27. Juni 2008

Schul(system)versagen ... ist das Versagen der Schule, nicht ihrer Schüler.

„Auf Sitzenbleiben folgen Depressionen“
... erklärt der Psychologe und weist darauf hin, dass auch bei Amokläufen ein wesentliches Motiv immer wieder das Schulversagen sei. ...
Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger am 20.06.2008


Dem Schulsystem nicht gewachsen
Allein in Kreuzberg ist ein Drittel der Fünf- und Sechsjährigen noch nicht reif für die 1. Klasse - Eingeschult werden sie trotzdem
Quelle: Welt Online am 21.06.2008
Bildungsgerechtigkeit
Alleingelassen in der Warteschleife Leben
Ratlos sind die Ratgeber. Ratlos und ohne Hoffnung. Entschieden nur in der Diagnose, für die Bildungsstudie über Bildungsstudie seit Jahren die brutalen Zahlen liefert: Ein Fünftel der deutschen Schüler sind "funktional analphabetisch: Die haben keine Chance, dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu kommen". ...
Quelle: Frankfurter Rundschau am 22.06.2008
Schüler-Stress
Heute Schüler sein, das ist – so gibt auch manch ein Lehrer zu – meistens keine wirkliche Freude mehr. Während normale Arbeitnehmer eine 40-Stunden-Woche haben, bringen es viele Kinder und Jugendliche durchaus auf mehr. ...
Quelle: ARD-Exclusiv am 22.06.2008
Would you work with micromanaging boss, no salary, and all your work thrown away?
Über die übliche Jobofferte für Millionen von jungen Menschen ...
Quelle: Hacking Startup Blogs am 18.06.2008
Wenn der Stress die Seele frisst
Der Druck auf Schüler wächst beständig. In der Kinder- und Jugendpsychiatrie werden die behandelt, die diesem Druck nicht gewachsen sind. Die Wartelisten werden länger. ...
Quelle: NRZ, 24.06.2008

Leserechos #31

Gordischer Knoten "Schul(besuchs)zwang"
Im vorletzten "Kurzinfo" hatte ich im Editorial angekündigt, in der nächsten Ausgabe Näheres zum "Platzen des gordischen Knotens Schulzwang" auszuführen. Prompt haben mehrere Leser mich beim Wort genommen und nachgefragt, ob sie irgendetwas dazu verpasst hätten.
Gut, das Thema sollte zwar der in Deutschland herrschende Schulzwang sein, aber es tut mit Leid, nichts weiter zur Auflösung desselben geschrieben haben zu können. Eigentlich kann es doch nicht mehr so lange dauern. Kein Land der Welt kriminalisiert Eltern von Freilernern derart, dass, obwohl sie am Ende schulbeste Abschlüsse erhalten, ihre Eltern für Monate weggesperrt werden. Der Deutsche Schulzwang ist so wahnsinnig absurd geworden. Auch, wenn wir viel lieber von den schönen Seiten schulfreier Bildung berichten,  


Lieber Herr Edel, ...
Ich bin wie gelähmt durch die bisherigen Erfahrungen und das was in Hessen mit Dudeks passiert ist, macht uns Angst. Schön, wenn sie ihren Glauben so nach außen tragen und es ist sicher auch richtig, was sie sagen.
Aber der Glaube ist so eine persönliche Angelegenheit und hat eigentlich beim Thema Home Education gar nichts verloren. Zunächst ist Hausunterricht eine Bildungsalternative, die in allen Ländern zugelassen ist, pädagogische und medizinische Gründe müssten völlig ausreichen. Trotzdem ist die Vorstellung, Frau Dudek geht mit einem Säugling zum Wohle ihrer Kinder ins Gefängnis einfach ungeheuerlich. Alle mit denen ich gesprochen habe, sind entsetzt, auch, wenn sie die Hintergründe des Homeschoolings gar nicht kennen. Vorgestern habe ich einen Jugendlichen, der per Anhalter unterwegs war, nach Hause gebracht und verblüfft gefragt, warum er nach Alkohol riecht. Tja, sie hatten den Schulabschluss gefeiert. Mit fünfzehn! Eine Nachbarin erzählte, ihre Tochter habe nicht am Zelten teilnehmen wollen, 9.Klasse, und sieh da, ein Junge wurde von der Polizei während der Schulveranstaltung mit einer Alkoholvergiftung abgeholt.
Es ist wirklich dreist zu behaupten, solche Events wurden zur Sozialisierung der Jugendlichen beitragen. ... Viele Grüße, K.A.
"fundmentalistisch geprägte Eltern"????? Warum nicht gleich "terroristisch veranlagte Eltern mit Drang zur kriminellen Ausbildung eines Selbstmordattentäters"? Hallo - gehts noch? ... G.P.
Hallo! Ich bin jetzt fast sicher, unser Homeschooling Beitrag wird am 7. Juli gesendet.  Es gibt sogar ein neues 'Peg' - die Eltern aus Nordosthessen die mit drei Monaten hinter Gittern bedroht sind weil sie 'hartnaeckige Schulverweigerer' sind - .
Kennt ihr zufaelligerweise diese Familie? ... A.L.
Anmerkung: Sendeprogramm ist Learning Curve, Radio4 der BBC in Südengland. Danke.

21. Juni 2008

Alle Kinder lernen frei. (Nur Jule muss in die Schule.)

