie als gestrenge Mamsell auftrat. Mittlerweile schwingt sie auch in Johannes B. Kerners ZDF-Talkshow den Kochlöffel. Und sie hat eine eigene Sendung auf Arte
Quelle: Berliner Zeitung am 05.09.2007
Junge Software-Erfinderin schenkt Ministerin Programm-Lizenzen
Tausend Lizenzen für einen Vokabeltrainer hat jetzt ein zwölfjähriges Mädchen der nordrhein-westfälischen Schulministerin Barbara Sommer geschenkt. 'NRW soll nicht so schlecht bei Pisa abschneiden', meint Annika Lammenett. ...
Quelle: Monsters and Critics am 30.10.2008

1. November 2008

Interessante Links zu Bindung und Bildungsfreiheit

Bindung für kindliche Bildung besonders wichtig
Kleine Kinder lernen mit Bezugspersonen viel besser / Von der Interaktion mit Eltern profitieren sie mehr als von Bildungsangeboten wie Sprachunterricht ...
Das Gehirn sei ein Beziehungsorgan.... Wichtig sei darüber hinaus, dass die Kinder aktiv am Bildungsprozess beteiligt werden und auf ihre Interessen eingegangen wird. Denn Lernen funktioniere nur dann, wenn die Lerninhalte erlebt und angewandt werden könnten....
Das A und O sei die intensive, ungestörte Beschäftigung mit dem Kind - auch Radio oder Fernsehen sollten nicht nebenher laufen. ...
Quelle: LexisNexis am 29.10.2008


Öffentlich finanzierte Kinderbetreuung: Der Staat greift nach den Kindern
von Albert Wunsch
... Wir haben vor Jahrzehnten ein braunes Erziehungssystem und in der Ex-DDR ein sozialistisches Erziehungsmodell überwunden und verdeutlicht, dass die Eltern in der Erst-Verantwortung für das Aufwachsen ihrer Kinder stehen. Und jetzt wird auf einmal wiederum aus eher populistischen Gründen eine Öffentliche Erziehung eingeführt. Dass ein solches Konzept der Bundesregierung mit der Überschrift „Es geht um das Kindeswohl“ angekündigt wird, indem 20% der unter Dreijährigen mit einem Krippenplatz beglückt werden sollen, attackiert nicht nur den im Grundgesetz geregelten elterlichen Erziehungsauftrag, sondern macht alle verantwortlich handelnden Eltern gleichzeitig zu Unholden, welchen möglichst lange – zum Wohle des Kindes – der Nachwuchs vorenthalten werden soll. ...
Vor einiger Zeit plädierte ein Wirtschaftwissenschaftsprofessor aus Münster in einem Artikel dafür, man solle die Eltern mit einem Gutschein ausstatten, der dann in einer privaten oder öffentlichen Kindertagesstätte eingelöst werden kann. Die Kinder können dann dorthin geschickt werden, wo die beste Förderung angeboten wird. Das besondere dabei: es würden alle Eltern diesen Gutschein bekommen.
Schon in meinem Buch: „Abschied von der Spaßpädagogik“ habe ich ausgeführt, dass nicht eingelöste Betreuungs-Schecks dann im weiteren Verlauf mit Leistungen eines Nachmittagsangebotes an Schulen oder als Ausbildungszuschuss verrechnet werden können und mögliche Restsummen der persönlichen Rente zugeschlagen werden. Dann würde endlich die durch Eltern erbrachte Erziehungsleistung aus ihrer Benachteilungs-Ecke herausgeholt. Denn wenn man sich vor Augen führt, dass ein Krippenplatz die öffentliche Hand durchschnittlich 1.200 € pro Monat kostet, entsteht eine dermaßen große soziale Ungerechtigkeit, dass Doppelverdiener gleichzeitig auch ein stattliches Zusatzkindergeld von 1.200 € vom Staat erhalten, während diejenigen, die sich um die Kindererziehung in der eigenen Familie sorgen (müssen) dabei ausgegrenzt werden.
Das ist ein direkter Verfassungsbruch, denn das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1999 hat deutlich unterstrichen, dass die Chancengleichheit der Wahlfreiheit darin besteht, dass Eltern, die sich eine Kinderbetreuung wünschen oder auch nicht wünschen, finanziell in den Leistungen des Staates gleichgestellt sein müssen....
Quelle: Erziehungstrends am 28.10.2008
Hirnforschung
Warum Kinder am besten mit Gefühl lernen
Die ersten Lebensjahre sind entscheidend für die Entfaltung der Persönlichkeit. Deshalb ist die richtige Form frühkindlicher Bildung so wichtig. Aber was ist frühkindliche Bildung? Wie sollte sie aussehen? Wie funktioniert das kindliche Gehirn? ...
Erstens: Kinder kommen nicht fertig auf die Welt. Sie brauchen zunächst Unterstützung, Schutz, Geborgenheit. Es muss jemand da sein und sie an die Hand nehmen. Zweitens: Der größte Störfaktor sind die Erwachsenen. Wenn Kinder anfangen, etwas selbst machen zu wollen, dann stören wir sie dabei. Dann haben wir meist keine Zeit. Denn die Zeiträuber haben uns Erwachsenen eingeredet, wir hätten keine Zeit. Und deshalb glauben wir auch, dass wir keine Zeit für Kinder haben. Wir müssen aber ein Herz und Zeit für Kinder haben. Wir haben die Lebenszeit dafür, und wir haben das Recht, uns diese Zeit zu nehmen. Wir müssen Kinder aber die Welt selbst entdecken, ausprobieren und erfahren lassen. ...
Quelle: Berliner Morgenpost am 26.10.2008

Bildung für alle - oder nur für die, die sehen können?
Im Vorfeld des nationalen Bildungsgipfels macht die Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe auf Missstände aufmerksam ...
Laut Kultusministerkonferenz besuchen 7.000 Kinder mit dem Förderschwerpunkt "Sehen" die deutschen Schulen, der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) schätzt aber, dass es mindestens 14.000 blinde und sehbehinderte Schüler gibt. ...
Quelle: na Presseportal am 14.10.2008

Weltanschaulich motivierter Hausunterricht in ARD-TV-Serie

Die Serie "Die Anwälte" im Ersten Deutschen Fernsehen (ARD) thematisiert in seiner 2. Folge Hausunterricht aus Glaubens- und Gewissensgründen.
Quelle: ARD "Die Anwälte" Folge 2 am 27.10.2008
und Podcast/Internetvideo


ARD Serie
"Die Anwälte" thematisiert Glaubenskonflikt ...
"Sie ist religiös?", fragt Anwältin Marita Blum (Julia Bremermann), als sie von ihrem neuesten Fall hört. Als Rechtsanwältin soll sie eine Mutter vertreten, die ihre Kinder aus religiöser Überzeugung zu Hause unterrichtet. "Mich macht das beklommen", kommentiert Blum und steht dem Fall zunächst kritisch gegenüber. Trotz drohender Geld- und Haftstrafen lässt sich die Mutter, selbst ausgebildete Pädagogin, nicht von ihrer Überzeugung abbringen. "Von mir lernen meine Kinder alles, was sie wissen müssen", erklärt Claudia Bezzel (Iris Böhm). Zu Hause, so ist sie sicher, könne sie ihren Kindern ein sichereres Lernumfeld bieten, als in der Schule, wo ihre Schützlinge mit Drogen und Waffen konfrontiert seien. Sie wolle ihre Kinder zudem im christlichen Glauben erziehen und dieser werde in der Schule nicht vermittelt.
... Einzelunterricht zu Hause oder Pauken in vollen Klassenzimmern? Behütung durch die Eltern oder Gefahr durch schlechte Einflüsse in der Schule? Das sind die Fragen, denen sich auch Anwältin Blum bei der Vorbereitung auf ihren Fall stellen muss. "Intoleranz" steht auf dem Stempel, den sie ihrer Mandantin, genau wie die Staatsanwaltschaft, gleich zu Beginn auf die Stirn drückt. Im Laufe ihrer Arbeit aber erfährt sie eine Wende. Zeugen christliche Werte, die im Konflikt mit der modernen Gesellschaft stehen, tatsächlich von Intoleranz? Oder ist es vielmehr Aufgabe des Gesetzes, Minderheiten wie Eltern mit fundamentalen christlichen Überzeugungen zu schützen? "Wenn wir tolerant sein wollen, dann eben doch zu jenen, die nicht mit unseren Werten übereinstimmen", erklärt Blum schließlich vor Gericht. ...
Quelle: pro-medienmagazin am 28.10.2008
Wahrnehmung von Homeschoolern in der Öffentlichkeit
Wir alle wissen, dass Homeschooling im 21 Jhd nur in Deutschland verboten ist - wegen der Zwangsintegration der Ausländer wird mittlerweile unter vorgehaltener Hand selbst von prominenter Stelle gemunkelt (von Homeschool-Gegnern).
Dass sich dennoch die Wahrnehmung im Volk ändert und auch der Consensus omnia (das was alle Menschen -eines Landes- für selbstverständlich und naturgegeben halten) verändert sich langsam ...
Es ist eine Sendung, die sich zur “integrativen Meinungsformung” an den Mainstream richtet - und das zur Prime-Time.
Die Sendung bringt zwar nur eine kleine Gruppe von Homeschoolern ins Rampenlicht (die religiös Motivierten) - da die aber eigentlich durch Verfassung und Grundgesetz geschützt sind, wäre es interessant, wie die Richter den Antrag ablehnen (nein, auf einen fairen Prozess hoffe ich nicht).
Quelle: Blog Freie Bildung am 29.10.2008 mit Kommentaren