Ausführlicher Bericht über vier verschiedene Homeschooling-Familien
... Statt stur dem staatlichen Curriculum zu folgen, lehrt sie, was die Töchter wissen wollen. «Wer an einem Thema interessiert ist, lernt es», sagt sie. Hingegen büffle man an Schulen oft nur auf Prüfungen. «Ist der Test vorbei, ist das Wissen weg.»
Studien geben ihr Recht. Erwachsene Amerikaner, die ihre Bildung zu Hause erfahren haben, lesen öfter, schauen weniger fern, sind aktiver am politischen und gesellschaftlichen Leben beteiligt als der Durchschnitt, ermittelte Brian Ray, ein Soziologe der Oregon State University. Sie gehen ebenso häufig ans College und haben keinerlei Probleme, eine Stelle zu finden, sagt Ray. Bei Prüfungen schneiden sie zwischen 15 und 30 Prozent besser ab, wobei der Bildungsgrad der Eltern keine Rolle spielt. Wer zu Hause lernt, stellte Ray fest, hat oft weniger soziale, psychische oder emotionale Probleme. Aktiv rekrutieren deshalb viele US-Universitäten zu Hause geschulte Jugendliche. ...
Kampfkunst steht auf dem Lehrplan der 16-jährigen New Yorkerin. Täglich trainiert sie mindestens eine Stunde. Nicht ein Lehrer hat das festgelegt – Jessica bestimmt, was sie wann lernen möchte. «Ich lerne immer nur, was mich gerade interessiert », sagt sie beim Gespräch in einem Café. Seit der dritten Klasse war sie nicht mehr in der Schule. «Es war mir zu laut, es hatte zu viele Leute, ich war unglücklich, die Lehrer taten nichts anderes, als Chaos zu bändigen.» Sie wollte sich vertiefen, die Lehrer dagegen streiften den Stoff nur. ...
«Das reale Leben stählt Dich fürs reale Leben», sagt Jessica. Ihre Eloquenz ist bestechend. Was sie sagt, scheint durchdacht. «In der Schule ist erfolgreich, wer Antworten gibt, welche die Lehrer erwarten, in der realen Welt muss man eigene Schlüsse ziehen.»
Ihre Mutter sieht sie nicht als Lehrerin. «Sie ermöglicht mir das Lernen.» Zumal sie ihr zutraut, richtige Entscheide zu fällen. Vorschriften hat sie wenige. Sie muss öfters anrufen und zeitig zu Hause sein. Sonst kann sie tun, was sie will. «Meine Eltern wissen, dass ich die Freiheit nicht missbrauche», sagt sie. «Warum sollte ich?» Sie sagt nein zu Drogen. «Der Druck an Schulen ist hoch», sagt sie. «Um menschlich zu werden, drehen viele durch; ich habe keine Regeln, also muss ich sie nicht brechen.» ...
Frühmorgens fährt Reale ihre älteste Tochter in die benachbarte Stadt zur Arbeit. Dann stellt sie den drei jüngsten Rechenaufgaben oder sie lässt sie etwas lesen. Sie wendet sich Maggie zu, der 14-jährigen Tochter, die Zoologie studieren möchte. Gemeinsam büffeln sie Latein-Vokabeln. Selten dauert der Schultag länger als drei Stunden, «was völlig reicht, das Pensum zu bewältigen», sagt Reale. Da sie die Kinder beinahe eins zu eins betreut, «behandle ich den Stoff effizienter als in einem Klassenzimmer mit dreissig unterschiedlich begabten Schülern». ...
«Homeschoolers kommen immer zu spät », sagt Christina Payne. Sie lacht und weiss, dass an ihrem Witz viel wahr ist. Payne hält in der hell erleuchteten Bücherei einen Erzählkurs ab. Damit, wie sie sagt, «Kinder lernen, öffentlich zu reden». Den Kurs erteilt sie kostenlos. Im Gegenzug schickt sie ihre Kinder zu Eltern, die unentgeltliche Stunden in Mathematik oder Naturwissenschaften anbieten. Gemächlich treffen sie nun ein, insgesamt fünf Familien und ein Dutzend Kinder. Knaben sitzen neben Mädchen, die älteste ist 14, der jüngste erst 5. Es sind Kinder, die in Westchester County – einem wohlhabenden liberalen Vorort von New York – zu Hause in die Schule gehen. ...
Eine Schule haben sie alle nie besucht. «Irre» seien ihre leistungsorientierten Freunde in New York geworden, als es darum ging, die Kinder einzuschulen, sagt Albert. Schon im Vorschulalter hatten die Kleinen strenge Prüfungen für gute Schulen absolviert. Enorme
Summen gaben Eltern für Privatlehrer aus, damit die Kinder die Tests bestanden. «Diesem Stress wollte ich weder mich noch meine Kinder aussetzen», sagt die Mutter. Sie gab den Job als Lehrerin für Lernbehinderte auf und begann, die eigenen Kinder zu schulen. «Das erschien mir natürlicher, als sie zur Schule zu senden.»
Ihrem Mann sei sie sehr dankbar, dass sie so viel Zeit mit den Kindern verbringen könne. Ihr Gatte ist Künstler und handelt mit Fruchtsäften. Sie würde die Kinder nie zur Schule schicken und arbeiten wollen, sagt Albert, 39. «Ich würde sie vermissen.» Sie beschreibt sich als progressiv und liberal. Gleichwohl will sie ihre Kinder von negativen Einflüssen der Populärkultur schützen. «Wir wählen, auf was wir uns einlassen.» So gefällt es ihr, dass ihre Kinder anziehen, worauf sie Lust haben, und nicht, was die Clique ihnen vorschreibt. Lucy, die Regisseurin werden möchte, ist froh, keiner festen Gruppe anzugehören und keinen Trends folgen zu müssen. «Wir denken nicht ständig an iPods, Mode oder die neusten Mobiltelefone», sagt die 14-Jährige. ...
Quelle: http://www.hossli.com/articles/2008/06/03/zu-hause-zur-schule/ in 4 Sprachen