24. Oktober 2008

Interessante Links zu Bildungsfreiheit (Ausg. #45)

Das aktuelle Heft "unerzogen", Ausgabe 3/2008, ist herausgekommen und enthält u.a. Beiträge von Bertrand Stern und Jan Edel. Die Kolumne stammt von Vera von Birkenbihl. Die Themen dieser Ausgabe werden unter folgendem Link gelistet.
Quelle: Magazin "unerzogen" am 20.10.2008


Madonna - Scheidung, Kinder und Erziehung ohne Schule...
Der andere große Punkt bei der Scheidung der beiden betrifft das Sorgerecht für die drei Kinder, die sie gemeinsam erziehen – die 12-jährige Lourdes, der achtjährige Rocco und den adoptierten dreijährigen David Banda.  Der Regisseur von ‚Rocknrolla’ fordert vollen Zugang zu den Kindern. Doch ganz im Gegensatz zu Medienberichten, die in der vergangenen Woche betont hatten, wie oft Madonna sich von ihren Kindern gänzlich fernhalte, behauptet der zitierte Intimfreund des Superstars, sie sei der „Fels der Familie“: „Guy hat nie dazu beigetragen, die Familie am Laufen zu halten, und seinen Sohn einzuschulen. Im Gegensatz zu dem Bild, das in der Öffentlichkeit kursiert, war Madonna stets der Fels der Familie. Sie war diejenige, die die Kinder stets bei sich hatte. Sie bekommen Hausunterricht und sind stets mit ihr auf Achse.“ ...
Quelle: pressemeldungen.at am 20.10.2008
Schüler, Eltern und Lehrer gründen gemeinsam kritisches Schulportal
„40 Jahre Bildungsmisere sind genug. Jetzt handeln die Betroffenen!”, sagten sich Schüler, Eltern und Lehrer im hessischen Landkreis Fulda und gründeten den gemeinnützigen Verein Schulkritik e.V. Ursprünglicher Anlass war Unzufriedenheit über die Art und Weise, wie in Schule, Schulamt und Kultusministerium mit Beschwerden umgegangen wurde. Mit dem Ziel „mehr Transparenz im Bildungssystem” wenden sich die Schulkritiker nun auch an die Öffentlichkeit: In ihrem neuen bundesweiten Internetportal www.schulkritik.de werden nicht nur Vorkommnisse an Schulen dokumentiert, sondern vor allem die darauf folgenden Reaktionen und Maßnahmen, also das Konfliktverhalten von Lehrern, Schulleitern und Schulbehörden. Und weil Schüler und Eltern aus Angst vor Vergeltung selbst bei schwerwiegenden Vorfällen fast immer Stillschweigen bewahren, wird in erläuternden Artikeln für mehr Kritikfähigkeit und Zivilcourage geworben. ...
Quelle: Die Linkszeitung am 18.10.2008
Mit Bildungsgipfeln zum Gipfel der Bildung?
Dass es eine ziemlich blasse Absichtsveranstaltung blieb, traf mittlerweile alle Erwartungen. Der diesjährige Qualifizierungsgipfel, kurz Bildungsgipfel genannt, brachte keine bahnbrechenden Beschlüsse für bessere Bildung. Wie auch, in einer ideologisch weit zerrissenen Parteienlandschaft über Bund und Bundesländer hinweg? Dort ist kein Platz für das Wohl unserer Kinder im Hier und Jetzt. Diese schreien in der Regel nicht nach Arbeit und Lohn. Sie brauchen und wollen Teilhabe am Leben ihrer Eltern, Zeit und Gemeinschaft.
Für ihre Bildung liegen sie damit goldrichtig, denn emotionale Erfahrung und gelebte Beziehungen sind die allerbesten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bildungsbiografie. Da erscheint völlig klar, dass Finnland, ein Land mit Schulbesuch frühestens ab 7 und wo Kinder und Jugendliche noch mittags aus der Schule entlassen werden, bei PISA Sieger wurde. Die überdurchschnittlich gebildeten Homeschooler (~Selbstlerner) dort tauchen in den Statistiken noch nicht einmal auf. Und dass in Deutschland die Bildung der Kinder maßgeblich von ihrer Herkunft abhängt, liegt nicht etwa am Einkommen der Eltern, sondern an ihrer persönlichen Beziehung und ihrem Einsatz für ihre Kinder. Dank Schulsystem, dass im Gegensatz zum europäischen Trend sich noch weitgehend auf den Vormittag beschränkt, verbleibt ausreichend Zeit für Unternehmungen und Gemeinsamkeit, für Aufarbeitung und Nachhilfe. Ist es nicht schändlich, dass diese Zusammenhänge weder von Medien noch von Regierungskreisen thematisiert werden? Was mag da wohl hinter stehen?
Kinder sind keine Wähler und für die Politik keine Zielgruppe. Für die Wähler geht es um Brot und Lohn, um Gleichberechtigung und um eine möglichst ganztägige Betreuung für den Nachwuchs, am besten bald nach der Geburt. Das greift die Politik nun gerne auf, und zwar gleich und gerecht für alle, ausnahmslos. Dass einige Eltern es vorziehen, sich nach wie vor und vielleicht sogar darüber hinaus persönlich um ihre Kinder kümmern zu wollen, wird schlicht nicht für möglich gehalten. Und wenn schon: Die sollen ja zum Bruttosozialprodukt und zu Steuerneinnahmen beitragen wie alle anderen.
Gleichheit und Gerechtigkeit ist die oberste Devise für Bildung geworden und man verpackt damit letztlich gleich schlechte Bildungsbedingungen für alle. Zum Gipfel der Bildung aber hätten wir statt weiteren Gängelbändern, Zuckerbroten und Fußfesseln etwas lange überfälliges erwartet: Staatlichen Rückzug, Steuererlass als Bildungsangelt und freie Bildungsoptionen - für jeden.
Quelle: Zeit Online Kommentare am 23.10.2008
Familie wieder vereint
Familie Gorber, auf deren tragisches Schicksal durch Übergriffe des Jugendamtes hier hingewiesen wurde, ist seit etwas über einem Monat wieder vereint. Als erstes durfte bereits im August der dreijährige Sohn David nach mehr als sechs Monaten Zwangsaufenthalt im Kinderheim nach Hause zurückkehren. Kurz nach Beginn des neuen Schuljahres konnten dann endlich auch die fünf noch minderjährigen Töchter der Familie ihren unfreiwilligen Aufenthalt in den beiden ihnen zugewiesenen Kinderheimen beenden und ebenfalls nach Hause zu Eltern ud Geschwistern zurückkehren.
Der Preis für die Rückkehr in die Familie war die Zustimmung dazu, daß die schulpflichtigen Kinder, die bis zur Herausnahme aus ihrer Familie Anfang dieses Jahres zu Hause unterrichtet worden waren, nun in die Schule gehen. Es ist eine Freude zu wissen, daß Familie Gorber wieder vereint ist, doch es ist traurig zu sehen, wie unerbittlich und mit welch brutalen Mitteln der Staat in diesem Fall die Schulbesuchspflicht durchgesetzt hat. Dabei ist Familie Gorber kein Einzelfall.
Quelle: Blog schulfrei leben und lernen am 18.10.2008
Familie bildet
Fietz fragt... Annette Schavan (CDU), Bundesbildungsministerin ...
"Gerade die ersten Jahre sind bedeutend als Entwicklungsphase für Bindungsfähigkeit. Diese ist eine wesentliche Voraussetzung für Bildungsfähigkeit. ...
Wir wollen eben beides: die Stärkung von Erziehung und Bildung in der Familie sowie mehr Betreuung und frühkindliche Bildung außerhalb der Familie. Das ist anspruchsvoller als reine Betreuungsdebatten. Aber es wird uns gelingen."
Quelle: Cicero am 23.10.2008
Anm.: Die guten Aussagen im ganzen Interview wurden hier unterstrichen.
Größenwahn der Pädagogen
Warum Bildung heute maßlos überschätzt wird
Deutschland ist zu einer freudlosen Erziehungsanstalt verkommen. In Schulen und Hochschulen wird der Stoff so verdichtet, dass niemand mehr zu einem eigenen Gedanken findet. Statt sich selbst überflüssig zu machen, wurde die Pädagogik zum bürokratischen Dauerbetrieb, schreibt Autor Wolfgang Sofsky ...
"Lebenslang hat der moderne Untertan zu lernen. Die Gesellschaft als Erziehungsanstalt und das Leben als immerwährenden Bildungsprozess, das ist der Wunschtraum einer pädagogischen Politik, welche sich als Hüter der Sittlichkeit und Gerechtigkeit, der Effizienz und Exzellenz aufspielt."
"Immer gibt es etwas zu korrigieren, zurechtzubiegen, abzuschneiden, immer neue Fehler müssen ausgebügelt, Untugenden ausgetrieben werden. Sind die Subjekte nicht willig, so braucht es Nachdruck und Ermahnung, notfalls auch Strafen."
"Das kulturelle Niveau hat sich durch die Expansion der Bildungsaufträge mitnichten gehoben. Dafür haben Heerscharen von Schulmeistern eine sichere Beschäftigung gefunden. Anstatt die Selbstständigkeit des Individuums zu fördern, hält die Gesellschaft die Subjekte in unbefristeter Unselbstständigkeit und rechtfertigt damit die ideologische Überfrachtung ihres Bildungswesens bei notorischer Unterfinanzierung."
"Ohne privates Repetitorium, eine Art zweiten Bildungsweg mittels chronischer Nachhilfe, können viele sich die vorgeschriebenen Kenntnisse kaum mehr aneignen. Unfähig, wichtige von belanglosen Wissensbeständen zu trennen, verlegt man die organisierte Erziehung immer weiter nach vorn."
"Die bürokratische Herrschaft reicht bis ins Klassenzimmer. Jenseits staatlicher Aufsicht finden Lernprozesse kaum offizielle Anerkennung. ... Zugleich wird das Wissen exakt in Gebiete aufgeteilt und gemäß strenger Arbeitsteilung dargeboten."
"Sorgsam folgt das Lernen dem geregelten Treppchenmodell, damit es überwacht und in Akten festgehalten werden kann. Dass der menschliche Geist Sprünge und Umwege macht, wenn er einmal bei einer Sache ist, passt nicht in den Plan."
"Unterricht geschieht oftmals gegen hinhaltenden oder offensiven Widerstand, Übungen verkommen, sofern sie überhaupt stattfinden, zu Plage und Pein, obwohl Tausende von Übungsstunden nötig sind, um in einer Sprache, einem Handwerk, einer Wissenschaft oder mit einem Instrument eine gewisse Meisterschaft zu erlangen. Stattdessen grassieren stöhnende Unlust und gegenseitige Demotivierung."
"Engagierte Lehrkräfte, deren Mission sich nach ein paar Jahren Betriebserfahrung verflüchtigt hat, wählen entweder den Weg des geringsten Aufwands oder sie mutieren zu missgelaunten Entertainern im Klassenzimmer. Und die allermeisten Zöglinge lernen nicht Charakter, sondern flexibles Durchlavieren, nicht Denken, sondern rasches Vergessen, nicht soziale Umsicht, sondern Ignoranz."
"Die Grenzen der Bildung liegen auf der Hand. Bildung schafft keine Arbeitsplätze und keine Gerechtigkeit. Sie hebt nicht die soziale Moral und vertreibt weder Sucht noch Gewalt. Vorschulen und Nachhilfen lösen keine gesellschaftlichen Probleme. Im besten Falle vermittelt die Erziehung den Menschen Mut zur selbstständigen Lebensführung, Interesse für die Welt, nüchterne Urteilsfähigkeit und brauchbare Kenntnisse, nicht mehr, aber auch nicht weniger."
Der Autor ist Soziologe und Schriftsteller. Zuletzt erschien sein Buch "Verteidigung des Privaten" (C.H. Beck).
Quelle: Welt Online am 24.10.2008
Anm.: Dieser Autor hat ja so recht!!! 100% lesenswert, auch wenn schon Seneca mit seinem berühmten Vorwurf alles auf den Punkt gebacht hat: "Bildung heißt heute leider Lernen für die Schule, nicht für das Leben" (sinngemäß übersetzt und nicht so, wie seit dem Mittelalter gern verdreht wurde).
Umfrage zu schulalternativen Bildungsmodellen
Es gibt eine neue Umfrage des Bildungsbarometers zum Bildungsgipfel. Dabei gibt es ganz zum Schluß auch ein kurzes Feld, in dem man Anmerkungen machen kann. Das kann man für einen Hinweis zum Homeschooling verwenden. Anonymität für Homeschooler wird explizit zugesichert.
Quelle: http://biba-blitzlicht.bildungsbarometer.de