Noch mehr Praxis neben der Pflicht zu Schulen ohne jeden Nutzungszwang
... ganz anders als im grund nr. 1 {gegen Schulzwang} ("ein blick in die gesichter von kindern, die morgens in die schule gehen") freuen sich die mit mir lebenden kinder morgens beim aufstehen auf den neuen tag & fangen nach dem ausschlafen einfach an mit dem, was sie gerade tun wollen.
bei dem phantastischen wetter waren wir in den letzten tagen überwiegend draussen unterwegs, zum beispiel am see in einem nahe gelegenen naturschutzgebiet. dort gibt es einen kleinen "strand", also sand & niedriges wasser ... was braucht mensch mehr?
aus dem heutigen "lernplan":
  • erfahren mit allen sinnen von unterschiedlichen naturmaterialien (sand, wasser, holz, steine)
  • unterschiede von nassem & trockenem sand - beim bauen & auf der haut
  • löcher buddeln & kanäle anlegen. mit plastik-schaufeln, holzbrettern, händen -> erfahrungen mit unterschiedlichen werkzeugen
  • wir haben fische, schwäne, libellen (leuchtend blaue!), eine raupe, einen regenwurm, eine eidechse gesehen.
  • am see wachsen wasserbinsen. wenn man deren grüne "außenhaut" abschält, lässt sich das innere des stengels herausschieben & kann angeblich, in schälchen mit öl gelegt, als docht verwendet werden. das rauspulen des "dochts" ist ziemlich fisselig, weil der sehr leicht reisst. aber wir werden den einsatz als docht auf jeden fall noch ausprobieren!

nebenbei waren die kinder ständig in bewegung, in sonne & frischer luft.
und haben dabei - sozial isoliert, wie homeschooler ja sind, ne ;) - problemlos kontakte zu anderen menschen, grossen & kleinen, geknüpft.
Quelle: Blog "Freies Lernen in Deutschland" am 9.06.2008


"German Schulzwang" ad absurdum
Der Spiegel: Drei Monate Gefängnis für Heimunterricht
Ein Ehepaar aus Nordhessen unterrichte seine Kinder seit Jahren zu Hause - jetzt hat das Landgericht Kassel sie zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. ...
"Die Schule hat einen gesellschaftlichen Erziehungsauftrag. Dem darf sich niemand entziehen, auch aus religiösen Motiven nicht", sagte der Richter. ...
Der Richter stellte den Eheleuten in Aussucht, dass sie die Strafe nacheinander absitzen zu können, damit die Kinder nicht ohne Pflege sind.
Quelle: Spiegel am 18.06.2008
Aus einem anderen Bericht:
Fünf Söhne und zwei Töchter hat die Familie, drei Kinder sind im schulpflichtigen Alter. Der älteste Sohn Jonathan hat gerade seinen Realschulabschluss gemacht und war dafür vier Monate in einer regulären Schule. Die Mitschüler seien freundlich gewesen, aber der Unterricht zu Hause habe ihm besser gefallen, erzählt er. Jonathan hat seinen Realschulabschluss mit sehr gut bestanden, aber im Gerichtsverfahren spielt das wohl keine Rolle. ...
Quelle: hr-online am 18.06.2008
3 Monate Kerker für "Unbelehrbarkeit"
... Und wie umfassend diese staatliche aufgezwungene Verblödung und Verwahrlosung wirkt, zeigt jetzt dieses Urteil: Ein "menschenverachtender" Pseudo-Vergleich dient als Vorwand, um Unschuldige einzukerkern. Die Deutschen sind viel zu sehr beschäftigt mit Deutschlands nächstem Topmodel, mit der Fußball-EM und sonstigen Nichtigkeiten, um überhaupt von derlei Justizverbrechen Notiz zu nehmen; und selbst wenn sie trotzdem davon erfahren, sind sie's ob des "menschenverachtenden" Pseudo-Vergleichs schon zufrieden. Wer sich mit diesem ungeheuerlichen Unrecht nicht abfinden möchte, der wird mit aller Gewalt "belehrt", dass niemand sich der totalitären Verblödung und Verwahrlosung entziehen darf, "auch aus religiösen Motiven nicht".
Quelle: Pressemitteilung.ws am 19.06.2008
Anmerkung: Egal welche Motive für Homeschooling bestehen, in jedem Ausland hätte diese Familie das Recht dazu. In Hessen ist Schulpflichtverletzung eine Straftat (seit 1938), so wie es in Hessen tatsächlich auch die Todesstrafe noch gibt. Sie kommt wegen eines Paragrafen im Grundgesetz nur nicht zur Anwendung (Und Schulzwang gibt es im Grundgesetz auch nicht, sondern "nur" den Schutz und das Recht der Familie, Art. 6, und die Aufsicht des Staates über sein Schulwesen, Art. 7).
Jan Figel, Bildungskommissar der EU, äußerte zu einem anderen Fall in Deutschland, dass, obwohl Bildung eine nationale Sache ist, es das Recht der Eltern sein sollte, das Beste für ihre Kinder selbst zu entscheiden und das dieses Recht durch die Europäische Charter geschützt sei. Auch der Bildungsbeauftragte der UN, Dr. Munoz, hat die fehlenden Schulalternativen in Deutschalnd schon mehrfach angemahnt (z.B. in Genf).
In F gibt es inklusive Fernschüler 20.000, in GB 200.000 und in den USA über 2 Mio. verschiedenste Homeschooler, die sehr erfolgreich damit sind. Staatlicher Schulzwang in Deutschland ist peinlich.
Mehr Info: http://www.homeschooling.de/gesetze.htm unten, http://www.homeschooling.de/rechtslage.htm  und
http://www.homeschooling.de/studien.htm