Literatur, Studien und Termine Ausgabe #45

Schulpflicht und Bildungsfreiheit in Europa
Nicht nur in Deutschland gibt es die so genannte "Schulpflicht". Doch nur in Deutschland wird sie in der Praxis als Schulzwang ausgelegt. Wie sieht die europäische Bildungslandschaft aus? ...
Quelle: Gratis Download am 20.10.2008 von www.unerzogen-magazin.de


Zum neuen Buch "Etikettenschwindel Familienpolitik"
Lufthoheit der Eltern
...Elterngeld und Krippenoffensive suchen mit erheblichen materiellen Anreizen und massivem Medieneinsatz ein neues familienpolitisches Leitbild zu implementieren, das sich aus einer Verbindung von wirtschafts- und geschlechterpolitischen Motiven speist: die Familie mit möglichst vollerwerbstätigen Eltern - vor allem auch Müttern - und spätestens ab dem zweiten Lebensjahr außerfamiliär betreuten Kindern. Diese Politik hat die Union ins Mark getroffen und wirft in der Tat grundsätzliche gesellschaftspolitische Fragen auf, denen sich Martin Lohmanns "Zwischenruf" widmet.
Man muss kein Anhänger des suggestiven Hauruckstils oder des ostentativen Subjektivismus eines Familienmenschen sein, um seinen engagierten Beitrag als Bereicherung einer Debatte zu schätzen, die so stark von Vorurteilen, von Ideologie und von subtilen Verschiebungen des Sagbaren und des Nicht-Sagbaren geprägt ist. Lohmann präsentiert keine systematische, sozialwissenschaftlich fundierte Analyse und auch keine Zahlen im Stile der OECD-Statistiken über die Relation von elterlichen Kontaktminuten und Abiturnotendurchschnitt, mit denen sich alles und nichts rechtfertigen lässt. Es geht ihm um inhaltliche Aussagen aus praktischer Vernunft.
Im Zentrum steht die Wahlfreiheit für die familiären Lebensentwürfe, von der freilich alle Seiten im familienpolitischen Streit reden - oft genug freilich als ziemlich leere Bekenntnisformel. Denn während das Verdikt der berufstätigen "Rabenmutter" erfolgreich aus dem Sprachverkehr gezogen ist, gilt dies keineswegs - wie das immerhin zum Unwort des Jahres erkorene Wort der "Herdprämie" zeigt - für die Diffamierung der "Heimchen", die sich vorrangig um ihre Kinder kümmern.
Lohmann will die Entscheidung, wie sie ihr Familienleben und ihre Kinderbetreuung gestalten wollen, in die Hände der Familien gelegt wissen - wobei außer Frage steht, dass in Fällen, in denen Eltern ihrer Verantwortung nicht gerecht werden, anders zu handeln ist. Grundsätzlich aber plädiert er für die "Lufthoheit der Eltern" - und traut ihnen etwas zu, anstatt sie, wie es inzwischen üblich geworden ist, unter Generalverdacht zu stellen, sie könnten ihre Kinder nicht erziehen, jedenfalls nicht so gut wie staatliche Stellen. Das aber ist die entscheidende Perspektive: Es geht um Bürgerfreiheit und Bürgerverantwortung statt bevormundender Staatsfürsorge. ...

Martin Lohmann: Etikettenschwindel Familienpolitik. Ein Zwischenruf für mehr Bürgerfreiheit und das Ende der Bevormundung. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2008. 222 S., 19,95 Euro.

Quelle: FAZ am 20.10.2008


Gründungsveranstaltung für ein Institut für demokratische Bildung.
Treffen in der Lernwerkstatt, Erziehungswissenschaftlichen Fakultät, Karl-Heine-Str. 22b, Leipzig am 8. und 9. November 2008
Um eine Anmeldung bis zum 27.10.2008 wird gebeten unter idb(@)bildung-in-zukunft.de
Quelle und weitere Info: Initiative Bildung in Zukunft (BiZ)
Ergebnis der Suche in der FIS Bildung Literaturdatenbank unter dem Schlagwort "Elternrecht" für 2008
1 Wobbe, Petra: Homeschooling weiter verboten. Schulbesuchspflicht bleibt zulässig. 2008 (gedruckt; Zeitschriftenaufsatz)
2 Döbrich, Peter: "How good is our school?" 2008 (gedruckt; Zeitschriftenaufsatz)
3 Erzwingungshaft bei Schulpflichtverletzung. 2008 (gedruckt; Zeitschriftenaufsatz)
4 Sorgerechtsentzug bei Verletzung der Schulpflicht. Beschlüsse des Bundesgerichtshofs vom 11. Speptember und 17. Oktober 2007 (XII ZB 41/07; XII ZB 42/07). 2008 (gedruckt; Zeitschriftenaufsatz)
5 Hoffmann, Birgit: Staatliche Wächteramt und Schule. Kindesschutz als schulische Aufgabe. 2008 (gedruckt; Zeitschriftenaufsatz)
6 Lambert, Johannes: Verbesserung des Kinderschutzes. Änderungen und Ergänzungen des Schulgesetzes. 2008 (gedruckt; Zeitschriftenaufsatz)
7 Minten, Georg: Schulpflicht und europäische Menschenrechtskonvention. Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 11. September 2006. 2008 (gedruckt; Zeitschriftenaufsatz)
8 Nolte, Gerald: Staatliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kinderwohls. Rechtliche Rahmenbedingungen in Fällen von Kinderrechtsverletzungen. 2008 (gedruckt; Zeitschriftenaufsatz)
9 Rux, Johannes: Schulpflicht und Sorgerecht. Zum Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) vom 11.9.2007 - XII ZB 41/07. 2008 (gedruckt; Zeitschriftenaufsatz)
Quelle: Fachportal Pädagogik (FIS) am 23.09.2008
Anmerkung: Soviel (und nicht mehr) zum Thema Elternrecht in der Pädagogik!

17. Oktober 2008

Interessante Links zu Bildungsfreiheit (Ausg. #44)

Von seiner Schule vergrault
Fittester IT-Lehrer ist keiner mehr
Der Magdeburger Olaf Kleinschmidt bekommt einen Preis als bester Computerpädagoge. Allerdings hat er sich bereits beurlauben lassen, weil Schulen ihm zu träge sind. ...
Er hat ein mit viel digitaler Technik gestütztes Programm fürs Fernlernen entwickelt. Dafür bekommt er am Montag einen von Bill Gates ausgelobten Preis der IT-Wirtschaft...
"Andere Schulen verbieten Handys, wir teilen sie an die Schüler aus!", lautet Kleinschmidts Slogan. Zeitversetzt können die Schüler sogar am Unterricht teilnehmen. Ihre Klassen in Magdeburg notieren die Tafelanschriebe auf so genannten Tablett-PCs - so werden sie elektronisch gesichert. Und können von den Mitschülern überall auf der Welt über die Fernlernseiten des Sportgymnasiums abgerufen werden. Kleinschmidts Projekt heißt "moUnt", das steht für "mobiler Unterricht". ...
Eine Unternehmensgruppe aus der IT-Branche sieht Kleinschmidt sogar schon als neues Rollenmodell für die deutsche Lehrerschaft, die bislang mit Computern, E-Learning oder digitalen Unterrichtsformen wenig am Hut hat. ...
Ihm ging es mit dem Einsatz von IT für den Unterricht nicht nur ums Fernlernen. Die ganze digitale Technikspielerei ist für ihn nur ein Hilfsmittel, um zum selbstbestimmten Lernen zu kommen. Kleinschmidts Ziel ist nicht, möglichst viele Computer in die Schulen zu holen, sondern das Lernen 2.0 möglich zu machen - also die Nutzung des Internets, um individuell und gemeinsam neues Wissen zu kreieren.
"Lernen muss selbstgesteuert und unabhängig von Ort und Zeit möglich sein", sagt Kleinschmidt. "Das geht am besten mit Computern, die eine bessere Form der Aktivierung, Rückkopplung und emotionalen Steuerung des Lernens möglich machen."
Kleinschmidt geht der Schule nicht komplett verloren. Er betreibt eine Firma für mobile IT-Lösungen und zusammen mit Schülern "online-lernhilfe.de". Dennoch ist Kleinschmidt ein Symbol dafür, wie wenig bereit das Schulwesen für andere Unterrichtsformen ist. Es hat seinen fittesten IT-Lehrer vergrault.
Quelle: taz vom 12.10.2008


Aufstehen! Zwölf Jahre Schule sind noch zwölf Jahre zu viel.
Wie fülle ich eine Steuererklärung aus? Wie bestelle ich auf Englisch eine Bratwurst? Was ist Glück? Kann man Kartoffeln in der Mikrowelle garen? Wa­rum kann man tun, was man will, aber nicht wollen, was man will? Wann erschien die erste Platte der Ramones? All das wissen wir nach der Schulzeit immer noch nicht, egal ob sie zwölf oder 13 Jahre währt. Und wenn sie 20 Jahre dauer­­te, man wäre diesbezüglich nicht klüger, denn Gymnasiasten sollen Integrale berechnen, Amöben zeichnen und Carbonsäuren in die richtige Stoffgruppe einordnen. Dinge also, die man, sollte man sie eines Tages brauchen, innerhalb von Sekunden ergoogeln oder auf dem Taschenrechner ausrechnen kann. Immerhin hat man nach all den Jahren vielleicht die »Blechtrommel« gelesen und den »Fänger im Roggen«. Okay, manche lernen Häkeln.

Alles, was ich an Bildung und Wissen in meinem Leben bisher gebraucht habe, habe ich nicht in der Schule gelernt. Nicht einmal das Lesen – das verdanke ich der Sesamstraße. Und was ich in der Schule gelernt habe, habe ich vergessen, fast ausnahmslos. Nur die Glaziale Serie und die Erdzeitalter kann ich noch auswendig, dank eines Nazi-Lehrers, der das in jeder Stunde abfragte. Auch in 13 Jahren habe ich nur rudimentäre Einblicke in die Geschichte der Menschheit erhalten, für ganze Jahrtausende war schon damals keine Zeit. Ich kann auch nicht rechnen. Ich hatte zwei Mathelehrer, die versucht haben, mich zu motivieren. Der eine sagte immer: »Du musst dir nur sagen: ›Ich will!‹«, der andere versuchte es mit philosophischen Analogien: »Eine Gerade ist selten interessant, das ist im Leben ja auch nicht anders.« Das leuchtete mir zwar ein, hat mir aber auch nicht geholfen.
Irgendwas muss faul sein an der Schule, wenn man in neun Jahren Englischunterricht weniger lernt als in einem vierwöchigen Crashkurs, den man freiwillig besucht. Wenn man bei Guido Knopp mehr über Hitler erfährt als im Ge­schichts­­­unterricht. Wenn man auch nach dem Abitur und dem Hochschulabschluss noch Texte an die Redaktion schickt, in denen kein einziger Konjunktiv stimmt.
Nun kann man sagen, die Schule vermittle ja nicht nur Wissen, sondern auch soziale Kompetenz. Stimmt. Ich war ein äußerst selbstbewusstes, in mancher – zugegebenermaßen nicht jeder – Hinsicht frühreifes Kind, das mit acht Jahren schon 1. Vorsitzender eines Tierschutzvereins war. Als ich dann aufs Gymnasium kam, steckten mich die anderen Kinder in der Großen Pause in die Mülltonne, ich musste nach Schulschluss war­ten, bis die anderen weg waren, bevor ich mich nach Hause traute. In den letzten vier Jahren mei­ner Gymnasialzeit habe ich es aber tatsächlich ge­schafft, mich wieder aufzurichten und am Ende wieder der unbeschwerte, selbstsichere Mensch zu sein, der ich vorher einmal war. Sogar Schüler­spre­cher wurde ich schließlich – es war reine Not­wehr!
Der schulkritische Autor Dieter Heckenschütz berichtete, dass seine Versetzung einmal am Verdauungsapparat der Hydra gescheitert sei. Statt 13 dauerte seine Schulzeit deshalb 14 Jahre. Eine Hydra sei ihm später, schrieb er 40jährig, »nicht ein einziges Mal begegnet«. Das Gymnasium, argumentierte Heckenschütz, diene lediglich dazu, die Tickets für die Universität zu vergeben. Nicht möglichst vielen Menschen eine gute Bildung zu ermöglichen, sondern im Gegenteil möglichst viele auszusieben, sei seine Aufgabe. Weil immer mehr Jugendliche an die Universitäten strebten, würden die Anforderungen immer höher geschraubt, damit es letztlich weniger schaffen. Das mag derart verkürzt falsch sein, weist aber dennoch auf das wesentliche Problem hin: Der tatsächlich enorm gestiegene Leistungsdruck ist gewollt und nicht etwa ein unbeabsichtigter Nebeneffekt der Schulzeitverkürzung.
Unbestreitbar ist Bildung eine der wichtigsten Voraussetzungen des Menschen, die ihn zu Unabhängigkeit und Kritik befähigt – die Frage ist nur, was das mit der Schule zu tun hat. Seit über 20 Jahren werden an Schulen und Universitäten kontinuierlich die Lehrpläne umgestaltet. Geisteswissenschaften werden ab-, Naturwissenschaf­ten ausgebaut. Nicht die Befähigung selbst zu denken, ist Schulziel, sondern die Zurichtung für den Markt. Wenn diese Zurichtung kürzer dauert, ist dies gut und nicht schlecht.
Als Argument gegen die Verkürzung der Schulzeit wird angeführt, dass sie dazu diene, die Men­schen schneller dem Arbeitsmarkt, sprich ihrer Verwertung zuzuführen. Das muss aber nicht sein. Man könnte das Jahr genauso gut vorne wegstreichen und die Kinder einfach später einschulen. Ein Jahr länger eine unbeschwerte Kindheit zu haben, wäre doch auch schön.
Quelle: Jungle-World am 20.08.2008