Briefwechsel, Hintergrund und Interview

Sehr geehrter Herr Edel,
ich bekomme Ihren Newsletter seit einiger Zeit und bin sehr überrascht bis hin, ich kann kaum glauben, mit welcher Willkür die deutschen Behörden Eltern behandeln und damit das Wohl der Kinder gefährden.
So weit ich informiert bin, ist Deutschland das einzige Land, dass Homeschooling verbietet. Das sicher aus einem guten Grund:
Kinder, die in die Schule gehen MÜSSEN, sind total kontrollierbar und die Eltern gleich mit. Die Schulbehörden wissen genau, was sie tun. Sie unterdrücken bewusst die Entwicklung der Kinder, somit der zukünftigen Generation. Aber genau das ist auch so gewollt, denn Kinder, die sich frei und kreativ entwickeln würden, wären wahrscheinlich die „Denker“ von Morgen.
Aber genau das will man nicht. Man hat das Volk in Deutschland in den letzten 60 Jahren dumm und platt gemacht. Alles bewusst gewollt, ja sogar gezielt in den letzten 60 Jahren darauf hingearbeitet.
Die Behörden haben nicht umsonst solche Anweisungen. Menschen, bzw. Eltern, die aus solchem System ausbrechen wollen oder noch schlimmer, das sogar tun, werden per sofort verfolgt und „vernichtet“.
Genau das zeigt mir das Vorgehen gegen die Familie aus BW. Herr Oettinger hat sich förmlich an die Macht gedrängt und hat unterwegs dorthin so manchen platt gemacht, um selber dort anzukommen, wo er heute ist.
Deshalb ist es doch klar, dass er für „solche Dienste“ sofort zur Verfügung steht, um sich zu profilieren.
Ich finde es sehr gut, dass sich Eltern quer durch Deutschland organisieren und zusammenschliessen. Meinesachtens die einzige Möglichkeit gemeinsam stark zu werden und nur so gegen die Staatsgewalt (man muss in solchen Fällen wirklich schon davon sprechen) vorzugehen.
Also verliert nicht den Mut, macht weiter so und ich hoffe es werden von Monat zu Monat mehr Eltern, die aufwachen.
Denn unzufriedene Eltern gibt es genug in Deutschland, aber ebenso auch woanders in anderen Ländern.
Der Unterschied ist der, dass in anderen Ländern man als Eltern handeln kann, das Kind völlig legal aus dem Schulzwang herausnehmen und sich dabei nicht gleich strafbar macht.
In Deutschland herrscht immer noch der Verfolgungswahn, früher gegen andere, heute gegen die eigenen Eltern, die nur das Beste für ihr Kind wollen. Dieses strafbar zu machen, verstösst man gegen die international geltenden Menschenrechte.
Deutschland sollte sich nicht immer in die Politik anderer Länder einmischen. Die Politik sollte zuerst dringend vor der eigenen Tür kehren.
Das Ausland beobachtet solche Aktionen sehr genau, im Moment vielleicht noch kopfschüttelnd, aber wenn die Anzahlt solcher Aktionen zunimmt, nimmt das Verständnis gegen das „moderne“ Deutschland immer mehr ab.
Wenn Deutschland heute in der Völkergemeinschaft anerkannt werden möchte, wie es immer so schön heisst, dann müssen solche Aktionen (gegen Kinder) sofort aufhören!
Herzlichst, S. M. S.


Lieber Herr Edel,
bei aller Sympathie, ich verstehe Ihre Argumentation nicht ganz: Die Visionen von "Schule AKUT" sind doch zum Gruseln: Ganztagsschule, Einheitsschule .....Zwang zum Einheitsunterricht für alle. Wo bleibt der Individualismus, die Vielfalt der Interessen, Fähigkeiten, Wesensarten, Wünsche, Lebensentwürfe, die rechtzeitige vertiefende Förderung von Talenten?
In den von Ihnen angeführten Ausländern, wie England und Frankreich, sind es doch gerade Schulen mit Einheits- und Ganztagszwang, aus denen die Eltern haufenweise fliehen. Die meisten fliehen in Privatschulen und einige wenige in Homeschooling. Das dreigliedrige Schulsystem mit verbesserter Förderung, Unterstützung einzelner Schüler, und Einbeziehung der Elternhäuser insbesondere an der Hauptschule erscheint mir viel offener und bietet jedem freien Zugang zu mehr Bildung, ohne Schulgelder.
Ich  wünschte mir allerdings mehr Durchlässigkeit und jede Menge "Scouts", die talentierte Schüler einzeln fördern und zum Wechsel auf Real oder Gymnasium ermutigen und ein Stück weit begleiten. Und Praxistage für praktische Talente. Warum soll man die Artenvielfalt des Schulwesens zerstören und alle in eine Schule zwingen.
Ich bin außerdem ein Fan humboldscher breiter Bildung, mit Latein und Griechisch als Basis unserer Kulturgeschichte. Soll dieses Wissen jetzt in Deutschland politisch unkorrekt oder verboten sein, weil es es nicht alle interessiert oder es nicht alle können? Oder soll es nur noch als Sahnehäubchen ganz am Ende der Schulzeit gestreift werden?
Ich bin sehr für die Freiheit zum Homeschooling, wünsche mir aber für meine Kinder auch die Freiheit auf eine schulische Bildung unserer Wahl, und auch die Wahlfreiheit zwischen Ganz- und Halbtagsschule.
Warum nicht viele Angebote statt Zwang zur Vereinheitlichung? Im übrigen gibt es auch aus dem Musterland der Gemeinschaftsganztagsschule incl. Psychologen, Sozialarbeitern und vielen Lehrern, nämlich Schweden, erschreckende Bericht über Vandalismus, Lernverweigerung, Gewalt gegen Lehrer und unter Schülern und resignierende Pädagogen.
Viele Grüße M. K.

Liebe Frau Dr. K.,
die Argumentation für Schule Akut wurde nicht von mir, sondern von der Geschäftsführerin von Jako-O, offizieller Sponsor des Familiennetzwerks, geliefert. Der Hinweis zum Interview erscheint unter der Rubrik Schulversagen, weil zumindest richtig erkannt wurde, dass es in den Familien mit Kindern hauptsächlich und nur noch um die leidige Schule geht und nicht um viele schöne mögliche Dinge des jungen Lebens.
Die von mir angeführten Länder haben zwar teilweise schreckliche Schulsysteme, es ging der Interessentin aber um Möglichkeiten des problemlosen Homeschoolings bzw. Fernunterricht. Diese Möglichkeiten sind in allen Ländern um uns herum gegeben. Wer seine Kinder ins Schulsystem steckt, muss dann darin leben und darf sich auch nicht beklagen.
Auf klassische, humanistische Bildung wird man bald keinerlei Anspruch mehr haben. Finanzierbar wird nur noch das Minimum für den späteren, eigenen Brötchenerwerb sein. Wer dann Griechisch, Latein oder Hebräisch will, muss selber dafür sorgen. Übrigens, gerade bei der Pädagogik Humbolds finden sich Steilvorlagen bei der Begründung für schulfreie Bildungskonzepte. Auch die anderen großen Pädagogen wie Comenius, Tolstoj, Montessori, Pestalozzi, Steiner oder Freinet hätten sich jederzeit für gezieltes und persönlich gestaltetes Lernen und gegen Massenbetriebe ausgesprochen.
Ihr Ansinnen auf Freiheit, Vielfalt und Wahlmöglichkeiten verbindet uns und immer mehr Menschen in Deutschland sehr. Es wird allerdings Zeit, massiver dafür einzutreten, auch, wenn am Ende nur die Wahl zwischen Regen und Traufe erhalten bleibt. Es ist unser Recht und unsere Bürgerpflicht, für unseren uneingeschränkten Willen und den Erhalt der Selbstbestimmung zu kämpfen.
Ganz liebe Grüße und ein schönes Wochenende nach Hamburg,
Ihr Jan Edel


Homeschooling in Deutschland: "Wie in Amerika vor 30 Jahren"
Homeschooling ist ein Reizwort für Politiker, Schulämter und Gerichte. Wenn Eltern ihre Kinder aus unterschiedlichen Gründen zu Hause unterrichten wollen, schreitet der Gesetzgeber ein. ...
Warum sträubt sich der Staat gegen alternative Unterrichtsformen? Ein Gespräch mit dem US-amerikanischem Rechtsexperten Mike Donnelly. ...
Das Sagen in Erziehungs- und Bildungsfragen hat das Schul- und Jugendamt – nicht die Eltern. Hier liegt das bereits erwähnte Grundproblem. ...
Was also sollte sich Ihrer Ansicht nach ändern?
Auf Bundes- und Landesebene müssen Gesetzte eingebracht und verabschiedet werden, die den Unterricht von Kindern zu Hause mit vorgegebenen und überprüfbaren Materialien für alle Eltern gestatten. Die Rahmenbedingungen müssen von staatlicher Stelle vorgegeben werden. Übrigens hatten in Amerika Eltern, die ihre Kinder zu Hause unterrichteten, vor 30 Jahren die gleichen Probleme wie heute hier in Deutschland: Sie wurden bestraft. Doch Tausende Eltern machten Homeschooling zu einem öffentlichen Thema, bis sich Politiker mit einer Gesetzesänderung befassten. Seitdem können Eltern darüber entscheiden, was das Beste für ihr Kind ist – und nicht der Staat.
Quelle: pro Christliches Medienmagazin am 19.06.2008

Literatur / Programmhinweise

Programmhinweis: Radio Bayern2 am 24.06.2008 um 20:30 Uhr (45min)
Flucht vor der Schulpflicht
Quelle: Bayern 2 Programmvorschau für das Nachtstudio am Dienstag (mit Podcast)


Englischsprachiges Radio von Homeschoolern selbergemacht und zum Mitmachen: http://www.cyberbiscuitradio.org/
Bildung, Schwerpunktthema des neusten Bulletins
Die neueste Ausgabe des Stakeholder-Magazins Bulletin der Credit Suisse hat
den Schwerpunkt Bildung – ein immer wichtigeres Thema in unserer wissensbasierten Wirtschaft. ...
Die Wichtigkeit von Bildung ist unbestritten, doch Howard Gardner, Professor an der Harvard School of Education, ist der Ansicht, dass sogar unsere fähigsten Pädagogen unseren Nachwuchs auf die schulischen und gesellschaftlichen Begebenheit vergangener Jahrhunderte vorbereiten. In dieser Bulletin-Ausgabe schreibt er über die Notwendigkeit neuer kognitiver Fähigkeiten für die Zukunft. Ein Bildungsmodell, das sich wieder grosser Beliebtheit erfreut, ist der Heimunterricht. Immer mehr Familien in Amerika wählen diese Möglichkeit, um ihre Kinder besser für die Zukunft zu wappnen. Vier Familien, die ihr Heim in Klassenzimmer verwandelt haben, erzählen in dieser Bulletin-Ausgabe ihre spannende Geschichte. ...
Quelle: Credit Suisse am 16.06.2008 über Bulletin 2/2008
Anmerkung: Das diesmal gelungene Magazin mit Schwerpunkt Bildung ist im Archiv kostenlos downloadbar und auch auf Englisch, Französisch und Italienisch erhältlich.
In der kommenden Wochenendausgabe der Financial Times wird sich ein Bericht über Homeschooler aus Deutschland finden, die ausgewandert sind.

Familien, Kinder und Jugendliche

Schulgesetze: Instrumente gesellschaftlicher Bevormundung (I)
Inhalt: Die Familie ist Lebenskeimzelle und Grundstruktur überlebensfähiger Gesellschaften - Von der Demokratie zur Demokratur - Demokratur oder Familie? - Volksschulerfahrungen - Nichts zu machen? - Familien stehen zusammen - Eltern stehen auf - Totalitäre Freiheit–(k)ein Widerspruch? - Wenn Freiheit gleichzeitig Zwang bedeutet–Orwellsches Neusprech - Ungeheure Kosten entstehen
Der Leidensdruck nimmt täglich zu, doch ist er noch zu gering, als dass der Aufschrei in der Öffentlichkeit vernehmbar wäre. Selbst wo er hörbar ist, wird er gerne verkannt, von Lehrern, von Behörden, von den Medien im Allgemeinen nicht zu sprechen. Dabei wäre es doch Aufgabe der Medien, solche Leidenszeichen aufzugreifen, den Ursachen nachzufragen und sich für gangbare Alternativen zu interessieren. ...
Wer schützt die Familie vor behördlicher Willkür? Wer schützt engagierte Eltern davor, für ihre Arbeit kriminalisiert zu werden? Wenn Schulgesetzte als Instrumente der Bevormundung missbraucht werden, wenn Recht auf Bildung Schulzwang bedeuten, werden Bildungsfreiheit und –rechte, Elternpflichten und -rechte zu leeren Worthülsen. ...
Quelle: Readers Edition (CH) am 18.06.2008