Bildungsgipfel
Abschied von der Paukerschule
Hartmut von Hentig stellt dem Bildungsgipfel zehn Aufgaben ...
10. Allen am Bildungsgipfel Beteiligten ist zu wünschen, dass sie einmal ihre Schreib- und Konferenztische tatsächlich für einen Monat verlassen und sich je zu einem Drittel der Zeit an kreuznormalen Schulen, an Krisenschulen, an Schulen im Aufbruch aufhalten, möglichst zwei ganze Tage an einer - mit ausgiebiger abendlicher Aussprache in der Schulgemeinde. Sie kennen
ihre Schulen nicht wie sie sind, sondern wie sie ihnen von Journalisten, Lobbys, Forschergruppen, Anklägern und vortragenden Beamten geschildert werden. Sie würden ernüchtert und ermutigt heimkehren und entweder schneller zur Einigung untereinander kommen oder über die richtigen Aufgaben streiten.
Quelle: Frankfurter Rundschau am 13.10.2008
... Noch mehr Familien sind wegen Verfolgung aus Deutschland geflohen. Familienrichter und Jugendämter waren bereit und willig, Kinder aus der Obhut ihrer Eltern zu nehmen, schlicht weil sie Homeschooling betrieben. ...
Kathy Sinnoth, eine irische Europa-Parlamentarierin, kritisierte Deutschlands Umgang mit Homeschooling und wie das Jugendamt dort in Deutschland lebenden Nichtdeutschen behandele. In einem kürzlichen Presseartikel sagte Sinnot: "Deutschlands Verfahren gegenüber Homeschooling kompromitiert dieses \[Europäische Mobilitätsgesetz\] und zwingt Familien zwischen Job und den besten Interessen für Kinder zu wählen. Der Bedarf an familienfreundlichen Arbeitsbedingungen muss innerhalb der ganzen EU anerkannt werden. Wir brauchen Flexibilität bei der Erziehung und Bildung für Kinder, die wegen einer Arbeitsstelle nicht permanent an einem Ort wohnen. Und da ist ein Handlungsbedarf wegen dem Verhalten gegenüber nichtdeutschen Familien bei den deutschen Familiengerichten. Ich hoffe, dass der Dialog zwischen der Kommision und der deutschen Regierung diese diskriminierende Situation lösen wird."
Quelle: Financial Blog am 15.10.2008 (engl.)
Hier lernen die Schüler mit Wut im Bauch
An der Schimper-Realschule ist seit dem vergangenen Freitag nichts mehr, wie es einmal war. An diesem denkwürdigen Tag stehen die Klassenzimmer plötzlich wie auf Kommando leer – rund 700 Schüler stellen geschlossen das Lernen ein und boykottieren den Unterricht. ...
Diese Aktion ist der vorläufige Höhepunkt einer negativen Entwicklung, die – glaubt man Schülern und Lehrern – allein Schulleiter Christoph Egerding-Krüger zu verantworten hat. Ihm wird vorgeworfen, dass er in keinster Weise auf die Bedürfnisse seiner Schüler eingehe und – noch viel schlimmer – Gefallen am Mobben habe. Davon seien Schüler und Teile des Lehrerkollegiums gleichermaßen betroffen.
Zahlreiche Eltern würden sich über "geradezu katastrophale Zustände" beschweren. ...
... der Pressesprecher des Regierungspräsidiums. Und wie wird es weitergehen? "Wir befinden uns in einer Phase des Nachdenkens", weicht Weber einer konkreten Antwort aus. Man könne deshalb auch keinen konkreten Zeitrahmen vorgeben, in dem sich die Situation beruhigt und wieder Ruhe an der Schule einkehrt. ...
Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung am 16.10.2008
Lehrer beschweren sich über zunehmende «Klagewut» von Vätern und Müttern
Egal ob es um vermeintlich ungerechte Noten geht, um schlechte Unterrichtsmethoden oder zu viele Hausaufgaben - bei der Schulbildung ihrer Kinder erheben Eltern immer öfter Einspruch. Lehrer beschweren sich über eine wachsende «Klagewut» unter Vätern und Müttern. «Eltern neigen immer mehr dazu, gleich den Anwalt einzuschalten», sagt Ludwig Eckinger, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE). ...
Quelle: ad-hoc news am 11.10.2008
Privatschule statt Homeschooling: Nach dreijährigem Streit entschied das Verwaltungsgericht Stuttgart, dass der Verein der Evangeliums-Baptisten eine eigene Schule betreiben darf. ...  
Nun einigten sich Verwaltungsgericht und Baptisten auf einen Kompromiss: Die Schule soll anerkannt werden, dafür sind die Betreiber an Auflagen gebunden. Ab der fünften Klasse muss die Evolutionstheorie "mit der nötigen Seriosität und dem nötigen Umfang" dargestellt werden, so der Richter. Das pädagogische Konzept muss an die staatlichen Schulen angepasst werden. Außerdem verpflichtet sich die Schulleitung, neue Lehrer einzustellen, deren Qualifikation nachgewiesen werden muss. Ein naturwissenschaftliches Labor und eine Sporthalle sollen zudem eingerichtet werden. ...
Wie "Spiegel Online" berichtete musste etwa ein hessisches Ehepaar mit sieben Kindern bereits für drei Monate ins Gefängnis, weil sie die Schulpflicht ignorierten. In Bayern wurden Mitglieder einer Glaubensgemeinschaft namens "Zwölf Stämme" zu Beugehaft und insgesamt 130.000 Euro Bußgeldern verurteilt. Mittlerweile dürfen sie eine staatlich kontrollierte "Ergänzungsschule" betreiben, die keinen Sexualkundeunterricht erteilt, und in der die Eltern die Lehrer selbst aussuchen. Als staatliche Auflage müssen Letztere ihre Qualifikation nachweisen. ...
Quelle: Christliches Medienmagazin Pro am 15.10.2008
Von einer Schule zur anderen
Madleen Richter ist Luftakrobatin im Circus Voyage. 16-Jährige macht jetzt ihren Realschulabschluss an der Zirkusschule NRW. "Ich war bestimmt in 600 Schulen" ...
Als Zirkus-"Kind" kommt man rum. "Und das hat mir gut getan, ich bin dadurch sehr aufgeschlossen geworden." ...
"Das letzte Jahr hatte ich einen Privatlehrer und bin gut vorbereitet". Jetzt arbeitet sie mit Laptop, Kopfhörern und Mikro: Jeden Freitag loggt sie sich pünktlich um 10:30 Uhr mit anderen Schülern von irgendwo bei der Zirkusschule ein und arbeitet per Konferenz an den aktuellen Aufgaben. ...
Quelle: Printausgabe Lüdenscheider Nachrichten am 17.10.2008

10. Oktober 2008

Schulverweigerer lernen anders! Chancen für Schulinkompatible und andere Nichtschüler

Schulverweigerung:
http://www.wdr.de/tv/monitor/pdf/080904_c_schule.pdf
http://www.wdr.de/themen/global/webmedia/webtv/getwebtvextrakt.phtml?p=400&b=041&ex=4
http://bildungsklick.de/topic/schulverweigerer
http://www.zweite-chance.eu/content/e1036/e1103/e1275/alle_F%C3%B6rdergebiete.pdf
In den üblichen Schulverweigerer-Projekten wird in ca. 5 Monaten zum Hauptschulabschluss geführt.
Schulverweigererprojekte beschreiten auch oft den besseren Weg:
http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/schule/;art295,2409693
http://www.iple.de/
Eine andere Möglichkeit sind Berufsbildungszentren, z.B. das Berufsbildungszentrum Waiblingen bei Stuttgart. Diese bilden junge Menschen aus, die keinen Schulabschluss erzielen konnten (wirklich hoffnungslose Fälle und oft aus anderen Gründen) und vermitteln diese dann an die umliegenden Firmen.
Schulabschluss:
http://www.zeit.de/2007/06/C-Fernschule
http://www.zweite-chance.eu/content/e1036/e1103/e1275/alle_F%C3%B6rdergebiete.pdf
Das Lernen und sich selbst Vorbereiten auf einen Schulabschluss ist immer der erfolgversprechendste Weg. Die letzten Monate meldet man sich in einer kooperierenden Schule an und erlangt den offiziellen Schulabschluss - vorausgesetzt man hat was gelernt und die regulären Prüfungen bestanden.

Abitur:
http://www.abi-nachholen.de/
Zumindest in Baden-Württemberg gibt es keine besonderen Zugangsvoraussetzungen für die Externenprüfung. Man muß seinen Wohnsitz dort haben. Es gibt auf dem Anmeldeformular eine Frage dazu, wie man sich darauf
vorbereitet hat. Es schadet nicht, dort etwas ausführlicher zu beschreiben, wie z.B.: selbständig mit Büchern, Abivorbereitungsmaterial, Internet und Ähnlichem. In anderen Bundesländern kann dies auch anders aussehen.
Dies kann sich aber sicher im Laufe der Jahre ändern und von daher sollte man sich vorher kundig machen. Und falls diesen Weg viele Menschen gehen sollten wäre denkbar, dass die
Behördenangst wieder mal zu groß wird und diese Richtlinien oder Gesetzte geändert werden. Mal sehen.
In Bayern kann man das Abi extern ab sechzehn machen. Soweit bekannt muß man dazu nicht in Bayern wohnhaft sein, sondern kann auch aus einem anderen Bundesland kommen.
Im Allgemeinen müsse man "eine angemessene Vorbereitung nachweisen" - Abschlüsse auf
niedrigerem Niveau werden nicht verlangt. Wenn man also erklärt, welche Bücher man zur Vorbereitung durchgearbeitet hat und dies dem geforderten Niveau entspricht, sollte
es kein Problem sein. Das ils bietet übrigens drei verschiedene Kurse an, darunter einen,
der auf einem Hauptschulabschluss ("mit befriedigenden Durchschnittsleistungen") aufbaut.

Fernschulmöglichkeiten gibt es z.B. bei SGD (Studiengemeinschaft Darmstadt), ILS (Institut für Lernsysteme Hamburg), Flexschule Freiburg (mit Erziehungshilfen) oder bei der Webschule Bochum. Alle diese Einrichtungen führen zum Abitur, dürfen aber die Prüfungen nicht selbst abnehmen. Die Prüfung wird als Externenprüfung oder an einer vereinbarten Schule abgelegt.
Nur die Flexschule kann staatlich (über Empfehlung eines Jugendamtes) finanziert werden.
Andere, viel leichtere Möglichkeiten gehen über den 2. Bildungsweg: Abgeschlossene Lehre, ein Jahr Meisterschule, studieren ohne Abitur.
Oder einfach über ein Berufskolleg Abitur machen. Ich habe auch gerade von EU-Fördermitteln gelesen, die für Schulverweigerer eingesetzt werden sollen im Rahmen der "2. Chance"-Programme.
Andere Möglichkeiten der Erlangung der Hochschulreife bestehen natürlich im Ausland (Frankreich, England, Irland oder eigentlich überall), wo nirgendwo Schulbesuchszwang besteht und der Staat teilweise sogar auch Selbstlernen fördert (finanziell und/oder mit Materialien).