Medienkonsum: Wie Kinder dadurch den Realitätsbezug verlieren
"Kinder, die ihre Zeit in Medienwelten verbringen, versäumen das reale Leben", warnt der Hamburger Therapeut Georg Romer (im abgedruckten Interview).
Quelle: Die Zeit am 12.06.2008
Anmerkung: Wir warnen: Kinder, die ihre Zeit in Schulen verbringen, versäumen das reale Leben! :-)
Kinderärzte: Datenschutz lockern
«Es muss eine Lockerung des Datenschutzes im Interesse des Kindeswohles geben», so die Forderung von Dr. Wolfram Hartmann gegenüber der Osnabrücker Zeitung. Die Mediziner sollten die Möglichkeit erhalten - ohne vorher die Eltern zu fragen - Helfer einzuschalten. Auch sollten alle Neugeborene von Mitarbeitern des Jugendamtes oder des Gesundheitsamtes aufgesucht werden, um Risikostrukturen rechtzeitig zu erkennen und den Familien niedrigschwellige Hilfen anzubieten. In Extremfällen müsste ein Kind aus der Familie herausgenommen werden. Denn laut Dr. Hartmann seien Kinder kein Besitztum der Eltern, sondern Persönlichkeiten mit eigenständigen Rechten.
Quelle: Osnabrücker Zeitung am 17.06.2008
Anmerkung: Wenn Sie noch der Meinung sind, dass Kinder ein Recht auf ihre Eltern haben, schreiben Sie doch an dr.w.hartmann-kreuztal(@)t-online.de .

Schul(system)versagen ... ist das Versagen der Schule, nicht ihrer Schüler.

Zentralabitur 2008 in NRW - endloses Chaos
Quelle: Rheinische Post am 9.06.2008


Sprachtest und Sprachförderung - weiter mangelhaft
Quelle: Pressemitteilung GEW vom 8.06.2008
Neue Panne bei Zentralprüfung an Realschulen?
Quelle: Aachener Zeitung am 12.06.2008
Schulen Geheimsache?
Ministerium prüft Informationspflicht der NRW-Schulbehörden bei Unterrichtsausfall ...
Auslöser war die Anfrage einzelner Bürger und Journalisten bei den Schulbehörden, die bisher Daten über einzelne Schulen wie Notendurchschnitt oder Unterrichtsausfall nicht öffentlich gemacht hatten. ...
Schulministerin Barbara Sommer (CDU) sprach sich generell gegen unfaire Vergleiche von Schulen aus. Das WDR-Magazin Westblick hatte unter Berufung auf das Landesdatenschutzamt berichtet, dass auch sSchulbehörden verpflichtet seien, Informationen über einzelne Schulen herauszugeben.
Quelle dpa am 13.06.2008
Misserfolg in der Schule - Was steckt dahinter?
Das Schuljahr geht zu Ende. Die großen Ferien nahen. Während seine Mitschüler schon eifrig Pläne schmieden oder vom bevorstehenden Urlaub mit Eltern oder Freunden schwärmen, sieht Lukas dem ausklingenden Schuljahr mit gemischten Gefühlen entgegen. Denn es gibt nicht nur Ferien, sondern auch Zeugnisse. Er weiß, dass er in der Schule schlecht geworden ist, seine Noten in Mathe, Deutsch und Englisch sind miserabel und es droht ein blauer Brief. So wie Lukas geht es nicht wenigen Schülern. Sie werden den Anforderungen der Schule nicht gerecht, verlieren die Lust am Lernen und haben Angst in der Schule total zu versagen - ein Teufelskreis! ...
Quelle: Nordhessen24 am 16.06.2008
Dicke Luft in Klassenräumen drückt die Leistung
Denkbar schlechte Bedingungen für den Lernerfolg: Die Konzentration an Kohlendioxid in deutschen Klassenzimmern übersteigt jegliche Toleranzgrenze wie aktuelle Studien belegen. Unwohlsein, Kopfschmerzen und anhaltende Unaufmerksamkeit sind die Folgen. Zudem starren viele Schulen vor Schmutz.
Quelle: Welt am 16.06.2008
Bald ist es leider so weit: 70 Jahre Schulzwang - Ein tragisches Jubiläum, dieser 6.7.2008
schulzwang
schulhoefe
Und Schulhöfe in Deutschland werden auch immer enger.

Leserechos

Aus Österreich: Lieber Jan, danke! Du machst wirklich tolle Arbeit! Viele Grüße! Anja K.
www.dieFreilerner.eu