Studium
http://www.dailymotion.com/bildung4ever/bildungsgipfel
Dort liegt ein Video mit dem Titel "Studieren ohne Abitur":
http://www.dailymotion.com/bildung4ever/bildungsgipfel/video/x5srxz_tagesschau-studieren-ohne-abitur_news
Ein in der Szene bekannter Deutsch-Amerikaner z.B. hat es ohne Abitur in Freiburgs zum Magister in Linguistik gebracht, nur mit dem "Zeugnis" seiner Mutter, die ihn frei hat lernen lassen. Heute arbeitet er an seiner Doktorarbeit in Bamberg. Einige Universitäten gehen von der Anerkennung der Hochschulreife ab über zu Aufnahmeprüfungen. In NRW z.B. wird auch über ein vereinfachtes Verfahren zum Studium ohne Abitur nachgedacht. Bei der Fernuniversität zu Hagen gibt es bereits Möglichkeiten für entsprechende Bacheler- und Masterstudiengänge.
Auch als jemand mit Facharbeiterbrief könnte man studieren: nach 1-jähriger Meisterschule darf man sich anschließend um das sog. "Meisterstudium" an einer Universität bewerben. Das ist der gesetzlich garantierte Weg über die Praxis zum akademischen Abschluss.

3. Oktober 2008

Bildungsfreiheit in den Ländern Europas und darüber hinaus

Eine umfassende Übersicht zu den Möglichkeiten schulfreier Bildung (Homeschooling) findet sich in der neuesten Ausgabe 3/08 des Magazins "unerzogen", das dieser Tage erscheint.
Quelle: http://www.unerzogen-magazin.de/

Interessante Bildungsfreiheit-Links (Ausgabe #42)

Schülerinitiative zur Verbesserung im Schulsystem (SzViS)
Da die Schüler|innen im deutschen Schulsystem sehr wenig oder gar nichts zu sagen haben gründeten wir eine Schülerintiative. Wir möchten einen Zusammenschluss von Schüler|innen bilden, jeder kann mitmachen! ...
Quelle: http://www.szvis.de.vu/


Blog von Bildungsexperte und Autor von "Der talentierte Schüler und seine Feinde", Andreas Salcher im Österreichischen "Kurier" mit schonungslosen Analysen. Salcher als Schüleranwalt für bisher 2 Monate.
Quelle: http://www.kurier.at/interaktiv/blog/schueleranwalt/
Blog "Freiheit macht klüger"
Quelle: http://freiheitmachtklug.wordpress.com/
Schluss mit der Dressurschule!
"Es ist kein Naturgesetz, dass Kinder die Lust am Lernen verlieren!" Der Neurobiologe Gerald Hüther spricht mit SZ Wissen über Schulstress, Magersucht und Drogen. ...
Hüther: Es gibt keine Motivation von außen. Wir haben lediglich die Möglichkeit, die Motivation, die ein Kind von vornherein mitbringt, nicht kaputt zu machen. ...
Hüther: "Schule muss wehtun!" Mit dieser Haltung werde ich immer wieder bei meinen Vorträgen konfrontiert. Da kommt dann zum Beispiel ein Mann auf mich zu und sagt: "Ich hab das auch alles erlitten und bin trotzdem Professor geworden.“ Ich erwidere dann meistens: "Wer weiß, was aus Ihnen geworden wäre, wenn Sie Spaß gehabt hätten?“ Dann werden die Leute oft sehr nachdenklich. ...
Quelle: Süddeutsche Zeitung am 30.09.2008
Die Dinge selber tun
Der Elternverein »Schulwerkstatt« hat das von ihm bisher gemietete Schulgebäude in Altenriet gekauft. Verkäufer des 2 700 Quadratmeter großen Grundstücks und des Schulgebäudes mit einer Grundfläche von 260 Quadratmetern sind die Brüder Wurster, deren Bekleidungsfirma insolvent geworden war. Der Mietvertrag wäre noch bis Ende August 2013 gelaufen. ...
Quelle: Reutlinger Generalanzeiger am 01.10.2008
Polen: Rechtskonservative Partei im Kampf gegen Schulpflicht ab sechs Jahren
Oppositionspartei PiS will mit Widerstand gegen frühere Einschulung punkten und geht gegen unpopulären Regierungsplan auf die Barrikaden ...
Quelle: Der Standard (A) am 29.09.2008
Luzerner Stimmbürger sagen Nein zur Schulharmonisierung
Im Kanton Luzern sollen die Kinder nicht bereits als Vierjährige eingeschult werden und ein zweites Kindergartenjahr besuchen müssen. Die Stimmberechtigten haben den Beitritt zum HarmoS-Konkordat mit 41 399 zu 65 882 Stimmen klar abgelehnt. ...
Quelle: swissinfo.ch am 28.09.2008
Skepsis gegenüber einer allgemeinen Schulpflicht ab 4 Jahren
LI-PAPER. HarmoS setzt die fragwürdige Tradition der Vereinheitlichung, Zentralisierung und Gleichmacherei im staatlichen Bildungswesen fort. ...
Die einheitliche Staatsschule ab 4 führt zu einer weiteren DDR-isierung Europas und der Schweiz: Je früher und je mehr staatlich-kollektiv, desto besser, so das Motto der Etatisten aller Länder und Parteien. Der offenbar für verderblich gehaltene Einfluss der bürgerlichen Familie muss demzufolge so früh wie möglich durch staatliche Zwangsinstitutionen ersetzt werden. ...
Quelle: Liberales Institut (CH), September 2008

26. September 2008

Interessante Links zu Bildungsfreiheit #41

Keine staatliche Anerkennung für fremde Konzepte
VG Karlsruhe: ... Zwar lasse das baden-württembergische Schulgesetz den Unterricht außerhalb der staatlichen Grundschulen in zwingenden Ausnahmefällen zu. Eine solche Ausnahme bestehe jedoch nicht, wenn die öffentlichen Schulen lediglich wegen ihrer Unterrichtsinhalte und Lernziele abgelehnt würden (Urteil vom 15.07.2008, Az.: 11 K 922/08, rechtskräftig, BeckRS 2008, 39196).
Die Mutter des Klägers hatte das VG Karlsruhe angerufen, weil ihr Sohn eine von ihr ausgesuchte private Schule besuchen sollte. Sie hatte geltend gemacht, die an dieser Schule praktizierten Lernmethoden und -ziele seien aufgrund ihrer ganzheitlichen Ausrichtung besser für ihren Sohn geeignet als die pädagogischen Konzepte, die an staatlichen Schulen vorherrschten. ...
Quelle: Beck aktuell am 24.09.2008
Anm.: Die pädagogischen Konzepte der staatlichen Schulen sind seit 70 Jahren wohlbekannt und relativ einheitlich: Betreuungsschlüssel 1/30, Absitzen im 3/4 Takt auf harten Holzstühlchen, Kommandos ausgeben, Lehrplan eintrichtern.


Steuererhöhung zugunsten der Bildung
Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) hat mit dem Vorschlag für Wirbel gesorgt, zugunsten der Bildung die Mehrwertsteuer weiter zu erhöhen. "Wer ein in sich konsistentes, kostenloses Bildungssystem von der Kita bis zur Uni will, kommt am Ende trotz aller Sparbemühungen um Steuererhöhungen nicht herum", sagte Bullerjahn "Spiegel Online". ...
Quelle: AFP am 22.09.2008
Schluss mit der Dressurschule!
"Es ist kein Naturgesetz, dass Kinder die Lust am Lernen verlieren!" Der Neurobiologe Gerald Hüther über die Folgen von Druck in der Bildung. ...
Quelle: Süddeutsche Zeitung am 17.09.2008
Anm.: Ein Interview mit allen Argumenten für Homeschooling - das wird nur nicht erwähnt.
Alternatives Lernen  - Wie es euch gefällt
An Sudbury-Schulen lernen Kinder ohne Klassen und Noten - und Skeptikern zum Trotz auch ohne Chaos. ... Deutschland hinkt hinterher ...
Mit diesen Merkmalen gehören die Sudbury-Schulen zur Bewegung der "demokratischen Schulen", von denen es weltweit mittlerweile mehr als 100 gibt. In Deutschland bemühen sich die meisten Initiativen bisher allerdings vergeblich um eine Genehmigung. "Das hängt auch damit zusammen, dass das deutsche Schulsystem mehr als andere von Hierarchien geprägt ist", sagt der Erziehungswissenschaftler Hans Brügelmann von der Universität Siegen, der sich seit langem mit dem Thema beschäftigt. ...
Quelle: SZ am 21.09.2008
Selbstbestimmt Lernen
Lernkongress 2008 fordert Wandel der Lernkultur ...
Der Leiter des Transferzentrums, Hirnforscher Prof. Manfred Spitzer, ist zugleich Direktor der Psychiatrischen Uniklinik in Ulm und kann mit Erkenntnissen aus der Hirnforschung zeigen, wie sich Lernen ändern muss.
Wenn wir auf eine heiße Herdplatte fassen, lernen wir sofort, dass das nicht gut ist, aber im Gehirn ist dabei der Mandelkern beteiligt, eine Region, die mit Angst zu tun hat. Darum löst jede heiße Herdplatte in Zukunft Angst aus. Deshalb taugt derartiges Lernen nur zum Überleben, nicht aber zum Entwickeln neuer Ideen:
"Angst und Kreativität schließen sich aus. Wenn man also heute mit Angst lehrt, dann sorgt man dafür, dass das Gelernte, selbst wenn es hängen bleibt, zum kreativen Problemlösen nichts taugt. Jeder kennt wahrscheinlich jemanden, oder ist selbst betroffen: Wenn der 'ne Formel sieht, verfällt der in so 'ne intellektuelle Totenstarre: Oh, Mathematik konnt' ich noch nie und fertig war's das, ja?"
Eine Lernkultur, die auf Angst aufbaut, macht so aus kleinen wissbegierigen Kindern in kurzer Zeit Schüler, die sich fragen, wie man die Schule heil übersteht. Das lässt sich vermeiden, wenn Lernen das Hirn genauso nutzt, wie bei kleinen Kindern. Manfred Spitzer: "Dieses System hat also ganz viel mit positiven Emotionen zu tun - es macht nämlich positive Emotionen - und mit Lernen. Und wir wissen das erst seit wenigen Jahren, wie eng verknüpft in einer Struktur, die heißt Nucleus Acumbens, die liegt mitten in unserem Kopf, und in dieser Struktur ist, wenn man so will, Glück und Lernen ganz eng miteinander verknüpft."
Damit Lernen gelingt muss nicht eine Klasse, sondern jeder einzelen Schüler wahrgenommen und geschätzt werden. Das braucht, genau wie Kreativität eine gewisse Muße. Vollgestopfte Lehrpläne dagegen verhindern Erfolg. Jeder Schüler muss sein Lerntempo wählen können, damit er selbstbestimmt lernen kann. Das geht nicht mit Frontalunterricht. ...
Quelle: dradio online am 15.09.2008
„Die Bedeutung der Schule wird oft überbewertet“
Trompete, Fußball oder Zeit zum Träumen – was brauchen Kinder am Nachmittag? Beides, sagen Experten. ...
Generell warnt Zellmann davor, junge Menschen zu sehr zu verplanen. „Gerade Kinder und Jugendliche brauchen Zeiten scheinbaren Nichtstuns, um zu sich zu finden.“ Beide Extreme – zu wenig Stimulation wie Überforderung – hält er für gleich schlecht. „Diesbezüglich kann man aber keine Richtlinien aufstellen – das ist von Kind zu Kind verschieden.“ ...
Quelle: Die Presse am 21.09.2008
Skepsis gegenüber einer allgemeinen Schulpflicht ab vier Jahren
Das Kind gehört sich selbst und seinen Eltern und nicht dem Staat. Die allgemeine obligatorische Schulpflicht war eine Errungenschaft des liberaldemokratischen laizistischen Staates. Das ändert nichts an der Tatsache, dass die Schulpflicht allen Eltern und Kindern einen Zwang auferlegt. Was an Verstaatlichung im 19. Jahrhundert als Abwehr des konfessionell dominierten Schulwesens möglicherweise notwendig war, hat für das 21. Jahrhundert keinen Modellcharakter mehr. Heute geht es um die Befreiung des Bildungswesens aus den egalitären staatlichen Fesseln und um den schrittweisen Übergang zu flexibel und autonom gestalteten Formen der Kombination von Lernen, Arbeiten und Musse während des ganzen Lebens. ...
Die frühe Schulpflicht wird auch als Massnahme der Frauenförderung propagiert. Sie unterliegt dem Trugschluss, dass Kinder lediglich eine zeitliche und finanzielle Belastung darstellen, die Eltern so früh wie möglich an den Staat abschieben wollen. Selbst wenn eine Mehrheit dies tun will, soll eine Minderheit nicht dazu gezwungen werden. Die Kleinkindererziehung ist für Väter und Mütter auch eine grosse Chance. Auch Eltern werden erzogen und gezähmt – durch ihre Kinder. Warum soll man jenen Frauen und Männern, die den Kontakt mit Kindern als bildend und bereichernd empfinden, diese Chance wegnehmen? Auch hier geht es allenfalls um Minderheiten, aber um Minderheiten, die aus liberaler Sicht besonders schutzwürdig sind.
Zeit mit Kindern ist viel wert, und wer staatliche Schulzeit zulasten der Familienzeit ausweitet, nimmt jenen Eltern, die Familienzeit schätzen, etwas weg. Jene Familienpolitik, welche nur finanzielle Entlastung der Eltern durch kollektive, staatsfinanzierte Institutionen als «familienfördernd» betrachtet, beruht auf Irrtümern. Die Familie wird auch dadurch gefördert, dass man sie in ihrer Notwendigkeit wirksam bleiben lässt und herausfordert. ...
Quelle: Neue Züricher Zeitung am 25.09.2008, eigentlich bezüglich "Harmos" in der Schweiz

19. September 2008

Interessante Links zu Bildungsfreiheit #40

Die Freie Bildung
Rede anläßlich des ersten Bundestreffens der Libertären Plattform in Sachen Bildungsfreiheit ...
Ich fasse in Sachen Schulpflicht zusammen: Selbst wenn man anerkennt, daß der Mensch es sich schuldet, sich am Leben zu erhalten oder sich gar zu bilden, so kann es eine Schulpflicht nicht geben – und eine staatliche schon gar nicht.
Die Gründe noch einmal auf den Punkt gebracht:
• Lernen als Erkenntnis gewinnen ist keine Handlung
• Schule ist eine Methode, kein Wert
• Beschulung ist keine gute Methode
• Unterricht ist nur ein Teil von Bildung
• Staatliche Schulen sind unfrei

Eine staatliche Schulpflicht könnte es also nur geben, wenn
• der Mensch es dem Staat schuldet, so gebildet zu werden, wie es die Protagonisten des Staates wünschen
• Bildung bestmöglich durch Unterricht erworben werden könnte
• Beschulung die einzige Möglichkeit zur Bildung wäre
• Schule an sich ein Wert wäre
• Lernen nicht Erkennen, sondern eine Handlung wäre

All dies ist nicht der Fall. Und deshalb gibt es keine Schulpflicht. ...
Lesen Sie hier die ganze Rede: http://www.freiheitsfreunde.de/