Wir haben eine 8jährige Tochter und wohnen in Berlin. Nie hätte ich gedacht, dass mit der Einschulung vorhandene Ressourcen verloren gehen. Unsere Tochter war bis zur Einschulung ein fröhliches, glückliches Kind, jedoch unser Schulsystem erlaubt es nicht, dass Kinder Zeit brauchen, einfach auch anders Ticken können. Der Unterricht findet zuhause statt, obwohl und das möchte ich betonen, besucht unsere Tochter eine private Grundschule und man sollte denken, das bei 18 Schülern, müsste das die Lehrerin schaffen. Jedoch ist dies nicht der Fall, die Klasse ist sehr leistungsorientiert und alle, die mehr Zeit brauchen oder mehr Anschauungsmaterial, sind verloren. Trotz der vielen Gespräche, ob mit der Lehrerin oder mit dem Direktor, haben nicht gefruchtet, ganz im Gegenteil, man bekommt als Antwort, wieso schaffen es die anderen Kinder!!!!
Oder für Montessori habe ich keine Zeit, ich muss Tempo, Tempo machen. Da frage ich mich,was ist kindgerecht?
Wir müssen leider unsere Tochter umschulen,was gar nicht einfach ist, weil diese private Schule kein Förderunterricht bietet, obwohl mit integrativem Charakter im Internet geworben wird. Trotz Beschwerde beim Schulamt, um den Rahmen etwas zu verändern, bekommt man als Antwort: Reden Sie doch mit dem Direktor, er ist doch so nett!!! Was die Behörden betrifft: Sind diese völlig inkompetent und vertragen nicht die Wahrheit. Jedenfalls denken wir oft an Homeschooling, speziell in Berlin, vielleicht kann uns jemand helfen zwecks Procedere. Wir wollen nicht, das unsere Tochter diesem Druck ausgesetzt wird und wollen ihr helfen wieder Kind sein zu dürfen und es ist unsere Pflicht als Eltern, unsere Kinder langsam diesen Weg gehen zu lassen. Jazzetta W.
Quelle: Gästebuch homeschooling.de am 12.06.2008
Guten Tag Herr Edel, ...
Im Bezug auf unser aller Kinder ist die Öffentlichkeit leider nicht sensibel genug. Das durfte ich in meinem persönlichen Umfeld bereits oft genug erfahren. Leider beginnt dieser perfide Abschnitt nicht erst in Schulen, sondern beginnt schon beim Krippen- bzw. Kindergartenplatz. Letzteres konnte ich bei 4 von 5 Kindern erfolgreich durch Weigerung der Inanspruchnahme umgehen. Schulisch ist dies nicht mehr vermeidbar. Dennoch bin ich geneigt, neben der Schule, meinen Kindern so viel wie irgend möglich zusätzlich mit auf den Weg zu geben. Auch das ist nicht immer einfach, da ich manchmal das Gefühl habe, dass unsere Kinder in Schulen schlicht an das "Nötigste" geführt werden was zum wirtschafts- und gesellschaftlichen Aufschwung beizutragen hat. ...
Mit freundlichen Grüssen Gaby P.

14. Juni 2008

Bildungsfreiheit! - Selbst für Kinder

Aufgrund der vielen Anfragen in letzter Zeit zu den Möglichkeiten der selbstverantworteten Schulbildung (Homeschooling) in anderen Ländern und zum Thema Auswandern sei an dieser Stelle noch einmal auf unsere folgenden Zusammenstellungen verwiesen: www.lernen-ohne-schule.de/gesetze.htm und www.homeschooling.de/rechtslage.htm .
Zur Situation in Belgien, das aus Flamen, Wallonien und der deutschsprachigen Gemeinschaft im Osten besteht, hört man beispielsweise Folgendes.

Hallo zusammen
Letztes Wochenende habe ich gehört, das belgische Schulrecht sei im Juni verschärft worden. Weiß jemand genaueres? Gruss Harry


Das Unterrichtswesen hier in Ostbelgien ist von der Verfassung her frei. Es wird von der Föderalregierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft verwaltet und organisiert.
Die anderen Föderalregierungen sind Flamen und die Wallonien. Dort leben noch viel mehr Homeschoolfamilien. Viele Grüße Andreas
Im französischen Teil gab es wohl eine neue Verordnung für Bildung zu Hause, die soll aber keine Verschlechterung gebracht haben/bringen, es klingt sogar so, daß die wallonischen Homeschooler dies positiv sehen. Die deutsche Minderheit schließt sich in puncto Gesetzgebung offenbar in der Regel den Wallonen an.
Im flämischen Teil ist die Lage für Homeschooler seit je her freier, am besten soll es in belgisch Limburg sein, in den westlichen Teilen Flanderns sollen Unschooler ab und zu Probleme bekommen (nicht wegen der gesetzlichen Regelung, sondern wegen praktischer Umsetzung, also vermutlich verstehen Inspektoren mal wieder nicht, was freies Lernen ist). Bei Interesse leite ich Euch die Originalbeiträge von Peter van Zuidam (NL) und Jean Claude aus Belgien (englisch und französisch) weiter. Viele Grüße, Elisabeth
Ja, für mich ist eine substanzielle Verschärfung in Belgien auch schwer vorstellbar und ich fand nichts darüber im Netz, aber da mir hautnah bekannt ist, dass die Belgier ungern mit ihrer diesbezüglichen Liberalität hausieren gehen, wollte ich das nicht unerwähnt lassen. Meiner Kenntnis nach haben aber keine Bischöfe welcher Provenienz auch immer mit dieser Liberalität irgendetwas zu tun, sondern Mitte der 70er hat ein ganz normaler Bürger die dortige Verfassungswidrigkeit des dortigen bis heute bestehenden Zweiklassenschulsystems themastisiert, und nach zwei Jahren juristischem Gerangel hat man sich mit dem königlichen Erlass beholfen, der das ermöglicht, das wir alle so mögen.
Gruss Harry

Interessante Links zu Bildungsfreiheit

200 Gründe gegen die Schulpflicht
" ... Ein Blick in die Gesichter von Kindern, die morgens in die Schule gehen, oder vor dem Schulgebäude stehen. (sie freuen sich höchstens auf Ihre Freunde, nicht aber auf den Unterricht oder die Prüfung).
...
- Interessante Themengebiete werden ganz unter den Tisch fallen gelassen - z.B. wie kommt der Steuersatz zustande? Wie wehre ich mich gegen staatliche Ungerechtigkeit? Warum kann ich meinen Mitschüler nicht anzeigen, wenn er mich verprügelt ? Psychologische Erkenntnisse nach 1975 ? Demokratie ist eine schlechte Staatsform, aber die beste, die wir je hatten ? Ja, wirklich ? Beweise!
- Politiker bestimmen, dass Schule ein selektiver Ort ist, und wie selektiv er ist. Gibt es eine Studentenschwemme, so werden Lehrer angehalten strenger zu benoten, ansonsten Kriegsabitur (wer den Begriff noch kennt). ...
- Die zugelassenen Schulformen sind alle die selben, unter verschiedenen Namen. Montessori=staatliche Schule=Waldorf Schule=katholische Privatschule - Ordnung muss schließlich sein. Glauben Sie nicht? Reichen sie doch mal ein Konzept ein und bitten um Genehmigung!
- Privatschulgründer sollten um die 750.000 € mitbringen - oder eine Firma mit Anwälteteam als Sponsor haben.
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Quelle: Blog von 1000Sunny im Juni 2008  
Anmerkung: Sehr lesenswert; In diesem Bereich besser pointieren kann vielleicht nur eine kühne Frau Unverzagt.