Rosemarie und Jürgen Dudek unterrichten ihre Kinder zu Hause – deshalb droht ihnen nun das Gefängnis ...
Lukas hat Geschichte und erledigt gerade die heutige Stillarbeit. Das Wichtigste der gerade gelesenen Kapitel schreibt er in sein Heft nieder. Er arbeitet konzentriert und hat eine für einen 14jährigen erstaunlich ordentliche Handschrift. Als er fertig ist, setzt sich der Lehrer zu ihm und gibt ihm eine kleine Einführung in das Thema der nächsten Wochen, die Epoche der Aufklärung. ...
Was in anderen Klassenzimmern selten geworden ist und ein wenig an die Zwergschulen vergangener Tage erinnert, funktioniert im hessischen Archfeld im Ringgau. In einer ruhigen Atmosphäre lernen Daniel und Lukas selbständiges Arbeiten mit einem Lehrer, der Zeit hat, auf den einzelnen Schüler einzugehen. ...
Diese Probleme sind vielseitig: Hochbegabung oder Lernschwächen in einem bestimmten Fach, besondere Sensibilität gegenüber Mobbing, Erkrankungen des Kindes können im normalen Schulbetrieb nicht berücksichtigt werden. Die individuelle Förderung bleibt oft ebenso auf der Strecke wie die Vermittlung oder wenigstens Einhaltung grundlegender Verhaltensnormen und Werte.  Die wenigsten Eltern fühlen sich durch die Schulpflicht in ihrer Religionsfreiheit eingeschränkt. Insofern ist Familie Dudek ein Sonderfall, denn ihr Gewissen und ihr Glaube bestimmen ihre Entscheidung. Sie sind überzeugt, nichts Unrechtmäßiges zu tun. Juristisch betrachtet macht das die Sache für sie nicht einfacher. ...
Für den ältesten Sohn, Jonathan, ist die Sache schon durchgestanden. Er hat bereits eine Lehrstelle angetreten. Vorher aber hat er Anfang des Jahres für einige Monate die örtliche Realschule besucht, um dort seinen Abschluß zu machen. Eine Externenprüfung hatte das Schulamt nicht zugelassen. Jonathan wurde Klassenbester. Eine Durchschnittsnote von 1,1 krönt nun die Anstrengungen seiner Eltern. Und bestärkt sie.
Quelle: Junge Freiheit am 12.09.2008 (Mit Angabe von Literatur und Internetseiten zum Thema)
Anm.: Ein wohlwollender Artikel, der dem Homeschooling am angegebenen Ort nicht unbedingt dienlich ist.
Lebenslügen progressiver Schulpolitik
Von Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes
Egalitäre Schulpolitik und kuschelige Schulpädagogik sind ein Friedhof, auf dem beständig Auferstehung gefeiert wird. Jedenfalls scheint es so, als ob manche der progressiven und ewig-morgigen Schlaumeier wieder einmal drauf und dran sind, in die stets gleichen schulpolitischen und schulpädagogischen Fall-Gruben zu fallen. ...
Weit offen steht die Egalitäts-Falle, die Ideologie nämlich, dass alle Menschen, Strukturen, Werte und Inhalte gleich bzw. gleich gültig seien. Verlockung geht aus von der Machbarkeits-Falle, also vom Wahn, jeder könne zu allem begabt werden. Zusätzlich droht die Falle der Erleichterungs- und Gefälligkeitspädagogik. Schliesslich gibt es auch noch die Quoten-Falle, entstanden aus der planwirtschaftlichen Vermessenheit, es müssten möglichst viele Menschen mit dem Maturitäts-Zeugnis ausgestattet werden. Ich sehe in diesen vier Fallen ein «schulpolitisches Bermuda-Viereck», in dem Begabung, Qualität und Leistung zu verschwinden drohen. ...
Freiheit oder Gleichheit ... «Integrative Schule» ... Verlängerte Primarstufe ... Mehr Akademiker? ...
Quelle: Schweizerzeit am 19.09.2008
Kommentar: Man hört und liest so viel von den Segnungen einer Umbildung des Schulwesens zu früherem und dann aber längerem gemeinsamen Lernen, von den vermeintlichen Vorteilen ganztägiger Internierung der Schüler oder von der spar- und bildungspolitischen Notwendigkeit, allen Schulen ein einheitliches Profil zu geben, als wenn durch Umbenennung der Schulform individuelle Förderung und Chancengleichheit bewerkstelligt würde.
Da tut es auch einmal gut, so haben wir uns gedacht, Gegenstimmen zu lesen, wenn auch hier nicht immer des Pudels Kern getroffen wird. Denn: Bildung, ob in Schule oder wie auch immer, braucht völlige Freiheit. Und letztlich Mama, Papa, Onkel, Oma, Schwester, Nachbarn und Kollegen. Dafür bekommen in Finnland alle Kinder mindestens den Nachmittag zur freien Selbstbestimmung.
Privatschulen auf dem Vormarsch
Immer mehr Familien verabschieden sich vom staatlichen Bildungsangebot und schicken ihre Kinder stattdessen auf eine private Schule. Bald könnte jedes zehnte Kind bei einem freien Träger lernen. ...
"Wir beobachten viele engagierte und mutige Leute, die Verantwortung für eine Schule übernehmen wollen“", beschrieb gestern Andreas Wegener den Trend. ...
Die Arbeitsgemeinschaft der freien Schulen beklagt nicht nur die geringe finanzielle Unterstützung. Vielmehr würden sie auch in einigen Bezirken behindert. Als Beispiel nannte Anita Mächler von der Evangelischen Schulstiftung den Fall der Elterninitiative, die in Kreuzberg eine evangelische Grundschule gründen wollte. Erst nach massiven Protesten hat sich das Bezirksamt jetzt darauf verständigt, ein Gebäude zur entsprechenden Nutzung auszuschreiben. ...
Quelle: Tagesspiegel vom 17.09.2008 mit interessantem Forum
Neue Inhaftierungswelle in Bayern
Heute habe ich wieder mit meiner Nichte telefoniert. Sie ist so etwas, wie eine Schulversagerin. Sie macht folgende Dinge, die natürlich überhaupt nicht mit dem Konzept Schule vereinbar sind:
- Gerne und viel lesen
- Physikbuch von vorne bis hinten durchlesen (weil Physik Spaß macht)
- Mathe macht ihr auch Spaß
- Keine Grammatik lernen - lieber einfach die Texte übersetzen
- Kein auswendig lernen - lieber verstehen
Und zusätzlich hing schon recht lange eine Scheidung im Raum. Da kann die Schule natürlich keine Rücksicht nehmen. Denn für sie, genau wie für Millionen andere, heißt es: Morgens früh antanzen und dann gehorchen ist das Wichtigste!
Heute hat auch wieder in Bayern das Phänomen Schule begonnen ...
Quelle: Thousand Sunny's Weblog am 16.09.2008

12. September 2008

Interessante Links zu Bildungsfreiheit #39

Hervorragender, leider nur britisch verfügbarer Kommentar im Times Online Journal:
Down wiv school: children are best educated at home
This week need not be back-to-school week. Parents as well as their kids can benefit from home education
It is back-to-school this week. All over the country, stressed parents made last-minute dashes to the shops to force children to try on clumpy school shoes. Then they got up early, hurried their children into cars or on to buses, got stuck in jams, arrived later than intended and said a rushed goodbye. Then they found that the children had gone. Relief may have been mixed with melancholy, loss and a hope that the children were all right behind those high windows, told what to do by strangers. ...
Quelle: Times Online am 06.09.2008 mit Hintergrund und tollem Forum


"Gerade habe ich diesen Artikel gelesen: Down wiv school: children are best educated at home und die Gegendarstellung School Gate: Is homeschooling really such a good idea.
Ich wollte die Gegendarstellung etwas genauer unter die Lupe nehmen: ..."
Quelle: Blog -Thousand Sunny’s Weblog- am 08.09.2008

Noch ein interessanter Blog zu den Erfahrungen im Leben ohne Schule ...


Neue Eintrag in der Online-Enzyklopädie "Wikipedia": Freilernen (bitte sinnvoll ergänzen)


Schulpflicht ohne Schulreife (in der Schweiz)
Die frühere Einschulung ist nicht für jedes Kind das richtige Rezept
Ist das bildungspolitische Motto «Früher rein und früher raus», das auch das Reformprojekt Harmos prägt, tauglich für den Schulerfolg? Jedenfalls vernebelt nach Ansicht der Autorin eine Debatte, die sich nur auf das Schuleintrittsalter fixiert, andere wichtige Fragen. ...
Quelle: Neue Züricher Zeitung Online am 08.09.2008
Kommentar: Manche Menschen können nie reif für Schule werden. Zum Glück gibt es Alternativen für eine gute Bildung.
Schulbehörde erteilt Nenas Schule strenge Auflagen
Weiterbetrieb an Bedingungen geknüpft - Bessere Konzepte und stärkere Leistungskontrollen eingefordert ... Nun hat die Schule aufgetragen bekommen, die Kompetenzen der einzelnen Schüler genau festzustellen und für jeden von ihnen ein individuelles Konzept zu erarbeiten, wie bestehende Lücken gefüllt werden können. Die diagnostischen Fähigkeiten der Lehrkräfte sind zu stärken. Der Leistungsstand der Schüler muss regelmäßig per externer Lernstandserhebung überprüft werden. Eine weitere Auflage verlangt, dass Leistungsstand und -entwicklung für jeden Schüler genau dokumentiert werden, damit der Lernweg nachvollziehbar wird. Die Lehrer sollen mehr zielgerichtete Unterrichtsprojekte anbieten. Alle Schüler, für die die Schulpflicht endet, müssen zu einer externen, staatlichen Prüfung angemeldet werden. Wegen der großen Zahl von Kindern mit schwieriger Schulbiografie sollen Experten und eine wissenschaftliche Begleitung hinzugezogen werden, die auf Probleme von Schulverweigerung spezialisiert sind. ...
Quelle: Welt Online am 09.09.2008
Kommentar: Die Schulbehörden scheinen den ungewohnt freien Konzepten von Anfang an nicht getraut zu haben. Nun soll anscheinend nach und nach eine ganz gewöhnliche, wie üblich gegängelte Privatschule daraus werden. Weil der Staat es besser weiß. Und es werden natürlich Maßstäbe angelegt, die weit über dem liegen, was an staatlichen Schulen gefordert und realisiert wird.
Die Zukunft des Lernens
Dass die Bildung unserer Kinder die Zukunft dieses Landes ist, ist eine viel strapazierte Binsenweisheit. Doch wie bringt man den Lehrstoff in den jungen Gehirnen unter? Wie lernen die Kinder von heute? ...
Mit der wichtigen Frage, wie Deutschland sein Bildungssystem verändern kann, um aus der Pisa-Krise zu entkommen, beschäftigte sich der Hamburger Professor und Erziehungsexperte Peter Struck in seinem Vortrag. Dabei betonte er, wie wichtig es sei, das Lernen den neuen gesellschaftlichen Verhältnissen anzupassen, in denen Kinder aufwachsen: „Ein modernes Kinderzimmer ist voll gestopft mit Technik. Die Kinder wachsen in einer Medien-Gesellschaft auf. Das führt zu völlig anderen Denkstrukturen.“ ...
„Dass Schulen oft noch immer Unterrichtsvollzugsanstalten sind, in denen durch reines Zuhören Wissen vermittelt wird, ist einer der Gründe, warum viele Jungen in der Schule schlechter sind als Mädchen. Jungen lernen besser, wenn sie dabei aktiv sind und ausprobieren können.“
Zum Abschluss stellte Struck seine „15 Gebote des Lernens“ vor, die seine Erkenntnisse zusammenfasste: „Ein Großteil dieser Empfehlungen wird seit Jahren in Ländern wie Finnland praktiziert, die in der Pisa-Studie sehr gut abgeschnitten haben“, sagte Struck. „Deutschland muss sich vom alten Bild der Lehranstalt verabschieden und in der Zukunft ankommen.“
Quelle: Oberhessische Presse am 11.09.2008