Der Staat greift nach der Familie
Die Schulen sind staatlich, die Universitäten auch, nun wird auch das Vorschulkind in staatliche Obhut gegeben: Vom Ausbau der Krippen über die Ganztagsschule bis zur Kindergeldwirtschaft will man überlasteten Eltern helfen. Aber mit jedem Schritt wird das Familienleben auch weiter sozialisiert ...
Ein zentraler Einbruch in die Autonomie der Familie ist in vielen europäischen Staaten weniger der allgemeine elementare Bildungszwang, für den es gute Argumente gibt, sondern der darüber hinausgehende Zwang, öffentliche Schulen zu vom Staat festgesetzten Konditionen und Inhalten in staatlich finanzierten und bereitgestellten Räumen zu besuchen: „Abnahmezwang für staatliche Bildungsgüter“, wie Arthur Woll dies nennt, überhaupt die Tendenz, Bildung als ein „öffentliches Gut“ zu reklamieren, über die Elementarbildung hinaus. In Deutschland ist das Bildungs- und Ausbildungswesen in einem solchen Maße vom Staat reguliert, dass von „privater Autonomie“ in der Bestimmung der Bildung keine Rede sein kann. Kollektive Privateinrichtungen sind genehmigungspflichtig, finanziell benachteiligt und eben gerade nur so geduldet. Exklusiver Hausunterricht („Homeschooling“) ist in Deutschland im Unterschied zu den meisten westlichen, namentlich angelsächsischen Ländern nicht mehr erlaubt, und wo Eltern – wie kürzlich in Baden-Württemberg – ihr ursprüngliches Erziehungs- und Bildungsrecht (vgl. Art. 6 des Grundgesetzes) gegen den staatlichen Monopolanspruch, der inzwischen bis in die Intimitäten der Sexualerziehung hineinreicht, reklamieren, wird selbst vor Polizeiaktionen nicht zurückgeschreckt. ...
Quelle: Cicero am 12.06.2008
Der Bildungsbericht 2008: Woran es bei der Bildung hapert ...
Die 330 Seiten starke Studie mit dem Titel "Bildung in Deutschland 2008" ist eine umfassende Bestandsaufnahme der Lage in Kindergärten, Schulen, Berufsschulen und Universitäten. Auch Lehrkräfte und Finanzierungsfragen werden erfasst. Der Bericht erscheint alle zwei Jahre. Die wichtigsten Befunde im Inhaltsverzeichnis:

    * Mehr frühkindliche Bildung
    * Weniger Hauptschüler
    * Ohne Schulabschluss
    * Makel Hauptschule
    * Zu wenig Studenten
    * Zu wenig Weiterbildung
    * Bildungspersonal wird knapp
    * Etat zu niedrig
Quelle: Financial Times Deutschland am 12.06.2008


"Bildungsreform"-Republik:
Zwischen Schuelerstreik und Abitur ohne Schule
Fuer ihr "Reformwerk" der letzten Jahre stellen sich die amtierenden Bildungspolitiker selbst die besten Noten aus. Fachleute sehen das indes ganz anders und verweisen dabei auf das bereits vom Grundansatz her laengst ueberholte Bildungsverstaendnis einer "Belehrungs(un)kultur" in den Schulen.
Hinzu kommen noch eklatante Maengel in der materiellen und vor allem personellen Ausstattung der Schulen und Universitaeten (vgl. HBF-Rubrik "Sparen in der Bildung"), die nur schwer zu den lautstark verkuendeten Parolen von der "Wissensgesellschaft" passen. Schueler, die sich mit dieser Situation nicht laenger abfinden wollen, haben deshalb fuer morgen zum bundesweiten "Schuelerstreik" aufgerufen. Bemerkenswert ist, mit welchen Mitteln die Schulverwaltung zum Teil darauf reagiert. Das Motto lautet dabei: "Demokratie ja bitte - aber dabei nicht stoeren!".  Die Produkte dieser Haltung finden sich zum Teil in den Fuehrungsetagen (nicht nur) einst renommierter Grosskonzerne wieder (z.B. Siemens {Stichwort "Bestechung"} oder Telekom {Stichwort: "Illegale UEberwachung von unliebsamen Zeitgenossen"}). 
Angesichts der Missstaende in den Schulen hat sich eine Gruppe Freiburger Gymnasiasten vor einem Jahr fuer einen anderen, radikalen Weg entschieden: Sie meldeten sich von der Schule ab und organisierten die Vorbereitung auf das Abitur nach ihren Vorstellungen. Offensichtlich ist ihr gewagtes Experiment gelungen.
Quelle: HBF am 11.06.2008
Rechenschwäche weiter verbreitet als Leseschwäche
Die Meisten werden es schon geahnt haben. Analphabetismus ist weniger verbreitet als die Dyskalkulie. So heißt die so genannte Rechenschwäche, wenn man sich gewählt ausdrückt. Der Verdacht legt sich auch nahe, dass nicht nur die gemeinen Leute daran leiden, sondern auch viele Politiker und Manager. ...
Quelle: Heise/Telepolis am 08.06.2008